Fußball: "Daran hätte sicher vor drei Wochen keiner geglaubt"

Fußball : "Daran hätte sicher vor drei Wochen keiner geglaubt"

Der Spielertrainer des Rheydter SV spricht über die Gründe für den Aufschwung des Fußball-Bezirksligisten und die kommenden Aufgaben.

Noch vor drei Wochen galt der Landesliga-Absteiger Rheydter SV als willkommener Punktlieferant in der Bezirksliga. Aber das hat sich plötzlich geändert. Drei Siege in Folge gegen namhafte Gegner brachten nicht nur neun Punkte, sondern verstärkten auch die Hoffnung, dass der Traditionsklub tatsächlich die Liga halten kann. Als Spielertrainer hat Ex-Profi René Schnitzler die Wende überraschend geschafft.

Wieso kann sich eine Mannschaft in so kurzer Zeit so enorm steigern?

Schnitzler Wir haben einfach bei jeder Trainingseinheit intensiv gearbeitet und Geduld bewiesen. Die Mannschaft hat verstanden, was defensives Verhalten bedeutet und verschiebt inzwischen kompakt. Die Angreifer müssen verstehen, dass sie die ersten Verteidiger sind. Das macht es unseren Gegnern schon recht schwer, ein Tor zu erzielen, wenn wir das ordentlich machen. Die Spieler haben einige Wochen gebraucht, um das zu verstehen.

Drei Siege in Folge gegen Spitzenmannschaften lassen vermuten, dass es nun allmählich aufwärts geht.

Schnitzler Es wird sicherlich Rückschläge geben. Dann wird entscheidend sein, wie wir damit umgehen. Aber ich glaube, dass wir auch solche Situationen bewältigen werden.

Der Kader ist immer noch recht übersichtlich bezogen auf Spieler, die den augenblicklichen Aufschwung langfristig sichern können. Wird der RSV noch im Personalbereich tätig?

Schnitzler Das wird sicher der Fall sein. Wir haben mit Lawrence Aidoo, Blerim Rrüstemi, Tobias Hurtmann und mir sicher ein Supergerüst. Darum wollen wir eine Mannschaft aufbauen. Dazu führen wir bereits Gespräche. Wir brauchen noch einen Torwart und wollen uns im Angriff verstärken. Allerdings müssen die Spieler charakterlich passen, möglichst jung sein, damit wir langfristig arbeiten können.

Was muss auch Ihrer Sicht noch weiter im Verein passieren, um den RSV wieder in ein langfristig erfolgreiches Fahrwasser zu bringen?

Schnitzler Wir müssen Strukturen schaffen. Ohne die Familie Imdahl hätte der RSV längst zumachen müssen. Dazu brauchen wir Helfer, eine gute Organisation, Sponsoren und Zuschauer, die sich mit dem "Spö" identifizieren und gerne zu den Spielen kommen. Im Moment sind wir da auf einem guten Weg.

Werden Sie bei diesem Prozess weiter als Spielertrainer dabei sein oder nur noch an der Seitenlinie stehen?

Schnitzler Ich habe schon Probleme, mich so fit zu halten, dass ich noch mehr auf dem Platz leisten kann. Mein Beruf und die neue Verantwortung als Trainer lassen mir dazu kaum Zeit. Ich brauche langfristig noch jemanden, der mir organisatorische Aufgaben abnimmt und der mich an der Linie während des Spiels vertritt. Auf dem Platz kann ich das Nötigste selbst regeln. Wenn mich der Ehrgeiz packt, würde ich sicher gerne mitspielen.

Ist am Sonntag gegen Delhoven mit dem vierten Sieg in Folge zu rechnen?

Schnitzler Das wird ein komplett anderes Spiel als die drei vorherigen. Delhoven ist gewarnt, wird nicht selbst das Spiel machen und sehr defensiv eingestellt sein. Aber wir sind in einer guten Verfassung und freuen uns über den augenblicklichen Erfolg. Daran hätte sicher vor drei Wochen keiner geglaubt.

(RP)
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