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Baseball: Wie Vereine der Region den Sport bekannter machen wollen​

Randsportart kämpft um Mitglieder und Aufmerksamkeit : Wie Baseballteams der Region den Sport bekannter machen wollen

Die Mönchengladbach Blackcaps und die Wassenberg Squirrels spielen in der Baseball-Bezirksliga, am Wochenende trafen beide Teams im Derby aufeinander. Nach der coronabedingten Pause versuchen die Vereine der Region ihre Randsportart bekannter zu machen.

Im Mutterland USA zählt Baseball zu den vier beliebtesten Sportarten: Anders als American Football, der seit Jahren auch in Deutschland einen Hype erlebt, fristet Baseball hierzulande lediglich ein Schattendasein und zählt zu den absoluten Randsportarten.

Gleich zwei Teams aus der Region treten in der Bezirksliga Gruppe 2 an. Zum einen wären da die Blackcaps aus Mönchengladbach sowie die Wassenberg Squirrels. Zwei Vereine, die nach der Corona-Pause vor den gleichen Herausforderungen stehen – und diese ganz ähnlich meistern wollen, um sich für die Zukunft zu rüsten. Die lange, pandemiebedingte Unterbrechung hat den Blackcaps und Squirrels stark zugesetzt. Nicht nur neue Trainer, auch viele Abgänge auf Spielerseite, verzeichneten die Blackcaps, konnten aber auch immerhin neue Akteure hinzugewinnen. Derzeit sei man darüber hinaus noch mit zwei Spielern in Gesprächen, die den Neulingen in deren Entwicklung weiterhelfen sollen.

Bei den Squirrels aus Wassenberg hielten sich Ab- und Zugänge die Waage. Gleich drei ehemalige Blackcaps-Spieler haben sich den Eichhörnchen angeschlossen und stellen eine Verstärkung für das Team dar. Bei den Blackcaps übernahm Patrick Grabowski das Amt des Übungsleiters von Michael Schmitz, der nur noch als Co-Trainer und Spieler fungieren wird. Vergleichbares ist auch bei den Wassenbergern geschehen, wo Felix Trulley berufsbedingt das Zepter an Manuel Schlicke weiterreichte und überwiegend ebenfalls als Co-Trainer und Spieler zur Verfügung stehen möchte. Dass in den unteren Ligen auch die Trainer auf dem Feld stehen und aktiv mitwirken, ist hier Usus.

 In beiden Teams kommen Frauen im ansonsten männerdominierten Sport zum Einsatz.
In beiden Teams kommen Frauen im ansonsten männerdominierten Sport zum Einsatz. Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)
  • Die Vorsitzenden der teilnehmenden Vereine, der
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  • Sinia Plotz, im Bild hinten rechts,
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  • Annika Zimmermanns (M.) vom ASV Rurtal-Hückelhoven,
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Das Besondere an den unteren Ligen ist die Tatsache, dass auch weibliche Spielerinnen in dem ansonsten von Männern geprägten Sport mitspielen können – sogar sollen. Zwei Spielerinnen kommen bei den Blackcaps regelmäßig zum Einsatz, bei den Squirrels sind es sogar derer fünf. Wassenbergs Vorsitzender Peter Dohmen würde liebend gerne ein reines Damen-Softball-Team ins Leben rufen, wenn sich genügend Spielerinnen finden würden. Auf Gladbacher Seite sei man derzeit mit dem Neuaufbau beschäftigt und habe sich deshalb in diese Richtung noch keine Gedanken gemacht.

Die lange Unterbrechung haben beide Vereine genutzt, um ihre Infrastruktur zu verbessern. Die Blackcaps haben neue Unterstände (Dug-out) errichtet. Die Squirrels haben sogar einen neuen Spielort bekommen, der aber wegen einiger kleiner Mängel noch nicht für den Spielbetrieb freigegeben ist. Trainiert werden darf immerhin schon auf der neuen Anlage, die auch in absehbarer Zukunft eine digitale Anzeigetafel erhalten soll, wie Dohmen erzählt. Feierlich eröffnet werden soll die Anlage am Orsbecker Feld (an der Kreuzung B221/L 117) im Rückspiel am 18. Juni gegen die Blackcaps.

Sportlich sollen sich beide Mannschaften erst einmal finden und den ein oder anderen Erfolg einfahren, wie es den Blackcaps am vergangenen Wochenende im Derby gegen die Squirrels mit 14:13 gelang. Es war ein Spiel auf Augenhöhe mit wechselnden Führungen. Am Ende verbuchten die Vitusstädter nach der Auftaktniederlage gegen die Duisburg Flying Bats (2:9) einen glücklichen Sieg. Für Wassenberg stehen derzeit einem Sieg (12:4 gegen die SG Marl/Bochum) zwei Niederlagen gegenüber. Damit liegen sie als Tabellenvierter einen Platz hinter den Blackcaps.

Um für neue Spieler zu werben, schlagen beide Baseballteams den gleichen Weg ein: Man geht in die Schulen und leitet einige Unterrichtsstunden. Hier werden dann die Grundbegriffe des Baseballs gezeigt, die die Schüler dann selber ausführen sollen, um ein Gefühl für diese Ballsportart zu bekommen. Wenn dann einige zu den regulären Trainingsstunden erscheinen, möglicherweise Spaß am Baseball gefunden haben und sich anmelden, ist schon einiges gewonnen. Auch hier zählt vor allem die Mundpropaganda unter den Schülern, um für weiteren Nachwuchs in dieser Randsportart zu sorgen.