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Fußball: Der 1. FC verliert gegen Viersen 0:2

Fußball : Der 1. FC verliert gegen Viersen 0:2

Die Gäste waren den ersatzgeschwächten Hausherren nach der Pause deutlich überlegen und wesentlich cleverer.

"Wie kann es sein, dass ein 35-Jähriger ungestört über den gesamten Platz laufen kann?", fragte sich Stephan Houben, Trainer des 1. FC Mönchengladbach, noch immer völlig enttäuscht von der Vorstellung seiner Mannschaft. Die hatte das Nachbarschaftsduell gegen den 1. FC Viersen völlig verdient 0:2 verloren.

Viersens Lazaros Iliadis war der Mann, der Houben geärgert hatte. Mit dem langen Spurt und der Maßvorlage für Melih Karakas hatte er das Spiel schon in 48. Minute entschieden. Und vor allem danach verdienten sich die Gäste diesen Sieg mit einem cleveren Spiel. Hinten wurde mit viel Engagement gedoppelt, wenn nötig wurden den FC-Kickern sogar zu Dritt das Leben schwergemacht. "Genau das habe ich von meiner Mannschaft erwartet, und sie hat das gut umgesetzt", freute sich Viersens Trainer Willi Kehrberg, der vor allem mit seinen jungen Leuten sehr zufrieden war.

Doch das Spiel hätte auch einen anderen Verlauf nehmen können. Als sich die Hausherren in der ersten Halbzeit gerade aufmachten, die Partie l in den Griff zu bekommen, schlugen die Gäste zum ersten Mal zu: Kevin Eichberg gelang das 1:0. Doch die Gladbacher wehrten sich und kamen kurz vor der Pause durch Nando Di Buduo zu einem Tor, das aber fälschlicherweise nicht anerkannt wurde.

"Sonst wäre das Spiel nach der Pause ganz anders gelaufen", war sich Stephan Houben sicher. Doch das 2:0 der Viersener lähmte eher die Aktionen der Gastgeber. Sie bemühten sich zwar, aber ein gekonnter Spielaufbau, ein Zusammenspiel waren nicht zu erkennen. "Kopf- und führungslos war unsere Vorstellung", gestand Stephan Houben.

Allerdings machte Viersen es den Gladbachern auch schwer. Torwart Thomas Gerdes musste nur einmal auf der Linie sein Können beweisen. Die wenigen Chancen der Platzherren wurden allzu leichtfertig vergeben. Auf der anderen Seite fuhr Viersen sehr gefährliche Konter, die durchaus noch zu weiteren Toren hätten führen können. Melih Karakas und Kevin Eichberg hatten direkt nach dem 2:0 zwei weitere klare Möglichkeiten. Sogar Abwehrspieler Philipp Reichartz brachte mit einer Kopfballrückgabe seinen Torwart Peter Dreßen in arge Bedrängnis. Er beteiligte sich nach Spielschluss an einer ersten Auswertung: "Wir hätten vielleicht die angeschlagenen Spieler nicht einsetzen sollen." Stephan Houben sagte: "Wir haben im Moment zu viele verletzte Spieler. Die kann man eben nicht alle ersetzen."

Wesentlich weniger Sorgen musste sich da Willi Kehrberg machen: "Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht, nachdem wir sehr holprig in die Saison gekommen sind. Ich bin sehr froh, dass wir vor allem mit den jungen Leuten auf einem guten Weg sind."

Zu diesen Grünschnäbeln scheint dann auch bestens der Mannschafts-Oldie Lazaros Iliadis zu passen. Er verrät schließlich noch sein Geheimnis: "Ich fühle mich eigentlich wie einer mit 18 Jahren. Wirklich!"

(RP)