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2G im Amateursport: So geht es in NRW beim Fußball, Handball und Co. weiter

Was gilt? Wer spielt? Was sagen die Verbände? : So geht es im Amateursport mit der 2G-Regel weiter

Seit Mittwoch gilt in NRW die neue Corona-Verordnung. Der Spielbetrieb im Amateursport ist mit einer 2G-Regelung für Spieler und Zuschauer weiterhin möglich. Die Formulierung in der Verordnung löste aber auch Irritationen bei den Verantwortlichen aus. Und noch sind längst nicht alle Entscheidungen gefallen.

Es kommt auf die Lesart an. Und das ist bei einer Rechtsverordnung nicht unbedingt hilfreich. Seit Mittwoch greifen in NRW die neuen Corona-Schutzmaßnahmen, die auch weitreichende Auswirkungen auf den Amateursport haben. Es gelte nun eine 2G-Regel für alle Beteiligten, so präsentierte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann das Papier vor der Presse für den Sport. Und so steht in der Verordnung auch, dass „die gemeinsame Sportausübung auf und in Sportstätten sowie außerhalb von Sportstätten im öffentlichen Raum sowohl im Amateursport als auch im Profisport“ nur noch „von immunisierten Personen in Anspruch genommen, besucht oder als Teilnehmenden ausgeübt werden“ darf.

Weiter heißt es wörtlich allerdings auch, dass für „Teilnehmer an Profiligen, an Ligen und Wettkämpfen eines Verbands, der Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund ist, übergangsweise als Ersatz der Immunisierung ein Testnachweis auf der Grundlage einer PCR-Testung ausreichend ist.“

Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund sind viele Verbände, unter anderem der Deutsche-Fußball-Bund, der Dachverband für den Amateurfußball, aber auch der Deutsche-Hockey- oder Tischtennis-Bund. Ist deren Ligenbetrieb im Amateursport also weiterhin für Nicht-Immunisierte mit PCR-Test erlaubt? Nach Lesart der Textpassage durfte man durchaus irritiert sein. Es liest sich an dieser Stelle wie eine Aufzählung, „Profiligen, an Ligen und Wettkämpfen“, nicht nach einer Spezifizierung auf Profiligen.

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Um es vorwegzunehmen: Die regionalen Verbände aus Fußball, Handball, Tischtennis, Hockey und Volleyball haben für ihre Wettbewerbe die verschärfte 2G-Regel aus der Verordnung abgeleitet. Glücklich über die missverständliche Formulierung sind viele aber nicht.

„Wir interpretieren das so, dass der Umweg über den PCR-Test nur für Profis gilt– und nicht etwa für die Vereinssportler auf Amateurebene“, sagt Thomas Palapies-Ziehn, Pressesprecher beim Fußballverband Niederrhein (FVN) und fügt für den weiteren Spielplan an: „Die Spiele bleiben angesetzt, es gilt 2G für die Akteure auf dem Platz.“ Am Mittwoch berieten sich jeweils der Verbandsfußball- und der Verbandsjugendausschuss des FVN in ihren Gremien, um weitere Detailfragen zu klären, wie beispielsweise die Kontrolle der Nachweise.

Dass der Spielbetrieb der Fußballligen weiterlaufen soll, hatte Wolfgang Jades, Vorsitzender des Verbandsfußballausschusses beim FVN, nach Bekanntwerden der neuen Regeln am Dienstag bereits angekündigt. Er sprach von einer 90- bis 95-prozentigen Impfquote unter den Spielern.

Die beiden Oberliga-Trainer Andreas Schwan (Union Nettetal) und Stephan Houben (1. FC Mönchengladbach) können diesen Eindruck für ihre Teams zumindest bestätigen. „Die Mannschaft ist fast komplett durchgeimpft mit Ausnahme von zwei Spielern. Diese werden sich aber nun auch impfen lassen“, so Houben. Und auch Schwan sagt: „Die 2G-Regel bedeutet für uns, dass wir ab jetzt nur noch die Spieler im Training haben, die geimpft oder genesen sind. Das ist bei uns in der Mannschaft bei 95 Prozent der Fall. Wir bereiten uns daher auch ganz normal auf unser Auswärtsspiel am Sonntag beim TV Jahn Hiesfeld vor.“ 

Der Fußballverband Mittelrhein (FVM) konnte am Mittwoch auf Nachfrage unserer Redaktion hingegen noch keine Aussagen über den Spielbetrieb am Wochenende machen. Am Mittwochabend traf sich zudem der Fußballausschuss des Westdeutschen Fußballverbandes – bestehend aus den drei Verbänden Niederrhein, Mittelrhein und Westfalen – mit Blick auf den Spielbetrieb in der Regionalliga. Dass sich die Passage aus der Verordnung um die PCR-Tests tatsächlich nur auf den Profisport bezieht, das habe die Staatskanzlei NRW den Fußballverbänden auf Nachfrage zudem bestätigt, wie unsere Redaktion am Nachmittag erfuhr.

Beim Tischtennisverband waren die Verantwortlichen ebenfalls über die ungenaue Passage in der Corona-Verordnung gestolpert, dort wurde aber bereits eine Entscheidung fürs Wochenende getroffen: „Wir sehen uns als Westdeutscher Tischtennisverband als kein direktes Mitglied beim DOSB, daher können wir für uns keine Sonderlösung ableiten. Nur unser Dachverband ist Mitglied, für deren Profiligen gilt das dann. Es haben sich aber viele Mitglieder bei uns wegen der Passage gemeldet und hatten Fragen“, sagt Michael Keil, Geschäftsführer des Verbands. Bereits Mittwochmittag informierte er die Vereine, dass nur noch immunisierte Personen zum Tischtennis zugelassen sind.

Das Gleiche gilt für den Handball. Sowohl der Handballverband Niederrhein (HVN), der für die Ligen von der Oberliga abwärts verantwortlich ist, als auch der Verband Nordrhein, der die Regionalliga organisiert, verständigten sich auf die 2G-Regel. „Im Moment gibt es keine Überlegungen, die Saison zu unterbrechen. Am Wochenende wird unter 2G-Regeln gespielt“, sagt HVN-Präsident Ernst Wittgens. Der Verband wolle allerdings genau beobachten, wie der Spielbetrieb an den kommenden beiden Wochenenden ablaufe. „Anschließend werden wir die Sache neu bewerten. Das Problem bei einer aktuellen Einschätzung ist, dass wir halt nicht genau wissen, wie der Impfstatus bei den Mannschaften in unserem Verband ist“, so Wittgens.

Die Hockeyliga, die den Spielbetrieb der 1. und 2. Bundesliga organisiert, wird am Wochenende die Hallensaison unter 2G-Bedingungen beginnen: „Wir werden ordentlich in den Spielbetrieb der 1. und 2. Bundesliga einsteigen. Dabei richten sich die Vereine jeweils nach den vor Ort geltenden Corona-Regeln“, sagt Geschäftsführer Victor vom Kolke. Man wolle auf Sicht fahren und auf die regionalen Besonderheiten bei den Maßnahmen eingehen. „Es kann also sein, dass der Spielbetrieb in Hamburg anders gehandhabt werden muss als beispielsweise in Mönchengladbach.“ Für den Gladbacher HTC, der am Sonntag beim Kahlenberger HTC in die 2. Bundesliga startet und dann am Freitag, 3. Dezember, in der heimischen Halle auf Essen trifft, bedeutet das eine strikte Umsetzung der 2G-Regel. Bei den Heimspielen geht der Verein sogar noch über die Verordnung hinaus. „Es gilt 2G für alle und eine Maskenpflicht für die Zuschauer, auch am Platz“, sagt GHTC-Sprecherin Dorothee John-Steimel, die zunächst befürchtet hatte, dass auf den Verein Geisterspiele zukommen würden. Die Gefahr besteht anhand der Ankündigung der Liga und der aktuellen Corona-Verordnung allerdings nicht.

Auch der VC Ratheim wird seine Spiele unter 2G-Bedingungen in der Volleyball-Oberliga weiterführen können. „Der Verband hat bereits am vergangenen Donnerstag entschieden, dass die 2G-Regel umzusetzen ist. In unserer Mannschaft sind 99 Prozent geimpft, das ist für uns also weniger problematisch“, sagt VC-Libero Markus Becker zur aktuellen Lage.