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Sport im Park in Mönchengladbach: So ist Chrissy's Athletik Camp

Sport im Park in Mönchengladbach : Gemeinsam schwitzen und lachen im Athletik Camp

Über acht Wochen bietet Sport im Park vielerlei Sportangebote aus der Stadt. Bei „Chrissy’s Athletik Camp“ verlangt Trainerin Christiane Houben den Teilnehmern einiges ab. Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz.

Die Luft ist leicht drückend an diesem Abend und eigentlich kommt man auch so ins Schwitzen, aber das Grenzlandstadion ist gut gefüllt und auch die zwölf Teilnehmer von Chrissy’s Athletik Camp wollen dem trotzen, was Christiane Houben aus ihrer „Folterkammer“ befördert. Auf den ersten Blick sehen die Reifen, Matten und kleinen Hütchen, die Houben schwungvoll mit einem Einkaufswagen zu Tage fördert, recht harmlos aus. Aber bevor es losgehen kann, schickt sie ihre Gruppe zehn Minuten laufen, um sich aufzuwärmen. „Das ist wichtig, um Verletzungen zu vermeiden“, erklärt die Trainerin.

Mit Houben hat die Gruppe einen echten Profi an ihrer Seite. Seit ihrem zehnten Lebensjahr ist sie in der Leichtathletik zu Hause. „In meiner Jugend habe ich regelmäßig an Wettkämpfen teilgenommen. 2010 bin ich zu meinem Mann aus dem Ruhrgebiet nach Mönchengladbach gezogen und kam in Kontakt zu Herrn Gathen vom Stadtsportbund. Seit dem leite ich eine Senioren Trainingsgruppe im LAZ-MG“, erzählt sie. „Dann erfuhr ich vom Sport im Park. Wir bieten hier den Leuten ein buntes Angebot über Athletik Training, Ausdauer, Gleichgewicht und Schnelligkeit.“ 2010 war der Zeitpunkt, wo Houben das Wettkampffieber wieder packte. „Ich hatte Verletzungsprobleme und habe deshalb keine Wettkämpfe mehr gemacht. Bin aber Marathon gelaufen und habe Fitness gemacht. 2010 habe ich meine Spikes wieder ausgegraben und bin 2018 hier im Stadion Deutsche Meisterin über 300 Meter Hürden geworden“, erzählt sie strahlend. Sport leistet für Houben mehr als körperliche Fitness „Man lernt sich selber kennen. Man geht an seine Grenzen. Auch der Zusammenhalt in der Gruppe ist wichtig“, erklärt die Diplom Psychologin.

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Die erste Übung scheint einfach: Hüpfen und einen Arm jeweils nach hinten und vorne strecken. Aber leider verweigern Arme und Beine, jeden Falls bei der Autorin dieses Textes, ihre Zusammenarbeit. Auch Eva Paschmanns hat leichte Schwierigkeiten: „Eva es sieht aus, als ob du kraulst“, sagt Houben und lacht. Auch Paschmanns muss lachen. Aber man lacht nicht über-, sondern miteinander. Und in der nächsten Runde klappt es besser. „Ich möchte mich einfach bewegen“, sagt Eva Paschmanns. „Ich mache viel Sport. Ich spiele Handball, gehe ins Fitnessstudio und laufen. Ich bin über Christiane zum Sport im Park gekommen. Ich nutze die Sommerferien“, sagt sie. Denn normalerweise unterrichtet sie Chemie, Mathematik und katholische Religion.

Auch die nächste Übung erfordert Konzentration. Sechs Reifen hat Houben auf die Bahn gelegt. Ein Stück entfernt steht ein grünes Hütchen. Rechts etwas versetzt stehen im Abstand kleine Hürden, weiter entfernt wieder ein grünes Hütchen. „Ihr habt vier Kontakte in den Ringen, dann lauft ihr bis zum Hütchen und zurück. Danach das gleiche mit den Hürden. Vier Kontakte zwischen den Hürden und dann zum Hütchen laufen“, so die Anweisung. Julian Frank legt los und macht Tempo. Er hat ein Ziel vor Augen: „Ich möchte mich auf die Prüfung an der Sporthochschule Köln nächstes Jahr vorbereiten“, sagt er.

Bei der nächsten Übung ist wieder Koordination gefragt. Man springt in die Reifen und zwar mit dem linken Bein zuerst, wenn der Reifen links ist und mit dem rechten zuerst, wenn der Reifen rechts liegt, dann geht es in die Hocke, bevor man bei den Hürden wieder ordentlich Gas geben darf. „Nehmt den Schwung bis zum Ende mit“, ruft Christiane Houben. „Das sind auch Übungen aus dem Sprint, um Schnelligkeit aufzubauen“, erklärt die Trainerin. Zum Abschluss schickt Christiane Houben ihre Gruppe noch auf die Matte. Jetzt ist Kraft und Stabilität gefragt: Es geht in den Unterarmstütz.
Am Ende verabschiedet sich die Gruppe – mit roten Köpfen, aber glücklich.