Borussia Mönchngladbach wird Favoritenrolle nicht gerecht

Handball : Lürrip nimmt Borussia den Pokal ab

Die Turnerschaft Lürrip überrascht im Finale die Borussia und entthront den Titelverteidiger. Damit hat der Verbandsliga-Aufsteiger seiner starken Saison das i-Tüpfelchen aufgesetzt. Borussias Trainer Tobias Elis ist unzufrieden mit der Einstellung seiner Mannschaft.

Das Final Four endete mit einer dicken Überraschung, denn der Pokalsieger hieß am Ende Turnerschaft Lürrip, womit der Aufsteiger in die Verbandsliga auf eine sensationelle Saison dann auch noch das i-Tüpfelchen draufsetzte. Doch der Reihe nach. Das erste Finalspiel zwischen dem Verbandsligisten TV Geistenbeck und dem Oberligisten Borussia Mönchengladbach war für viele Außenstehende eigentlich das vorweggenommene Endspiel. Nach einer sehr intensiven Partie setzten sich die Borussen letztlich mit 28:25 (11:11) durch.

Beide Teams konnten nicht in Bestbesetzung auflaufen, doch die von beiden Seiten sehr emotional geführte Partie war von der ersten Sekunde an sehr spannend. Bis in die Mitte der zweiten Halbzeit hinein schafften es weder die Geistenbecker noch die Borussen, sich einen entscheidenden Vorteil zu erspielen. Erst als sich beim Oberligisten Andreas Kropp am Fuß verletzte und dadurch auch die Deckung umgestellt werden musste, neigte sich die Begegnung mehr und mehr zur Gladbacher Seite, die sich einen größeren Vorsprung erspielten und diesen auch bis zum Abpfiff verwaltete.

In der zweiten Begegnung im Halbfinale setzte sich die Turnerschaft Lürrip erwartungsgemäß gegen den Bezirksligisten Welfia Mönchengladbach durch und gewann am Ende souverän mit 32:16 (13:9). Dabei hatte die TSL vor dem Seitenwechsel allerdings deutlich mehr Mühe als erwartet, wurde der Favoritenrolle dann in der zweiten Halbzeit jedoch gerecht.

Im Finale kam es dann zur großen Überraschung, denn Lürrip entthronte den Titelverteidiger und gewann gegen Borussia mit 30:25 (16:11). Der Oberligist, so zumindest hatte es den Anschein, unterschätzte seinen Gegner und hatte das Spiel schon im Vorfeld gewonnen, denn wer Geistenbeck schlägt wird schon mit Lürrip fertig, dachten die Borussen wohl. Doch weit gefehlt: In den ersten 40 Minuten ließen die Borussen jegliche Intensität vermissen, fanden im Angriff gar nicht zu ihrem Spiel, bekamen das eine oder andere Stürmerfoul abgepfiffen, womit sie überhaupt nicht einverstanden waren. So zog Lürrip davon und hatte den Vorsprung bereits auf zehn Tore erhöht, ehe die Borussen doch noch anfingen, Handball zu spielen. Zwar konnten sie noch auf zwei Tore verkürzen, mehr war allerdings nicht mehr drin. „Lürrip hat absolut verdient gewonnen“, betonte Borussias Trainer Tobias Elis. „Die Mannschaft hat den Gegner eindeutig unterschätzt, und das darf absolut nicht passieren. Ich hoffe, dass das für die Zukunft eine Lehre sein wird“, sagte Elis.

(alpa)
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