Handball : Aufstieg – und jetzt?

In die Euphorie des TV Korschenbroich fällt die Diskussion, wie sich der Verein jetzt verstärken muss. Und was er sich leisten kann. Lukas Esser wechselt nach Rheinhausen, ein neuer Torwart wurde schon getestet.

Er ist ein junger, hungriger Ergänzungsspieler. Er bekommt immer den lautesten Applaus, die Fans des TV Korschenbroich jubeln Lukas Esser immer am lautesten zu. Das liegt nicht daran, dass er den größten Anteil am herausragenden sportlichen Erfolg hätte. Vielmehr daran, dass er aus der eigenen Jugend kommt. Er ist ein Korschenbroicher.

Das bleibt er aber nur noch bis zum 9. Mai. Nach dem letzten Spiel wechselt er nämlich zum OSC Rheinhausen. "Er soll dort reifen und kann jederzeit zu uns zurück", sagt TVK-Geschäftsführer Peter Irmen. Die Zweite Bundesliga käme für Esser noch zu früh: Darin sind sich Trainer und Geschäftsführung einig.

Kein Harakiri

Sie sind sich auch eigentlich einig darin, dass neue Spieler her müssen. Trainer Khalid Khan wird nicht müde, sie auch öffentlich vehement zu fordern: "Ich will nicht sehenden Auges ins Verderben rennen." Das wiederum dürfte der Geschäftsführung nicht gut gefallen. Die Diskussion darüber, was sich die GmbH erlauben darf, fand zuletzt in der Öffentlichkeit statt. Und Khan scheut auch dort nie vor klaren Aussagen zurück.

Doch Irmen betonte gestern erneut: "Wir machen kein Harakiri. Wir wissen, dass wir neue Spieler brauchen. Aber wir wissen auch, dass wir mehr Sponsoren brauchen. Daran arbeiten wir von morgens bis abends." Mit einem Etat von derzeit 450 000 Euro eine Zweitliga-Saison angehen zu wollen – diesen Fehler will der TVK nicht wiederholen. Vor einem Jahr entschied der dünne Kader des TVK über den Abstieg, weil sich die Korschenbroicher einfach keinen breiten Kader leisten konnten. Nur sitzt das Scheckbuch bei Gönnern im Moment nicht gerade besonders locker. Irmen erteilt so Verpflichtungen, die sich die GmbH nicht erlauben kann, eine klare Absage.

Klar ist, dass ein neuer Torwart kommen muss, nachdem Roland Mainka nicht bleiben wird. Das Anforderungsprofil: Er muss eine absolute Nummer eins sein und in der Zweiten Liga einige Punkte holen können. Ob Andreas Stange in diese Schablone passt, ist noch unklar. Fest steht jedenfalls, dass der Torwart aus Hildesheim (Zweite Liga Nord) ein Probetraining in Korschenbroich absolviert hat. Wie auch viele andere Spieler schon, die nicht verpflichtet werden. Irmen verriet nur, dass interessante Leute dabei waren und mit einem bereits konkretere Verhandlungen begonnen hätten.

Möglich, dass sich der eine oder andere Kandidat heute Abend den TVK im "Heimspiel" in Krefeld gegen den TuS Ferndorf genauer anschaut. In dieser Partie wollen die Korschenbroicher ihre Rekordjagd fortsetzen.

(RP)