Borussia und TV Korschenbroich sind unter Zugzwang

Handball: Devise lautet: Feld von hinten aufrollen

Handball-Oberligist Borussia Mönchengladbach hat vergangene Woche den ersten Schritt auf dem Erfolgsweg gemacht, den Nordrheinligist TV Korschenbroich noch sucht. Die Gladbacher Verbandsligisten TV Geistenbeck und TVK II stehen vor schweren Aufgaben.

Eine gute Nachricht gab es für den TV Korschenbroich vor dem Kellerduell der Nordrheinliga: Nicolai Zidorn ist nicht so schwer verletzt wie befürchtet. Trainer Dirk Wolf hatte ursprünglich eine Schultereckgelenksprengung bei seinem Rückraumspieler vermutet, nun ist es nur eine schwere Prellung und Bänderdehnung. Trotzdem wird Zidorn wie Kreisläufer Philip Schneider (Muskelfaserriss) im Spiel des Tabellendritt- beim -vorletzten DJK Adler Königshof ausfallen. Zudem fehlt Simon Förster verhindert.

Für Dirk Wolf, seinen Sohn Mats, Tim Christall und Sascha Wistuba ist es am Samstag (Anwurf: 19.30 Uhr) eine Reise in die Vergangenheit, alle kamen vor dieser Saison aus Königshof. „Wir wissen aber, dass wir links in die Gästekabine gehen müssen und nicht rechts in die Heimkabine“, sagt Dirk Wolf grinsend. Die Königshofer hatten nicht nur das Quartett an den TVK verloren, sondern insgesamt 13 Spieler abgeben müssen. „Die müssen sich auch noch finden, das hat bislang noch nicht so geklappt“, sagt Wolf.

Das gilt in gewisser Weise auch für sein Team, das den eigenen Ansprüchen, unter die ersten Fünf zu kommen, noch nicht gerecht werden konnte. „Das sind immer wieder Kleinigkeiten, die uns die Butter vom Brot klauen“, sagt der TVK-Trainer. „Seien es dumme Zeitstrafen, technische Fehler oder dass wir frei vor dem Tor verwerfen. Das machen andere Mannschaften zwar auch, aber wir zu schlechteren Zeitpunkten. Da müssen wir cleverer werden.“ Die Saisonziele will Wolf nicht überdenken. „Ich sage immer noch: Die Liga ist extrem ausgeglichen. Mit drei Siegen bist du plötzlich wieder da, wo du hinwolltest. Damit müssen wir am besten jetzt anfangen.“

Auch Borussia Mönchengladbach möchte das Feld in der Oberliga weiter von hinten aufrollen. Nach dem 33:26-Erfolg bei der SG Überruhr wollen die Gladbacher am Samstag (19.30 Uhr, Jahnhalle) gegen Mettmann-Sport nachlegen. Mit einem Sieg würden sie ihr Punktekonto ausgleichen und sich endgültig ins Mittelfeld vorschieben.

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Mettmann stellt allerdings eine andere Herausforderung dar als die SG Überruhr. Der Tabellenzweite hat bislang erst ein Spiel verloren, zum Saisonauftakt gegen die HSG Neuss/Düsseldorf II. Seitdem gab es nur Erfolge, unter anderem den bemerkenswerten 33:32-Sieg beim Meisterschaftsfavoriten in Remscheid. Spätestens seit diesen Punktgewinnen gilt Mettmann die volle Aufmerksamkeit, zumal dem Team dieser Sieg ohne ihren Top-Shooter Andre Loschinski gelang. „Das wird eine schwere Aufgabe für uns. Es war letzte Saison schon schwer, da hat uns Loschinski vor große Herausforderungen gestellt. Mettmann ist eine stabile Mannschaft, die auch eine sehr gute Abwehr stellt“, sagt Borussias Trainer Tobias Elis. Gemessen am Tabellenbild gehe seine Borussia als Außenseiter in die Partie. „Wenn wir an die Leistung von letzter Woche anknüpfen, haben wir zu Hause eine Chance“, sagt der Coach. Er kann personell aus dem Vollen schöpfen. Torhüter Sven Plath klagt zwar noch über Hüftbeschwerden, wird aber spielfähig sein.

In der Verbandsliga will der TV Geistenbeck die beeindruckende Heimserie der TS Grefrath beenden. „Sie ist saisonübergreifend seit zwölf Spielen zu Hause ungeschlagen. Wir müssen versuchen, diese Serie zu brechen“, sagt Geistenbecks Trainer Thomas Laßeur. Ein Sieg ist die Voraussetzung für den TVG, den Anschluss an Spitzenreiter Hiesfeld nicht schon früh in der Saison zu verlieren. Aber leicht wird die Aufgabe keineswegs. „Ich bin voll des Lobes über die Entwicklung in Grefrath. Die haben echte gute Jungs“, sagt Laßeur. Seiner Mannschaft dürfen dort in der Offensive wenig Fehler unterlaufen, um nicht ausgekontert zu werden. Außerdem ist eine gute Abwehr nötig. „Wir wollen den Gegner mit unserer guten Defensive in die Knie zwingen“, sagt Laßeur. Auch er kann auf alle Spieler zurückgreifen.

Das sieht bei Tom Strack, dem Trainer des TV Korschenbroich II, anders aus. Bei der DJK Adler Königshof II fehlen ihm vier Akteure. A-Jugendliche sollen dafür eine Chance erhalten. „Wir müssen improvisieren. Aber wenn wir kämpfen, rechnen wir uns etwas aus“, sagt Strack. Es sei nicht unmöglich, dort zu punkten, obwohl Königshofs Trainer Bodo Leckelt den TVK „wie seine Westentasche“ kenne und die Adler über viele erfahrene Spieler verfügten.

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