Borussia Mönchengladbach bricht nach dem Wechsel offensiv ein

Handball-Oberliga : Nur sieben Treffer nach der Pause

Nach einer desaströsen Angriffsvorstellung in der zweiten Halbzeit verliert Borussia Mönchengladbach das Duell in der Oberliga gegen den TV Oppum verdient mit 20:23. Vor allem in Hälfte zwei läuft nichts mehr zusammen.

„Wir müssen uns einfach mehr auf Lösungsansätze fokussieren“, forderte Trainer Tobias Elis nach der 20:23 (13:10)-Niederlage von Borussia Mönchengladbach gegen den TV Oppum. „Von der Motivation her kann ich der Mannschaft noch nicht einmal einen Vorwurf machen. Wenn die Aktionen dann nicht so gut waren, hat sich der Entsprechende auch jedes Mal geärgert, aber es traten danach leider auch keine Verbesserungen auf. Wir wollen eigentlich noch auf den dritten Tabellenplatz kommen. Aber momentan scheinen unsere Ansprüche einfach zu hoch zu sein.“

Doch wie konnte es dazu kommen? Wir gewohnt agierten die Borussen aus einer sicheren Deckung heraus, ließen nicht viel anbrennen, und auch im Angriff lief es in der ersten Halbzeit noch einigermaßen. „Es war zwar nicht schlecht, aber bis zur Pause hätte ich mir noch das eine oder andere Tor mehr gewünscht“, meinte Elis.

Die Angriffsvorstellung nach dem Seitenwechsel war dann allerdings richtig schlecht. Aus dem Rückraum heraus gingen die Spieler nicht in die nötige Tiefe, um erstens ihren Gegenspieler zu binden und zweitens die Möglichkeit zu haben, einen Mitspieler in Szene zu setzen oder drittens auch selber einen erfolgreichen Abschluss zu versuchen. „Im 1:1-Verhalten im Angriff fehlte jegliche Dynamik, so darf man gegen eine 5:1-Deckung einfach nicht spielen“, betonte der Trainer. „Hinzu kommt noch, dass unsere Abwehr erneut stark war, wir viele Bälle gewinnen konnten, daraus aber überhaupt kein Kapital schlugen. Über diese Leistung habe ich mich auch wirklich sehr geärgert. So darf man nicht spielen, und deshalb haben wir letztlich auch eine verdiente Niederlage einstecken müssen.“

Als Niklas Berner in der 38. Minute dann nach seiner dritten Zeitstrafe auch noch vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde, fehlte den Hausherren auch noch ein Linkshänder auf der rechten Angriffsseite. „Natürlich haben wir viele gute Spieler, und so einen Ausfall müssen wir auch verkraften können, aber das haben wir gegen Oppum überhaupt nicht auf die Kette bekommen“, so Elis. Stattdessen setzte sich die schlechte Vorstellung im Angriff fort. Die Fehler waren teilweise wirklich haarsträubend, denn die Pässe zum Mitspieler wurden teilweise auf deren Füße gespielt. In der 34. Minute führten die Borussen trotz aller Unzulänglichkeiten noch mit 19:16, doch dann konnten die Ausfälle im Angriff auch nicht mehr durch die Deckung kompensiert werden. Das Ergebnis waren zehn Minuten, in der die Hausherren keinen Treffer mehr erzielten, aber sechs Gegentore in Folge kassierten. Diesen Vorsprung verwalteten die Oppumer dann bis zum Schlusspfiff. „Wir haben den Gegner mit unseren Fehlern heute wieder aufgebaut“, ärgerte sich Elis. „Da braucht man sich über die Niederlage auch nicht wundern.“

(alpa)
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