Hockey : Ausgebufft zum Derby-Sieg

In einem hart umkämpften Spiel gewann der RSV 5:2 gegen den GHTC. Die Rheydter übernahmen damit die Tabellenspitze. Gladbach zeigte vor der Rekordkulisse von 1040 Zuschauern, dass es eine talentierte Mannschaft hat.

Schon vor zwei Wochen hatte Belal Enaba die entscheidende Eingebung gehabt. "Ich glaubte, dass das Derby 5:2 ausgeht", sagte der Stürmer des Rheydter Spielverein. Also schnappte sich der Ägypter drei Minuten vor Schluss den Ball und jagte ihn ein letztes Mal ins Tor: Der RSV gewann in einem hart umkämpften Derby gegen den Gladbacher HTC 5:2 (2:1). Durch diesen Sieg hat er zudem die Tabellenführung in der Zweiten Liga übernommen, liegt nun einen Punkt vor Blau-Weiß Köln.

"Unser Sieg ist sicher nicht unverdient, aber er war nicht so klar, wie es das Ergebnis aussagt", sprach RSV-Trainer André Schiefer Klartext. Insbesondere in der ersten Hälfte kam seine Mannschaft nicht in den Spielfluss und nur durch Strafecken zu Torchancen. Der GHTC kontrollierte vor 1040 Zuschauern (neuer Besucherrekord in der Zweiten Bundesliga) die Partie, Rheydt jedoch eröffnete den Torreigen – durch den ehemaligen Gladbacher Belal Enaba (22.). "Es ist schwer gegen meinen alten Club zu treffen. Ich habe acht Jahre dort gespielt und noch viele Freunde. Aber ich freue mich auch für den RSV", sagte Enaba.

RSV nicht griffig genug

Trotz einer 2:1-Halbzeitführung (Christoph Menke für den GHTC und Philipp Steffen hatten nach Strafecken getroffen) war Schiefer nicht zufrieden: "Wir waren nicht griffig genug." Das änderte sich zu Beginn des zweiten Durchgangs. Steffen und der umsichtige Thomas Krauß schraubten schnell die Führung in eine beruhigende Höhe. "Es waren unsere individuellen Fehler und leichte Ecken, die zu diesem Ergebnis geführt haben", sagte Gladbachs Trainer Andrew Meredith. Sein Team gab sich aber nicht auf und kam durch Florian Adrians heran (50.) "In dieser Phase müssen wir das 3:4 machen. Doch die Effizienz bei den Ecken war heute ein entscheidender Unterschied" , so Meredith.

Rheydts starker Keeper Marcin Pobuta war nicht mehr zu bezwingen, bevor Enaba den 5:2-Endstand herstellte. "Man muss die Ausgebufftheit des RSV anerkennen. Aber ich glaube, dass auch wir ein gutes Spiel gemacht haben", sagte GHTC-Kapitän Christoph Menke. Gladbach zeigte, dass es eine sehr talentierte Truppe beisammen hat, die dem RSV das Leben schwer machte. "Aber wir müssen aufpassen und dürfen nicht alles auf unsere Jugend schieben, sondern sollten auch mal in den wichtigen Phasen die Tore machen", so Menke.

Belal Enaba hatte sie gemacht. "Es war nicht einfach, weil Gladbach sehr gut gespielt hat. Aber wir haben ein Ziel: Wir wollen aufsteigen", so der RSV-Stürmer. Die Eingebung, dass sie es schaffen, hatte er aber bislang noch nicht.

(RP)
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