Der Gladbacher HTC spielt auch nächstes Jahr Tennis-Bundesliga

Tennis: Tim Sandkaulen feiert seinen ersten Bundesliga-Einzelsieg

Das Eigengewächs des Gladbacher HTC gewinnt sein Spiel beim Rochusclub Düsseldorf, das ist ein Baustein zum abschließenden 3:3. Tags zuvor hatte es einen 4:2-Heimsieg gegen Aachen gegeben. Der GHTC landet am Ende auf Rang sechs.

Sei fast 90 Jahren besteht die Anlage des Rochusclub Düsseldorf, doch es gibt noch Premieren: Tim Sandkaulen, Eigengewächs des Gladbacher HTC, hat dort am Sonntag seinen ersten Sieg in einem Bundesliga-Einzel gefeiert. Gegen Hans Podlipnik-Castillo gewann der 20-Jährige im Match-Tie-Break. „Das tut richtig gut“, sagte Sandkaulen. „Vor zwei Wochen habe ich in Mannheim knapp verloren, umso besser fühlt sich das heute an.“

Dabei war es ein hartes Stück Arbeit. Nachdem der Gladbacher den ersten Satz gegen den 30-jährigen Chilenen klar verloren hatte, hielt er den zweiten Durchgang komplett offen. Bei seinem Aufschlagspiel beim Stand von 5:5 wirkte Sandkaulen kurz irritiert, als er beim Ball hochwerfen einen Luftballon über sich fliegen sah – danach kassierte er das Break und warf seinen Schläger wütend zu Boden. Doch der Gladbacher bekam sich schnell wieder in den Griff, nahm Podlipnik-Castillo den Aufschlag ab und gewann auch den Tie-Break, so dass der Match-Tie-Break entscheiden musste. Nach etwas mehr als zwei Stunden Spielzeit hatte Sandkaulen Matchbälle beim Stand von 9:4 – und ließ seinen Gegner auf 7:9 herankommen. Dann hatte er Glück mit der Netzkante, der Ball tropfte ins Feld des Düsseldorfers – das war der Sieg. Sandkaulen hob entschuldigend den Schläger für den Netzroller, mochte gar nicht jubeln, bis GHTC-Teamchef ihm zurief: „Du darfst dich freuen, Tim!“

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Das tat Sandkaulen, den etliche Fans anfeuerten, kurz darauf. „Das war heute eine Atmosphäre, wie ich sie vom College kenne. Da kommen auch so 600, 700 Leute zu unseren Spielen“, sagte Sandkaulen, der im US-amerikanischen Oxford, Mississippi, ein Vollstipendium hat, das es ihm erlaubt, das Marketing/Business-Studium und Tennis zu vereinen. „Ich glaube, vor zwei Jahren hätte ich so ein Spiel noch nicht gewonnen. Da hat das College schon sehr geholfen“, sagte der 20-Jährige, der das Match schon ziemlich abgeklärt analysierte: „Ich bin anfangs mit dem Spiel des Gegners nicht zurechtgekommen, aber ich bin immer dran geblieben, und dann gab es im zweiten Satz Chancen, die ich genutzt habe. Dann kippt das Momentum schon mal.“

Gut gefüllt war der Centre Court des Rochusclub Düsseldorf beim Spiel des Gladbachers Andrej Martin gegen Lukas Rosol (nicht im Bild). Foto: Georg Amend

Die Partie im Rochusclub endete 3:3, sie war aber für die Gäste ohne echte Bedeutung, da sie tags zuvor durch einen 4:2-Sieg über Kurhaus Aachen bereits den Klassenerhalt gesichert hatten. „Das war ein 50:50-Match“, sagte Schmidt. „Beide Mannschaften hatten zwar nicht ihre beste Aufstellung, aber ein gutes Bundesliga-Niveau. Wir haben in dieser Saison schon in Spielen, in denen wir Favorit waren, Punkte liegengelassen. Am Samstag war das aber richtig gut. Wir hatten vier Spieler, die unter der Woche kein Turnier gespielt hatten und so voll auf das Spiel konzentriert waren“, ergänzte der GHTC-Teamchef, der vor allem mit den Leistungen von Franko Skugor und Aleksandr Nevodyesov zufrieden sein konnte. Andrej Martin holte den dritten Einzelpunkt, da er den Match-Tie-Break souverän gewann. Am Sonntag siegte er in zwei Sätzen und machte dabei nicht den Eindruck, tags zuvor bereits zwei Matches bestritten zu haben. „Er hat sich Samstag noch lange vom Physio durchkneten lassen. Das scheint geholfen zu haben“, sagte Schmidt.

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