Der SV Lürrip hatte eine turbulente Saison.

FUSSBALL : Lürriper Eigenheiten

Bezirksligist SV Lürrip hat eine turbulente Saison hinter sich und die Aussichten sind nicht sonderlich rosig: Weitere Routiniers verlassen den Klub.

Lürrips Vorsitzender Andreas Zimmermann hatte am Ende der Saison 2017/2018 klare Vorstellungen im Hinblick auf die Entwicklung seines SV Lürrip. Die Rückkehrer sollten es richten, Lürrip wieder in die Erfolgsspur bringen. Dafür trennte man sich von Trainer Markus Lehnen, der drei Spielzeiten mit den Lürriper Eigenheiten zurechtgekommen war. Für ihn wurde Norbert Ringels geholt, der als Trainer vor vielen Jahren seinen größten Erfolg mit den Lürripern beim Aufstieg in die Landesliga gefeiert hatte. Dazu kehrte auch noch Torjäger Thorsten Lippold zurück.

Alles deutete auf eine Saison hin, in der Lürrip wieder bei den Spitzenmannschaften zu finden sein sollte. Dafür sprachen auch die ersten Spiele. Viermal überzeugte Lürrip, doch dann folgten vier Spiele mit nur einem Sieg. Nach dem deprimierenden 0:9 in St. Tönis warf Ringels enttäuscht das Handtuch. Inzwischen fiel auch Lippold nach einer schweren Verletzung aus und teilte mit, dass er nun endgültig die Fußballschuhe an den Nagel hängen würde.

Der ursprüngliche Plan musste dringend geändert werden, weil der SV Lürrip in rasanter Fahrt den Abstiegsplätzen entgegen steuerte. Co-Trainer Marco Schallenburger übernahm als Interimslösung die Mannschaft, sammelte aber in fünf Spielen nur zwei Punkte. Immerhin trotzte Lürrip dabei im Derby Mennrath ein 2:2 ab.

Nach Schallenburger durfte dann Bekim Kastrati sein Glück versuchen. Der Ex-Profi hatte auch direkt Erfolg. Fünf Siege ließen Lürrip hoffen, sich zumindest wieder unmittelbar hinter den Spitzenmannschaften zu platzieren. Doch nach dem Jahreswechsel zeigte sich Lürrip wieder sehr launisch. Kastrati, der sich gerade mit den Lürriper Eigenheiten anzufreunden schien, verlor bald jedes Verständnis für das amateurhafte Verhalten der Spieler. Das gipfelte schließlich in der Suspendierung von Tobias Busch, der eigentlich mit seinem Können und seiner Erfahrung für Stabilisierung sorgen sollte.

Kastrati hat die Lürriper am Saisonende wieder verlassen, um mit St. Tönis in der Landesliga erfolgreich zu spielen. Auf wundersame Weise ist Lippold von seiner Verletzung genesen, hat sich aber dann wieder dem Oberligisten und Regionalliga-Aufsteiger SV Straelen angeschlossen. In Michael Harrison und Markus Kleff werden Lürrip in der kommenden Saison weitere Routiniers fehlen. Wie sich dann der recht unerfahrene Kader in der Liga bewähren kann, bleibt abzuwarten. In Trainer Dominik Pasculli, der bisher für die Reserve verantwortlich war, ist ein Mann gefunden worden, dem die Lürriper Eigenheit bekannt sind und der vielleicht probate Mittel kennt, um den Klub wieder in die Erfolgsspur zu bringen.

Zugänge: Philipp Sasse (SC Waldniel), Can Bay (Turanspor), Yilmaz Topcu (Türkiyemsor). Abgänge: Kevin Schmitz (Odenkirchen 05/07), Thorsten Lippold (SV Straelen).

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