Handball: Borussia lässt zu viele Chancen liegen

Handball : Borussia lässt zu viele Chancen liegen

Der Tabellenzweite verlor gestern Abend das Topspiel der Handball-Oberliga gegen den Dritten SG Langenfeld 28:30.

15 Sekunden blieben ihnen, um nochmals den Ball zu erobern und selbst zu treffen. Damit hätten Borussias Handballer zumindest noch einen Punkt ergattern können. Doch Langenfeld ließ sich nach seiner Auszeit den Ball nicht mehr abjagen. Im Gegenteil: Mit einem weiteren Treffer besiegelte die SG Langenfeld gestern Abend Borussias Heimniederlage im Spitzenspiel der Oberliga. Der Tabellenzweite verlor in der Jahnhalle gegen den Dritten 28:30 (12:15), womit bei fünf Punkten Rückstand die Chancen deutlich gesunken sind, Spitzenreiter Ratingen noch einholen zu können.

"Es tut mir wahnsinnig leid für die Jungs, aber solche Spiele muss man gewinnen. Die Niederlage war sicher nicht nötig", sagte Zoran Cutura. Borussias Trainer haderte vor allem mit den ausgelassenen Chancen seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit. Denn Gladbach fand zunächst gut in die Partie, verteidigte aufmerksam und gestattete Langenfeld erst in der neunten Minute das erste Tor aus dem Spiel heraus.

Doch mit eben jenem 2:3 begann eine Phase, in der Borussia stets einem Rückstand hinterherlaufen musste. "Es kostet unheimlich Kraft, wenn man immer etwas aufholen muss. Wir haben einfach zu viele gute Chancen liegenlassen", sagte Cutura. In der Anfangsphase traf seine Mannschaft fast ausschließlich aus dem Rückraum durch Björn Marquardt oder Sascha Ranftler. An guten Spielzügen auf die Außen oder an den Kreis mangelte es nicht, wohl aber am Abschluss. Und zudem hatte Langenfelds Torwart Tobias Geske einen guten Tag erwischt. Mit dem Halbzeitpfiff zog die SG auf 15:12 davon. Die Aufholjagd in der zweiten Hälfte ließ allerdings zunächst ein wenig auf sich warten, nach 37 Minuten lag Gladbach 14:18 zurück.

Aber gerade in einer Phase, als sich die Borussen benachteiligt fühlten und in doppelter Unterzahl spielten, wendete sich das Blatt. In einer immer hektischeren Partie drehte der Gastgeber auf, nutzte seinerseits nun eine doppelte Überzahl und ging 21:19 in Führung. Doch Langenfeld schlug zurück.

"Die Spiele gegen die SG sind immer eng, damit haben wir gerechnet", sagte Cutura. Die Führung wechselte nun mehrmals, zwei Minuten vor dem Ende stand es 28:28, Cutura nahm eine Auszeit. "Wir haben nochmals genau besprochen, wie wir spielen wollen. Doch dann haben wir den Angriff viel zu schnell abgeschlossen", sagte Borussias Trainer. Ausgerechnet Marquardt, der Gladbach mit insgesamt zwölf Toren maßgeblich im Spiel gehalten hatte, warf über das Tor. Langenfeld traf, dann verzog Tobias Elis — das Spiel war verloren.

"Das war im Aufstiegsrennen wohl die Vorentscheidung. Wir brauchen jetzt nicht mehr groß zu träumen, sondern müssen darum kämpfen, den zweiten Platz zu verteidigen", sagte Cutura. Seine Mannschaft habe sich schon oft zurückgekämpft, fügte er im Hinblick auf das nächste Spiel am Sonntag in Hiesfeld hinzu. "Wir dürfen den Kopf jetzt nicht hängenlassen."

(togr)