Fußball : Ärger im Wechselkarussell

Die Vereinswechsel in der Fußball-Kreisliga A laufen nicht immer reibungslos ab. Besonders zwischen Odenkirchen und Rheydt sowie Hehn und Hardt gab es in diesem Sommer leichte Verstimmungen.

An die Tatsache, dass Vereinswechsel in letzter Zeit oft gleich in ganzen Kohorten über die Bühne gehen, haben sich viele Beobachter inzwischen bereits gewöhnt. So war schon während der noch laufenden Saison der Wechsel von 13 Spielern und Trainer Ralf Flocken von Odenkirchen II zum Rheydter SV II schon als fix vermeldet worden. In der Pause platzte die Massenwanderung dann jedoch. "Odenkirchen hat von uns eine Ablöse von 10 000 Euro für die Spieler gefordert, die wir so zu zahlen nicht bereit waren", sagt der Rheydter Team-Manager Süleyman Baybuga.

Dazu, dass die Spieler im Block einen anderen Verein fanden, kam es letztlich auch nicht. Die Rheydter werden demnach wieder mit nur 15 oder 16 Spielern in die Saison gehen, als Spielertrainer kehrt zudem Abu Özdemir zum RSV zurück. "Die Spieler, die wir jetzt haben, können auf jeden Fall Fußball spielen", sagt Baybuga. Die Odenkirchener haben mit dem neuen Trainer Christian Pöstges derweil geschafft, dass am Ende doch nur sechs Spieler den Klub verlassen haben – und Verstärkungen gab es auch.

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Nicht wirklich harmonisch verlief auch der auch der Wechsel von Peter Daners von der DJK Hehn zum SC Hardt. Die Tatsache, dass Daners acht Spieler mit zu seinem neuen Klub nahm, wurde ihm von seinem alten Verein übelgenommen. "Ich habe Wochen vor Saisonende versprochen, dass ich keine Spieler abwerbe. Und ich habe auch nicht einen Spieler angesprochen. Entweder hatten sich die Spieler schon gegen Hehn entschieden, oder sie sind zu mir gekommen", erklärt Daners.

Insgesamt haben die Hardter den zweiten Umbruch in zwei Jahren hinter sich, denn wieder sind nur drei Spieler aus dem Vorjahr verblieben. Die Hehner, die neben Timo Losch, den es nach Holt zog, außer dem Hehner Block keine weiteren Abgänge zu beklagen haben, stehen mit Trainer-Rückkehrer Frank Rütten dennoch vor einer schweren Saison. "Wir machen uns keine Illusionen und wissen, dass wir gegen den Abstieg spielen werden", sagt Rütten.

Mit den Aufsteigern Polizei SV, Viktoria Rheydt und ASV Süchteln II rücken drei Mannschaften in die Kreisliga A auf, die allgemein nicht als Abstiegskandidaten gehandelt werden. Während die Süchtelner sich im Idealfall zwischen Platz fünf und sieben sehen, hält sich Viktoria-Trainer Dony Karaca mit Zielen auch weiterhin zurück. "Wir sind gut damit gefahren, einfach nur zu spielen und uns keinen Druck machen zu wollen. Dabei soll es bleiben."

Die Favoritenrolle schieben die meisten Klubs von sich, lediglich der 1. FC wird von Konkurrenten stark eingeschätzt, so dass er sich selbst dem nicht ganz entziehen kann. "Wenn die Jungs auf dem Platz eine so gute Einheit bilden, wie sie es außerhalb tun, können wir oben mitspielen", sagt der Senioren-Beauftragte Lothar Rhönisch. Ob es so kommt und wer da noch um die Aufstiegsplätze mitspielt, wird mit Spannung erwartet.

(RP)