Judo : 1. JC träumt von der Endrunde

Das Frauen des JC Bottrop machte sich vor dem Kampf gegen die den 1. JC Mönchengladbach in der Jahnhalle unmittelbar vor dem ersten Kampf noch einmal heiß. "Wer sind wir? Bottrop! Was wollen wir? Siegen!" dröhnte es bis auf die Tribüne. Bei den Kämpfen selbst wurde der Jubel dann im Gladbacher Lager lauter. Am Ende siegte die Mannschaft der Gladbacher Trainerin Nicole Hafner 4:2 und hat nun vor dem letzten Kampftag am 22. September beste Chancen, sich wieder für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft zu qualifizieren.

"Ich hatte eigentlich vorher ein wenig auf ein 5:2 spekuliert, bin aber insgesamt sehr stolz auf die Mannschaft", sagte Hafner, die während der Kämpfe am Mattenrand kniete und die Kämpferinnen einstellte. Gleich zu Beginn gewann Melina Wehmeyer in der Klasse bis 70 Kilogramm einen zähen Kampf gegen Katrin Reißberg durch eine kleine Wertung, für Mira Ulrich hatten die Bottroperinnen keine Gegnerin, so dass es schnell 2:0 stand.

In der Folge verloren Katarzyna Pulkosnik und Wiebke Kaiser ihre Kämpfe durch Haltegriffe am Boden, doch es kam bis zum Schluss nie mehr zu einem Unentschieden, weil Claudia Kersten ihren Kampf in der Klasse bis 63 Kilo dazwischen souverän durch Ippon gewann. Die Entscheidung führte dann Schwergewichtlerin Jasmin Kuelbs im vorletzten Duell gegen Carolin Rößner herbei, als sie ihre Gegnerin nach knapp zwei Minuten auf den Rücken warf. Der letzte Kampf zwischen Julia Tillmanns und Guusje Stenhuis endete ohne Wertung mit einem Unentschieden, so dass es beim 4:2 blieb. Auch ohne den "geschenkten" Punkt hätte der JC also gegen den bisherigen Tabellenführer gewonnen.

"Beide Mannschaften waren nicht in Bestbesetzung. Deshalb ist es toll, dass wir gewonnen haben", sagte Hafner. "Und unsere Mannschaft kommt wirklich aus dem Verein, ist komplett zwischen 20 und 25 Jahre alt und noch entwicklungsfähig." In drei Wochen steht dann ebenfalls in der Jahnhalle der letzte Kampftag der Nord-Gruppe an, bei dem mit Bayer Leverkusen und dem Aufsteiger Hermannsburg zwei Teams zu Gast sind.

Ausrichter der Endrunde um die Deutsche Mannschafts-Meisterschaft im Oktober wird dann eines der Teams aus der Nord-Gruppe sein. "Es wäre mein Traum, das einmal auszurichten", sagte der Ehrenvorsitzende Charly Hoeveler, der jedoch auch weiß, dass das mangels Gegebenheiten ein Traum bleiben wird. "Wenn wir das schaffen, ist unser Ziel da ganz klar wieder eine Medaille", sagte Nicole Hafner. Vielleicht gelingt irgendwann sogar der ganz große Wurf.

(kpn)