Fußball: Bernd Lübeck - mehr als ein Vertreter

Fußball : Bernd Lübeck - mehr als ein Vertreter

Seine aktive Torwart-Laufbahn hatte Bernd Lübeck eigentlich vor einem Jahr schon abgeschrieben. 31 Jahre war er da alt und hatte in Odenkirchen nach einem Kreuzbandriss und langer Pause nur noch in der Reserve gespielt. Das Angebot, beim 1. FC Mönchengladbach als Torwart-Trainer zu arbeiten, hatte er gerne angenommen. Dann hatte ihn aber wieder der Ehrgeiz gepackt, als Odenkirchen nachfragte, ob er es nicht hinter Kevin Afari als Nummer zwei noch einmal probieren wollte.

"Das war reiner Zufall, dass sich dann alles so entwickelt hat. Gerechnet hatte ich nicht damit, so schnell wieder im Tor zu stehen, noch dazu in der Landesliga", sagt Bernd Lübeck. Kevin Afari hatte sich einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen, so dass für ihn früher als gedacht der Ernstfall eintrat.

Aber Trainer Thomas Bahr hatte dabei ein gutes Gefühl: "Er hat schon während der Vorbereitung hervorragend mit Torwart-Trainer Frank Nießen gearbeitet und sich deutlich gesteigert. Er hat eine Spielweise, die nicht unbedingt typisch für einen Torwart ist, aber er hat uns bei seinen Einsätzen enorm geholfen."

Tatsächlich verhinderte er mit glänzenden Paraden gegen Repelen eine Niederlage, außerdem hatte er in Nettetal großen Anteil an Odenkirchens 3:1-Sieg. "Dieser Erfolg war für uns alle wichtig, denn sonst würde es bei unserem weiteren Programm sehr eng werden", sagt Bernd Lübeck. Recht hat er, denn dann hätte Odenkirchen nur vier Punkte auf dem Konto gehabt. Viel zu wenig für die eigentliche Zielsetzung des Klubs, und ein Abstiegsplatz hätte den Druck erhöht. Allerdings stellen sieben Punkte sicherlich keine Beruhigung dar, zumal am Sonntag Spitzenreiter Kleve der Gegner ist.

"Da kommt sicher auf mich und die Mannschaft eine Menge Arbeit zu. Wenn ich meinen Kasten sauber halte, dann haben wir auf jeden Fall schon mal einen Punkt sicher. Und das ist immer mein Ziel", äußert sich Bernd Lübeck vorsichtig optimistisch.

In Nettetal hat die Mannschaft Thomas Bahr überzeugt. "Das war in jeder Hinsicht ein Schritt nach vorne, obwohl wir viele verletzte Spieler hatten. Ich hoffe, dass wir gegen Kleve wieder mehr Alternativen zur Verfügung haben. Kleve steht nach der Niederlage gegen Goch unter Druck. Auf uns setzt keiner, aber wir sind motiviert bei dieser reizvollen Aufgabe", sagt der Trainer.

Odenkirchen kann an diesem Spieltag nicht das Gastrecht beim Rheydter Spielverein in Anspruch nehmen und wird auf dem Aschenplatz an der Beller Mühle spielen. Kein Problem für Bernd Lübeck: "Da trainieren wir im Moment. Asche bin ich von früher gewohnt. Das ist ein Vorteil gegenüber der Kunstrasengeneration."

(RP)
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