Handball : Borussia: Alles vorbei?

Vorentscheidung im Kampf um den Aufstieg: Oberligist Borussia verliert das Spiel in Dülken 26:31 und damit auch den Anschluss an Spitzenreiter Königshof. Trainer Zoran Cutura sah das schlechteste Saisonspiel seiner Mannschaft.

Oberliga Sven Plath traf keine Schuld. Dülkens Torwart löste nur seine Aufgabe und zeigte dem Gegner Borussia gleichzeitig, was er für ein guter Griff ist. Dennoch: Mit seiner guten Leistung für seinen noch aktuellen Verein Dülken brachte er seinen neuen Club Borussia in arge Nöte. Borussia verlor 26:31 bei der SG Dülken — ein herber Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft und die damit verbundene Aufstiegschance in die Oberliga. Bis Ende März hat Borussia nun fünf schwere Spiele, in denen sich die ganze Saison entscheidet (siehe Info). Die Ausgangslage für den Saisonendspurt löst bei den Borussen nicht gerade Hormonschwankungen aus. Spitzenreiter Königshof ist jetzt auf vier Punkte enteilt. "Ab jetzt müssen wir uns auf andere verlassen", sagte Borussias Trainer Zoran Cutura. "Theoretisch geht aber noch alles."

Zu viele Einzelaktionen

Es war sicher nicht alleine Sven Plath, der Borussia die Punkte kostete. Doch seine starke Leistung im Gegensatz zu Borussias aktuellen Torhütern war ein Baustein zu Gladbachs Niederlage. Die Gäste kamen nie in den Spielfluss. Nach dem 7:7 blieb vieles Stückwerk. Borussia kam fast nur durch Einzelaktionen zum Abschluss. Dazu wurden viele Zweikämpfe verloren, und die Chancen auch nicht gerade mit der Sicherheit einer Spitzenmannschaft verwertet. Plath hatte viele Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. So lag Borussia bereits zum Seitenwechsel 11:16 hinten.

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In der zweiten Halbzeit erwischten die Gladbacher den besseren Start und kamen auf 13:16 heran. Doch eine richtige Aufholjagd wurde es nicht. Dülken blieb bis zum Ende immer mit vier bis fünf Toren in Führung. Auch in Überzahl schaffte es Borussia zu selten, die Gastgeber auszuspielen. Dülken hingegen kam häufig durch bis an den Kreis zu Mark Kämmerling (11/8), der selbst traf oder Siebenmeter herausholte. "Wir waren nicht schnell genug auf den Beinen", erkannte Cutura. "Wir waren wie gelähmt. Dabei waren die Jungs vor dem Spiel richtig heiß." Zudem bereitete Linksaußen Max Greven der Abwehr reichlich Probleme.

Erklären konnte sich Borussias Coach den Einbruch beim "Angstgegner" Dülken nicht. "Vielleicht ist es der Druck, vielleicht haben manche auch zu viel gewollt, und das war kontraproduktiv", mutmaßte Cutura. Vielleicht war es aber auch eine Kopfsache, denn Dülken war mehrfach Stolperstein: In den vergangenen vier Jahren hat Borussia nur in einer Spielzeit beide Duelle gewonnen. Dreimal gab es eine Niederlage — nach einer ähnlichen Leistung wie diesmal.

(RP)