Beim Gladbacher HTC: Deutscher Meister 2019 ist TK Grün-Weiss Mannheim

Tennis-Bundesliga : Mannheim verteidigt seinen Titel in Gladbach

Der Deutsche Meister der Tennis-Bundesliga heißt nach einem 3:3 beim GHTC auch in diesem Jahr Grün-Weiss Mannheim. Bereits nach den Einzeln wird auf der Anlage An den Holter Sportstätten gefeiert, die Gäste bitten um Verständnis, dass sie die Doppel nicht mehr spielen wollen.

Adrian Menendez hätte das Saisonfinale am Sonntag noch verlängern können. Der Spitzenspieler des Gladbacher HTC hatte den ersten Satz gegen sein Gegenüber vom Deutschen Meister TK Grün-Weiss Mannheim, Pedro Martinez Portero, klar 6:3 gewonnen, auf dem Nebenplatz führte Aleksandr Nedovyesov gegen Jeremy Jahn. Da der GHTC die ersten beiden Einzel verloren hatte und Mannheim ein 3:3 zur Titelverteidigung reichte, durften die Gladbacher keines der beiden Einzel mehr verlieren.

Nach dem ersten Satz musste Menendez einige Zeit warten, bis sein Gegner wieder auf den Platz kam – nun im frischen Trikot. Der Spanier des GHTC wurde in der Zwischenzeit gefragt, ob er einen Coach auf der Bank brauche. „Wenn ich so weiterspiele, lieber nicht“, sagte Menendez grinsend. Der 33-Jährige spricht perfekt Deutsch, da er seine Jugend auf einer deutschen Schule in Spanien verbrachte. Und der Austausch mit dem Publikum ging weiter: „Der wartet, bis es nebenan vorbei ist und hofft, dass es dann 3:0 für die steht und er nicht weitermachen muss“, sagte Menendez grinsend über Martinez Portero.

GHTC-Spitzenspieler Adrian Menendez verlor im Match-Tie-Break... Foto: Georg Amend

So weit kam es aber nicht. Nedovyesov verlor zwar den zweiten Satz – in der Zwischenzeit ging natürlich auch die Partie auf dem Center Court weiter –, gewann aber den Match-Tie-Break mit 10:7, obwohl er schon 0:5 zurückgelegen hatte. Der Kasache ballte die Faust und schrie seine Freude über den Sieg hinaus – und zertrümmerte seinen Schläger. GHTC-Teamchef Henrik Schmidt meinte dazu über Mikrofon: „An alle Nachwuchsspieler hier: Ihr braucht nach einem Sieg euren Schläger nicht kaputtmachen.“ Nedovyesov gab sich zerknirscht und sagte im Interview mit Schmidt: „Ich bin jetzt seit sieben Jahren im Team, und hierhin zu kommen, fühlt sich immer wie Zuhause an. Danke, dass ihr mich immer noch hier habt.“ Schmidt wiederum hatte dann doch ein wenig Verständnis für Nedovyesovs Ausbruch nach dem Match: „Er hatte zuletzt ein bisschen einen Match-Tie-Break-Horror. Ich freue mich, dass er ihn diesmal noch gedreht hat.“

Auf dem Center Court lag derweil Menendez 2:5 im zweiten Satz hinten, beim 3:6 war klar, dass auch hier der Match-Tie-Break entscheiden musste. Dazu gesellte sich dann auch Trainer Patrice Hopfe auf die Bank des Gladbachers, der seine Form aus dem ersten Durchgang nicht hatte halten können. Zwar gelangen ihm mit seinem druckvollen Grundlinienspiel nach wie vor starke Punkte, zu oft ging er aber am Netz einfache Schläge etwas zu locker an. Im Match-Tie-Break war es zunächst eng bis zum 5:5, doch dann gelang Menendez plötzlich kein Punkt mehr. Um 14.50 Uhr hatte Martinez Portero den Matchball zur Meisterschaft und nutzte diesen direkt. Seine Mannschaft stürmte den Platz und fand sich zur Jubeltraube zusammen, Teamchef Gerald Marzenell wurde hochgehoben und -geworfen, die Rufe „Deutscher Meister, Deutscher Meister, hey, hey“, schallten über die ganze Anlage An den Holter Sportstätten.

... das brachte dem TK Grün-Weiss Mannheim das 3:1 nach den Einzeln, womit klar war, dass der Deutscher Meister 2019 derselbe wie im Vorjahr ist. Foto: Georg Amend

Schmidt gratulierte im Anschluss: „Auch wir wären gerne Deutscher Meister geworden, aber ihr habt den Titel absolut verdient. Jeder hat gesehen, dass wir alles versucht haben, es noch spannender zu gestalten, aber euer Team hat einfach tolles Tennis gespielt.“ Marzenell fragte danach ins Publikum, ob es okay sei, dass man nun auf die Austragung der Doppel verzichte – das 3:3 reichte seinem Team ja. „Wir haben gerade andere Sachen im Kopf als Doppel“, sagte Marzenell. Leichter Applaus des Publikums bedeutete, dass es einverstanden war, auf diese zu verzichten. „Ich möchte mich bedanken, dass Sie diesem Finale einen so würdigen Rahmen gegeben haben. Wir freuen uns jetzt schon, nächstes Jahr wieder nach Mönchengladbach zu kommen“, sagte Marzenell. Das 3:3 war das zweite in Folge für den GHTC, der tags zuvor in Weinheim ebenfalls remis gespielt hatte und letztlich auf Rang fünf einlief.

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