6500 jubelten in Hardt

6500 jubelten in Hardt

Auf der Hardter Waldkampfbahn feierten sie einst große Fußballfeste: Der SC Hardt war nach dem Krieg einer der größten Fußballclubs in Gladbach. Jetzt feiert der Verein sein 75-jähriges Bestehen.

Fussball Ein schlichtes Heft in den Vereinsfarben grün und weiß erzählt die Geschichte, die damals keine Kamera aufgenommen hat. Es war 1947, als der Fußball in der Vitusstadt einen denkwürdigen Tag erlebte. Der CfR Hardt empfing daheim den Rheydter SV, und 6.500 Zuschauer ließen sich das prestigeträchtige Derby in der damals höchsten deutschen Spielklasse nicht entgehen. "Die Leute sind in Sonderzügen der Straßenbahn nach Hardt gekommen", erzählt André Eckartz, erster Vorsitzender des SC Hardt. Der CfR — der "Club für Rasensport" war einer der Vorgängervereine des SC — gewann 3:2, stieg aber trotzdem später in die Bezirksliga ab. Denn Hardt war eine reine Amateurmannschaft, trat aber schon gegen bezahlte Fußballer an. In dieser Saison treffen sich die Vereine erneut in der Bezirksliga, von 6500 Zuschauern kann aber keine Rede mehr sein.

Beste Saison seit Jahrzehnten

Dies ist eine der Geschichten, die der Verein zu seinem 75-jährigen Jubiläum erzählt — die bisher wohl erfolgreichste Phase des Vereins. Erinnerungen daran verblassen in uralten schwarz-weißen Bildern, die der Verein in einer Ausstellung zusammengetragen hat. Wenn am Sonntag das neue Jugendgemeinschaftshaus an der Bezirkssportanlage im Rahmen der Festwoche eröffnet wird, dann zeigt der Verein auch seine Historie in einer Ausstellung. Mit dabei ist auch ein Kapitel über die Geburt des SC Hardt: Der heutige Club entstand Anfang der 70er Jahre aus den Vereinen DJK Vorwärts Hardt und CfR Hardt. Der CfR wurde 1931 gegründet, daher das 75-jährige Jubiläum.

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Das neueste Kapitel des Vereins lesen die Mitglieder aber wohl genauso gerne wie die Geschichten der Nachkriegszeit. 2002 noch von großen finanziellen Sorgen geplagt, stellt der Club gerade das riesige Jugendgemeinschaftshaus fertig, holte im Winter 2004 als A-Ligist die Hallen-Stadtmeisterschaft und stieg in selben Saison in die Bezirksliga auf. "Das war eine der erfolgreichsten Spielzeiten der letzten Jahrzehnte", glaubt Eckartz, der zu diesem Zeitpunkt Kassierer im Vorstand war und im vorigen Jahr den Vorsitz von Willi Daners übernommen hat. Die Pläne sind ehrgeizig: "Wir möchten in zwei bis drei Jahren in die Landesliga", versichert Eckartz. Das wäre die nächste Erfolgsgeschichte, diesmal in bunt.

Am Mittwochabend beginnt die Festwoche, wenn Borussias U23 um 18 Uhr zum Freundschaftsspiel antritt. Der Verein hofft wieder auf viele Zuschauer, aber diesmal werden es wohl "nur" um die 350 sein. Eines aber ist gleich geblieben: "Bei uns spielen die Leute nicht wegen hoher Punktprämien", betont Eckartz. "Einmal Hardter, immer Hardter."

(RP)
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