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Boxen: Pascal Wolters aus Hückelhoven kämpft um WM-Titel

Boxer Pascal Wolters : Hückelhovener kämpft um Weltmeisterschaft

Am Samstag bestreitet der Hückelhovener Pascal Wolters seinen größten Kampf: Es geht um den WM-Gürtel im Cruisergewicht. Welche Chancen er auf den Sieg hat.

Europameister war er schon, jetzt soll es die Weltmeisterschaft werden. Pascal Wolters aus Hückelhoven wird am kommenden Samstag um den aktuell vakanten Weltmeistertitel der „World Boxing Union“ (WBU) im Cruisergewicht (bis 90,72 Kilogramm) kämpfen. Gegner in der Dreifachturnhalle Ratheim – in der Wolters zwei seiner drei EM-Kämpfe bestritt – wird Muhammad Oguzhan Arifogullari sein. Der gebürtige Kieler ist UBF-Europameister und hat aktuell eine Statistik von acht Siegen bei drei Niederlagen vorzuweisen. Lange geplant war der Auftritt von Arifogullari indes nicht: Der eigentlich angedachte Gegner aus Südamerika musste seine Teilnahme wegen Problemen beim Visum zurückziehen. Arifogullari springt nun kurzfristig ein. „Zusammen mit der WBU haben wir uns nach einem neuen Gegner umgeschaut. Weil die Zeit bis zum Kampf nur noch so kurz war, haben einige abgewunken. Oguzhan hat die Herausforderung angenommen“, sagt Veranstalter Frank Wolters über die Gegnersuche.

Die Vorbereitung des aktuellen WBU-Europameisters Wolters hat unter dem Hin und Her aber nicht gelitten. Das Training, das in Vorbereitung auf einen solchen Kampf naturgemäß intensiviert wird, konzentriert sich erst in der letzten Phase individuell auf den Gegner. „Wir haben erst einmal eine allgemeine Vorbereitung gemacht mit variierenden Gegnern, also variablen Auslagen. Jetzt werden wir Pascal auf den Gegner einstellen“, sagt Frank Wolters zur letzten Woche der Vorbereitung. Die Informationen über Arifogullari bekommt das Team um Wolters vor allem über Videoaufzeichnungen. Ein Wettbewerbsvorteil ist das nicht: „Videomaterial hat der Gegner natürlich auch über Pascal“, sagt Frank Wolters, der die Trainingsverantwortung im Vorfeld des Kampfes zu weiten Teilen an Detlef Türnau abgegeben hat.

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Pünktlich zum bisher wohl wichtigsten Kampf der Karriere befindet sich Pascal Wolters in sehr guter Form – gerade mental: „Pascal weiß, worum es geht. Ich würde sagen, er ist aktuell der konzentrierteste Pascal, den ich bisher gesehen habe“, sagt Vater Wolters.

Sein Sohn hat bisher eine eindrucksvolle Bilanz vorzuweisen: In sieben Kämpfen siegte Wolters sieben Mal per Knock-out. So auch beim Kampf gegen Jakob Jakobi im Oktober vergangenen Jahres. Gegen Jakobi benötigte der heute 31-jährige vier Runden, um den Kampf für sich zu entscheiden und sich den WBU-Europameistertitel erstmalig zu sichern. Gegen Onur Selim im Juli und gegen Ice Trajkovski im August verteidigte Wolters seinen Titel – nur jeweils zwei Runden benötigte er gegen die beiden Herausforderer. Somit hat Wolters seinen Titel fast ein Jahr gehalten. Um für den Kampf um die WM berechtigt zu sein, muss Wolters seinen Titel nun allerdings ablegen – damit ist der WBU-Europameistertitel vakant. Schwergefallen ist dem Boxer die Entscheidung aber nicht: „Es ist wichtig, den nächsten Schritt zu machen. Wir hoffen, dass Pascal das jetzt gelingt“, sagt Frank Wolters. Vom Gürtel an sich muss sich Wolters indes nicht trennen – als Erinnerungsstücke darf er die Auszeichnungen behalten.

Der WM-Kampf zwischen Wolters und Arifogullari wird nicht das einzige Highlight an diesem Abend in der Dreifachturnhalle Ratheim sein: Nach aktuellem Plan – vorbehaltlich des Visums - wird das libanesische Thaibox-Nationalteam einige Vorkämpfe als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft absolvieren. Darüber hinaus wird Tasif Khan, WBU-Weltmeister im Fliegengewicht, für einen Kampf über acht Runden in den Ring steigen.

Nach dem hochkarätigen Vorprogramm ist klar: Als Höhepunkt des Abends will Pascal Wolters seine eindrucksvolle Serie fortführen und sich vor heimischer Kulisse erstmals zum Weltmeister krönen. Einen klaren Favoriten sieht Frank Wolters zwar nicht, trotzdem ist er guter Dinge: „In dieser Gewichtsklasse kann ein Schlag den Kampf komplett drehen. Aber wir kennen Pascal und wissen, dass er alles geben wird.“