Fußball: Demandt verlässt Borussias U 23 in Richtung Wehen Wiesbaden

Fußball : Demandt verlässt Borussias U 23 in Richtung Wehen Wiesbaden

In einer Phase wie der, in der sich Borussias U23 in der Regionalliga West aktuell befindet, legen alle Beteiligten den Fokus gerne ausschließlich auf das Sportliche. Zwei Spieltage vor Ende der Saison ist die Meisterschaft nah, die zur Aufstiegsrunde in die Dritte Liga berechtigt. Eine Trainerdiskussion ist da das Letzte, das ein Verein gebrauchen kann. Seit gestern ist nun klar, dass es bei Borussias U23 nicht nur eine Diskussion gibt, sondern Fakten. Denn da bestätigte der Verein, dass Sven Demandt nach fünf Jahren bei der U23 und sieben im Verein ab Sommer Drittligist SV Wehen Wiesbaden übernimmt.

Gerne lassen die Borussen den 50-Jährigen, der noch ein Jahr Vertrag im Borussia-Park hatte, natürlich nicht ziehen. "Sven Demandt hat hier hervorragende Arbeit gemacht und sieben Jahre lang Gas gegeben. Letztlich wollten wir ihm aber diese Chance nicht verbauen", sagt Amateur- und Jugenddirektor Roland Virkus. "Am Ende freuen wir uns natürlich auch darüber, wenn ein Trainer bei uns in den Fokus höherklassiger Vereine gerät." Die Chance in diesem Wechsel stellt auch Demandt selbst in den Vordergrund. "Es ist kein Geheimnis, dass ich mich in Gladbach sehr wohl fühle. Und so musste schon ein Angebot kommen, das ich als echte Chance gesehen habe, denn hier ist ja wirklich alles klasse. Aber eine Erste Mannschaft ist schon noch einmal etwas anderes, und irgendwann hätte ich mit zu viel Selbstzufriedenheit den Jungs auch nicht mehr glaubhaft machen können, dass es sich lohnt, nach oben zu streben", sagt er.

Wichtig für Borussia ist vor allem, dass die Spekulationen damit ein Ende haben, denn am Sonntag steht das wichtige Spiel daheim im großen Stadion gegen den KFC Uerdingen an, bei dem sich die Borussen den Titel schon sichern könnten, sofern sie selbst siegen und Viktoria Köln in Oberhausen nicht als Sieger den Platz verlässt. "Damit rechne ich aber eher noch nicht", sagt Virkus, der natürlich den Umstand schätzt, die Entscheidung in den eigenen Händen zu haben.

Verletzungsprobleme gibt es auch nach dem Kray-Spiel weiter nicht. "Aber man merkt schon, dass die Saison Substanz gekostet hat. Dem werden wir jetzt Rechnung tragen. Denn in dieser Phase kann man nicht mehr zu wenig trainieren, sondern nur noch zu viel", sagt Demandt. Sollte Borussia am 23. Mai vor den Kölnern stehen, würde am 27. und 31. Mai die Aufstiegsrunde mit Hin- und Rückspiel gegen den Nord-Meister anstehen. Im Norden kommen noch die Zweitvertretungen von Bremen, Wolfsburg und Hamburg in Frage.

Die Suche nach einem Demandt-Nachfolger steht also nicht im Zentrum der Tagesaktualität. "Das werden wir ruhig angehen. Natürlich haben wir uns auch dazu unsere Gedanken gemacht, und wir haben auch Ideen. Aber erst einmal müssen wir uns jetzt um andere Dinge kümmern", gibt Virkus zu Protokoll. Sowohl eine externe als auch eine interne Lösung käme jedoch bei der Neubesetzung in Betracht.

(kpn)