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Amateurfußball: Sollen Frauen bei den Männern mitspielen dürfen?

Meinungen aus Mönchengladbach und dem Kreis Viersen : Gemischte Teams im Senioren-Fußball?

In den Niederlanden dürfen ab der kommenden Frauen mit Männern zusammenspielen. Auch am Niederrhein ist das ein Gesprächsthema. Wir haben einige Meinungen dazu eingeholt.

Ein historischer Moment für den Amateurfußball, von dem der nationale Verband KNVB im Nachbarland in den Niederlanden vor einigen Wochen sprach, sorgt auch am Niederrhein für regen Gesprächsstoff. Nur wenige Meter von der deutschen Grenze entfernt, dürfen ab der kommenden Saison Frauen in den Amateurligen der Männer mitspielen.

In Deutschland mussten sich die Frauen über viele Jahre ihren Platz im Fußball erst erkämpfen. Im Jahre 1955 war es ihnen dabei untersagt, den Sport aufgrund der Verletzung von „Schicklichkeit und Anstand“ auszuüben. Dieses Verbot wurde erst 1970 aufgehoben. Während sich der Männerfußball seither großer Beliebtheit erfreut, hinkt der Frauenfußball weit hinterher. Ob sich nach der Entscheidung des KNVB etwas ändern wird, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall ist die Reichweite nun eine ganz andere. Die Spielerinnen bekommen die Möglichkeit, sich auf einer größeren Plattform zu präsentieren und somit auch Werbung für den Frauenfußball zu betreiben. Doch kann es solch eine Entscheidung auch von Seiten des DFB geben? Und würde solch ein Schritt vor allem auch sportlich Sinn ergeben? Wir haben uns am Niederrhein umgehört.

  • Wolfgang Jades, Vorsitzender des VFA, hier
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„Ich finde die Idee wirklich ganz gut. Man sieht ja auch in anderen Sportarten, dass das möglich ist. Ich denke aber, dass man die Leistung von Frauen und Männern aus körperlichen Gründen nicht vergleichen kann. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es auf der Hobby- beziehungsweise Mixed-Ebene losgeht. In der Landesliga wird es aber aus körperlichen Gründen zu Defiziten kommen“, sagt Eva Opdenbusch vom FV Mönchgladbach. Die Mittelfeldspielerin spielte in ihrer Jugendzeit selbst in einem Jungenteam mit. „Das ist einfach schon was ganz anderes, weil man da auch die Körperlichkeit mitbekommt. Grundsätzlich finde ich es aber ein sehr gutes Zeichen, weil es auch die Akzeptanz der Frauen im Fußball noch mehr steigern würde“, erklärt Opdenbusch.

Andreas Schwan, Trainer des Oberligisten SC Union Nettetal, sagt: .„Ich glaube, wenn man Frauen im oberen Amateur-Bereich der Herren mitspielen lässt, tut man beiden keinen Gefallen. Es geht ja darum, das Fördern und Fordern im Blick zu haben. Der Frauenfußball steht in technischen Aspekten dem Männerfußball in nichts nach. Wenn man sich dann aber die Dynamik oder die Körperlichkeit anguckt, ist das schon was anderes. Es gibt sicherlich Regionen in Deutschland, die aufgrund der demografischen Situation Bedarf haben, und warum soll man es für die Frauen nicht grundsätzlich öffnen? Am Niederrhein kann ich mir das aktuell aber nicht vorstellen. Im Leistungsfußball sind die Anforderungen einfach zu verschieden, dass man den Frauen damit einen Gefallen tun würde. Ich denke, auf Kreisligaebene sieht das anders aus“, so Schwan.

Heike Klussmann vom Dülkener FC sagt: „Ich stehe der Idee dahinter positiv gegenüber, glaube aber nicht, dass man das im großen Rahmen hinbekommt. Es ist selbst gegen eine C-Jugend schwer, dort mitzuhalten, vor allem kräftemäßig. Wenn, sollte man die Anzahl der Spielerinnen in einer Männermannschaft begrenzen und mit der gleichen Anzahl gegeneinander spielen. Viele Teams werden das aber nicht mitmachen“, so Klussmann. Selbst ist die routinierte Abwehrspielerin in der Frauenmannschaft des DFC aktiv, kickt aber parallel auch im Alte-Herren-Team des Vereins mit. „Das macht schon Spaß, auch auf beiden Seiten“, gibt Klussmann abschließend zu.