1. FC Mönchengladbach: Neuer Vorstand ist gewählt

Mitgliederversammlung : 1. FC findet Vorstand und Kompromiss

Die Beiträge werden nicht ganz so drastisch wie angedacht erhöht. Christian Oh ist der neue Vorsitzende. Das sind die Ergebnisse aus der Versammlung, an der am Dienstagabend 177 stimmberechtigte Mitglieder teilnahmen.

Es war voll im Klubhaus des 1. FC am Dienstagabend. 177 stimmberechtigte Mitglieder hatten sich zur Versammlung eingefunden, auf der zum dritten Mal in diesem Jahr ein neuer Vorstand gewählt werden sollte, nachdem das Amtsgericht zweimal die Wahlen für nichtig erklärt hatte und der Vorstand danach zurückgetreten war.

Zum Versammlungsleiter wurde Richard Röhrhoff, der Bruder des in den USA weilenden Vorstandes Uwe Röhrhoff, bestimmt. „Früher hatten wir hier Versammlungen mit 15 Leuten“, erinnerte Richard Röhrhoff und schob nach: „Das ist das erste Mal, dass es hier so voll ist. Wenn so viele Leute kommen, dann lebt der FC.“ Der große Andrang ergab sich allerdings eher aus dem Umstand, dass es auch um eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um bis zu 185 Prozent (für passive Mitglieder von 65 auf 185 Euro pro Jahr) gehen sollte (unsere Redaktion berichtete).

Nach anfänglicher Diskussion ging es erst einmal an die Vorstandwahl, ohne Gegenkandidaten wurden Christian Oh als Erster Vorsitzender bei sieben Enthaltungen, Uwe Röhrhoff als sein Stellvertreter (eine Enthaltung) und Yvonne Feldberg (ohne Enthaltung) gewählt. „Der 1. FC hat jetzt wieder einen Vorstand, und das wird auch rechtssicher sein“, sagte Richard Röhrhoff.

Nun musste die Besatzung die Beitragserhöhung moderieren. Aus den Reihen der Mitglieder gab es Kritik, Vorschläge, was man anders machen könne, den Blick zu anderen Vereinen, bei denen die Beiträge unter dem Niveau der beim FC bestehenden lägen, und natürlich jede Menge Fragen. Oh sagte: „Was nicht jedem klar ist: Wir haben kein Geld.“ Interimskassierer Christoph Grundmann legte einige Posten von Einnahmen- und Ausgabenseite dar: Mit den rund 200.000 Euro Einnahmen habe es der Verein immer nur dank eines großzügigen Einzelspenders, der aber schon vor zwei Jahren angekündigt hatte, sich nun zurückzuziehen, stets geschafft, eine „Schwarze Null“ auszuweisen. „Das werden wir auch dieses Jahr wieder hinkriegen, aber das Problem ist das nächste Jahr“, sagte Grundmann. Kassiererin Feldberg ergänzte: „Wenn wir das Geld nicht zusammenkriegen, sind wir pleite. Dann geht hier morgen das Licht aus. Dann trainiert hier keiner mehr.“ Oh: „Wenn wir das Geld nicht zusammenkriegen, muss ich den Laden dicht machen. Wir sprechen über eine Notsituation, die wir hoffentlich nächstes Jahr nicht mehr haben. Wir werden die Beiträge jedes Jahr auf den Prüfstand stellen.“ Richard Röhrhoff wurde eindringlich: „Es geht hier um die DNA des FC. Entweder ist der FC ein Verein, oder er ist kein Verein.“

Röhrhoff rechnete auch einen Kompromiss aus, der zwar eine Erhöhung der Beiträge vorsieht, aber weniger drastisch als angedacht ausfällt: Für Kinder bis 14 Jahre gilt ab Januar ein Beitrag von 150 (statt 240 wie angedacht und statt 108 wie derzeit) Euro, für Jugendliche bis zum Eintritt ins Seniorenalter von 180, für Senioren 200 und für Passive 150 Euro. Die restliche Unterdeckung des Etats für 2019 übernehme der bereits erwähnte Einzelspender – ein letztes Mal. Mit 17 Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde der Kompromiss angenommen.

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