Der Aufsteiger aus Mönchengladbach hat sich den Titel verdient

Fußball : Giesenkirchens Erfolg hat viele Säulen

Der Aufstieg in die Landesliga wurde zwar erst am letzten Spieltag klargemacht, er war aber hochverdient. Dafür sprechen unter anderem die beste Defensive, die zweitbeste Offensive sowie die Heim- und Auswärtsstärke.

Erst am letzten Spieltag fiel die Entscheidung im Titelrennen, das bekanntermaßen zugunsten der DJK/VfL Giesenkirchen endete. Zwar hätte der neue Titelträger am vorletzten Spieltag alles klarmachen können, aber die Niederlage warf alle vielleicht gefassten Pläne über den Haufen. Aber was zeichnete den zukünftigen Landesligisten in der abgelaufenen Saison aus?

Vorstand: Holger Drever ist nicht nur Erster Vorsitzenden, sondern auch Herz und Kopf des Klubs. Kein Lautsprecher, eher ein Vertreter der leisen Töne, der immer auf dem Boden der Tatsachen geblieben ist. Das lebt er vor und verlangt dies auch von den restlichen Mitgliedern.

Trainerteam: Mit Volker Hansen und Erhan Kuralay ist die Übungsleiterposition gleich doppelt besetzt. Beide sind hervorragende Trainer, aggressives Verhalten an der Seitenlinie ist für sie ein Fremdwort. Das gilt auch für Teammanager Jakub Miodek oder die Betreuer Krzysztof Miodek und Klaus Peter Zentara. Dies färbt auf die Spieler ab.

Offensive: Giesenkirchen stellte mit 87 Toren nach Mennrath (107) die zweitbeste Offensive der Gruppe 3. War in der Vergangenheit das Angriffsspiel auf den damaligen Topstürmer Marcel Brinschwitz zugeschnitten, verteilt sich das Toreschießen mittlerweile auf alle Mannschaftsteile. Gleich vier Spieler unter den besten 35 Torschützen der Liga haben zehn oder mehr Tore in der Saison erzielt. Das machte die DJK schwer berechenbar.

Defensive: 33 Gegentore in 34 Spielen sind eine eindrucksvolle Bilanz. Nur Repelen (34 Gegentore) war ähnlich stark. In 13 Spielen stand in Giesenkirchen die Null. Den verletzungsbedingten Ausfall der Nummer Eins im Tor, Christoph Paffrath, kompensierte André Lorse, obwohl er eigentlich wenig Spielpraxis hatte.

Heimstärke: Zuerst auf Rasen und  nach der Eröffnung auf Kunstrasen blieb die DJK zu Hause bei vier Unentschieden ohne Niederlage und führt damit die Heimtabelle an.

Auswärtsstärke: Hier ist Giesenkirchen „nur“ Zweiter hinter Mennrath. Die drei Niederlagen und sechs Unentschieden erfolgten jenseits der eigenen Anlage.

Kameradschaft: Nicht nur auf dem Platz, sondern auch zur dritten Halbzeit geht es manchmal heiß her. So entstand das Vereinsheim nur unter Mithilfe von Vereinsmitgliedern und Freunden des Klubs. Auch auf dem Feld hilft man sich gegenseitig. Wie Holger Drever immer sagt: „Wie eine große Familie“.

Disziplin: Giesenkirchen zählt zu den fairsten Teams, und das nicht nur im FVN-Kreis 4 oder innerhalb der Liga, sondern weit darüber hinaus. Das half, denn Sperren schwächen die Mannschaft.

Ersatzspieler: Giesenkirchen kann eigentlich jede Position doppelt besetzen und hat in den meisten Fällen einen (fast) adäquaten Spieler parat.

Zuschauer: Mit einem Schnitt von 78 Zuschauern pro Heimspiel belegt Giesenkirchen nur einen Mittelfeldplatz. Das ist ausbaufähig. Es geht aber auch schlimmer: In der letzten Landesliga-Partie zwischen Vohwinkel und dem VfL Jüchen gab es einen Minusrekord mit offiziell gemeldeten 13 Zuschauern.

Mehr von RP ONLINE