Fußball : Da war der Wurm drin

Schon wieder müssen die Wickrather ihre ersten Heimspiele auf einem fremden Platz austragen, weil ihr Rasen von Würmern ruiniert wurde. Die Stadt hat wohl eine elegante Lösung gefunden, um Rasen, Würmer und Fußballer verträglich gedeihen zu lassen.

In Mönchengladbachs Sportplätzen ist der Wurm drin. Nein, nicht im übertragenen Sinn. Dieser Bodenwühler treibt sich leider nicht allein unterhalb des Grases umher, sondern tritt gleich in riesigen Scharen auf, um aus der Rasenfläche langfristig einen Acker, eine Sumpflandschaft zu machen. In den letzten Jahren hatten immer wieder die Wickrather unter den Würmern zu leiden. Dieses Jahr ist es ein wenig anders, sogar Hoffnung ist angesagt, seitdem das Sportamt nach einigen Versuchen nun den emsigen Tierchen erfolgreich, aber liebevoll zu Leibe gerückt ist.

Allerdings spielen die Wickrather Bezirksliga-Kicker noch einige Zeit nicht auf ihrem neuen Rasen. Während der Vorbereitung hatten die TuS-Kicker Asyl bei den Holtern. Dort revanchierten sie sich zum Auftakt in der Bezirksliga mit einem 3:1-Sieg. „Wir hatten aber auch ein Fässchen Bier als Dankeschön mitgebracht“, berichtet Wickraths Trainer Norbert Müller. Der muss aber mit seinen Kickern nun doch drei Heimspiele auf fremden Platz austragen.

Vorübergehend findet der TuS Obdach im Stadion des Rheydter Spielvereins. Dort ist der Platz nach mehrjähriger Bearbeitung inzwischen in einem hervorragenden Zustand. „Darauf sind wir richtig stolz. Der RSV ist sehr zufrieden“, freut sich Sportamtsleiter Harald Weuthen. Er ist sicher, dass bald auch die Wickrather endlich nach langen, nicht immer gelungenen Versuchen demnächst einen tollen Rasenplatz zu Verfügung haben: „Auf dem kann dann wirklich richtig Fußball gespielt werden“, glaubt Harald Weuthen und erhält von Norbert Müller positive Bestätigung: „Das ist wirklich sehr gut gelungen.“

Der alte Rasen wurde abgetragen. Dann wurde der Mutterboden mit 1600 Tonnen Sand von einer Spezialmaschine gemischt. Der gesamte Aufwand galt nur den Würmern, denn die dürfen nicht einfach abgetötet werden – sie stehen unter Naturschutz. Die großen Sandmengen im Mutterboden reduzieren aber ihren hemmungslosen Arbeitseifer. Zudem kann das Wasser besser durchsickern. „Das ist ein Pilotprojekt, das offensichtlich funktioniert und dann auch auf andere Plätze der Stadt übertragen werden kann“, berichtet Harald Weuthen nicht ohne Stolz.

Markus Lehnens Rückkehr

Viktoria Rheydt könnte der nächste Nutznießer dieser Maßnahme werden. Jedenfalls können die Wickrather bereits am Samstag (Anstoß 15 Uhr) die besseren Platzverhältnisse im RSV-Stadion an der Nordstraße gegen die Hardter testen. Auf dieses Spiel freut sich besonders SC-Trainer Markus Lehnen: „Ich habe viele Jahre selbst in Rheydt gespielt, es war meine schönste Zeit. Bei meiner Rückkehr rechne ich mit für uns durchaus Chancen aus.“ Darüber will sich Norbert Müller weiter nicht äußern: „Unsere personelle Lage könnte sich ein wenig entspannen. Wir geben unser Bestes und sehen dann, was dabei herauskommt.“ Mit kleinen Würmchen werden sich die Wickrather beim Spiel sicher nicht zufrieden geben.

(RP)
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