1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach
  4. Sport

Amateursport in der Region: Das bewirkt der Stillstand im Ligenbetrieb

Amateursport in Mönchengladbach, Viersen und Erkelenz : Das bewirkt der Stillstand im Ligenbetrieb

Seit zwei Monaten geht wegen Corona nichts mehr im Amateursport. Wann und wie kann es weitergehen? Wir geben einen Überblick über die Situation in einigen Mannschafts- und Rückschlagsportarten.

Die Fußball-Bundesliga nimmt bereits am 2. Januar nach einer Mini-Winterpause ihren Spielbetrieb wieder auf, die Wintersport-Saison mit zahlreichen traditionsreichen Weltcup-Stationen gewinnt nun nochmals richtig an Fahrt, und die Tennisstars bereiten sich eifrig auf die Australien Open vor, dem ersten Grand-Slam-Turnier des neuen Jahres. Der Profisport hat trotz Corona längst wieder zu einem – relativ normalen – Terminkalender zurückgefunden, der Amateurbereich indes ist derzeit durch die Pandemie erneut komplett ausgebremst. Und noch ist nicht absehbar, wann es weitergehen kann.

Seit zwei Monaten herrscht Ruhe auf den Sportplätzen und Turnhallen. Wann und wie kann es weitergehen? Wir geben zum Jahreswechsel einen Überblick, wie weit die für die Region relevanten Spielklassen in den größeren Mannschafts- und Rückschlagsportarten im Verlauf ihrer jeweiligen Saison gekommen sind und wie ihr Restart aussehen könnte.

Fußball Die Regionalligaklubs und damit auch Borussias U23 sowie der FC Wegberg-Beeck dürfen sich glücklich schätzen. Sie durften trotz Lockdowns weiterspielen, da sie dem Profibereich zugeordnet wurden. Im sonstigen Amateurfußball geht dagegen spätestens seit Anfang November nichts mehr. Davon betroffen sind auch die Frauen Borussia Mönchengladbachs, die in der Zweiten Bundesliga aktiv sind – und bislang gerade einmal zwei Saisonspiele absolviert haben.

Ob es – wie es zunächst einmal vom Fußballverband Niederrhein anvisiert war – noch im Januar weitergeht, ist angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen derzeit eher unwahrscheinlich. Indes haben die Verbände vor Saisonbeginn im Sommer vorgesorgt: Zum einen kann die Spielzeit bis zum 30. Juni noch andauern, zum anderen reicht auch eine fertiggespielte Hinrunde für die Wertung der Saison. Das könnte vor allem für die Oberliga mit Union Nettetal und dem 1. FC Mönchengladbach eine Option werden, da dort erst elf von 44 Spieltagen absolviert sind.

Die meisten anderen Spielklassen in den Verbänden Niederrhein und Mittelrhein mit Vertretern aus der Region sind indes deutlich kleiner, so dass auch weniger Spieltage zusammenkommen. Problematisch ist es vor allem noch in der Kreisliga A des Fußballkreises Heinsberg, in der noch 26 Spieltage anstehen.

Henrik Schiffmann, hier im Wurf, und der TV Korschenbroich werden frühestens im Februar wieder in der Regionalliga auflaufen. Foto: Michael Jäger

Handball Das entscheidende Kriterium für eine Fortführung der Ende Oktober unterbrochenen Saison ist die Öffnung der Sporthallen. Das könnte aktuell frühestens am 11. Januar der Fall sein, wenngleich dies derzeit wenig realistisch erscheint. Und dann müsste den Mannschaften auch zunächst eine gewisse Vorbereitungszeit vor dem ersten Meisterschaftsspiel eingeräumt werden. Die Regionalligisten, zu denen auch der TV Korschenbroich gehört, haben bereits vier Wochen Trainingsphase vor dem Restart gefordert.

Die Regionalliga Nordrhein, in der gerade einmal vier von 28 Spieltagen absolviert sind – der TVK spielte bislang drei Partien – hat einmal das erste Februar-Wochenende für den Wiederbeginn ins Auge gefasst. Es solle auf jeden Fall einen sportlichen Abschluss der Spielzeit 2020/21 geben. Zumindest etwas weiter sind Ober-, Verbands- und Landesligen, wenngleich auch dort noch nicht einmal ein Viertel der Saison gespielt ist.

Hockey Die Verlängerung des milden Lockdowns Ende November bedeutete das Aus für die Bundesligasaison in der Halle 2020/21, die Spielzeit muss nun komplett entfallen. Der Hallen-Spielbetrieb für die unteren Spielklassen sowie im Jugendbereich war bereits zuvor abgesagt worden. Somit bereiten sich die Hockeyspieler nun bereits auf eine mögliche Meisterschaftsrückkehr auf dem Feld nach den Osterferien vor. Die Mannschaften, darunter die Herren des Gladbacher HTC in der Zweiten Bundesliga sowie die GHTC-Damen in der Regionalliga, wollen dann im Frühjahr eine Saison beenden, die bereits im September 2019 begonnen hat und coronabedingt um ein ganzes Jahr verlängert wurde.

Philipp Jantzen, hier beim Angriffsschlag, hat mit dem VC Ratheim seit mehr als zwei Monaten kein Spiel bestritten. Foto: Nipko

Volleyball Ähnlich wie bei den Handballern müssen auch die Volleyballer abwarten, welche Regelungen nach dem 10. Januar für Hallensport gelten werden. Am 12. Januar werde das Präsidium des Westdeutschen Volleyballverbandes die aktuelle Situation neu bewerten, teilte der WVV mit. Derweil haben sich die Vereine mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, nach dem Ende des Lockdowns schnellstmöglich den Spielbetrieb fortzuführen. Oberligist VC Ratheim hat bis Ende Oktober 2020 immerhin vier seiner 16 Saisonspiele absolvieren können. Ähnlich sieht es bei den übrigen Klubs der Region aus. Klar dürfte indes schon sein, dass die Spielzeit nicht wie ursprünglich angedacht regulär Ende März beendet sein wird.

Tennis Während der Tennisverband Mittelrhein die im November ausgefallenen Spieltermine in die Monate Januar bis April 2021 verlegt hat – die Dezember-Termine mussten mittlerweile ersatzlos entfallen –, entschied sich der Tennisverband Niederrhein für flexible Regelungen für die aktuelle Winterhallenrunde. Wenn der Spielbetrieb wieder möglich ist, können bislang ausgefallene Spiele von den betroffenen Mannschaften bis März neu terminiert werden. Da eine komplette Meisterschaftsrunde aber nicht mehr gespielt werden kann, ist der Wettbewerb neutralisiert worden. Es gibt demnach keine Auf- oder Absteiger.

Die kommende Freiluft-Medensaison ist derweil noch in weiter Ferne. Was aber mehrheitlich wohl in der vergangenen Spielzeit gut angekommen war, ist die coronabedingte Verlegung einiger Spielwochenenden in die Zeit nach den Sommerferien. Nicht auszuschließen, dass die Saison 2021 so auch wieder gestreckt wird.

Haben bislang fünf Saisonspiele in der Regionalliga absolviert: Matas Skucas (l.) und Daniel Halcour vom ASV Süchteln. Foto: Knappe, Joerg (jkn)

Tischtennis In den Spielklassen der Verbände und Kreise liefern die Tabellen während einer Saison auch ohne Corona mitunter ein schiefes Bild. Übergeordnete Wettbewerbe und eine großzügigere Planung sorgen dafür, dass Mannschaften regelmäßig auch an Spieltagen spielfrei haben und damit zwangsläufig auch Platz für Nachholtermine entstehen. Doch bei mittlerweile gut zwei Monaten Pause stößt auch der Terminkalender der Tischtennisspieler an Grenzen – weswegen die Saison 2020/21 nun nicht mehr mit Hin- und Rückrunde, sondern durch eine einfache Runde abgeschlossen wird.

Regionalligist ASV Süchteln sowie NRW-Ligist TuS Wickrath haben demnach jeweils noch fünf ausstehende Spiele zu absolvieren, bei Oberligist TTC Waldniel sind es nur noch vier Begegnungen.