Mobile Redaktion: Spielplätze naturnah und fantasievoll

Mobile Redaktion: Spielplätze naturnah und fantasievoll

Wer in Mönchengladbach über den perfekten Spielplatz reden will, kommt am Bunten Garten nicht vorbei: Dort ist immer was los. Deshalb ist es ein idealer Standort, wenn man über die Spielplätze der Stadt mit denen ins Gespräch kommen will, die es angeht.

Was ist das also - der perfekte Spielplatz? Unterm RP-Zelt haben sich Politiker und Planer, Vertreter von Initiativen und der Verwaltung, Eltern und Anwohner eingefunden. Jede Gruppe habe andere Ansprüche, sagt Udo Fahls, Landschaftsarchitekt und Spielplatzplaner: Kleinkinder, Grundschulkinder, Jugendliche und nicht zu vergessen die Eltern. Der ideale Spielplatze müsse für alle etwas bieten. Wenn sich auch Eltern oder Senioren dort wohlfühlen, steige die Sozialkontrolle. Vandalismus nehme ab. "Entscheidend ist es, die Fantasie anzuregen", meint Henning Wimmers, Leiter der Abteilung Jugendpflege der Stadt. "Leider ist es auch notwendig, die Ressourcen im Auge zu behalten. Die Stadt gibt jährlich 160.000 Euro für die Spielplätze aus, 250.000 Euro seien aber eigentlich notwendig", sagt er. Deshalb sind engagierte Bürger nötig, die sich um Spielplätze kümmern, Ideen entwickeln, Patenschaften übernehmen.

Auf dem Karussell hat der zweijährige Jona viel Spaß. Foto: Ilgner Detlef

Wie beim Spielplatz im Bunten Garten, wo sich das Netzwerk Bunter Garten einbringt und den fast perfekten Spielplatz geschaffen hat. "Viele Leute melden sich immer wieder mit Ideen bei uns", erklärt Nicole Finger (FDP), die im Netzwerk aktiv ist. Kinder haben sich zum Beispiel Tischtennisplatten gewünscht, das Netzwerk hat vermittelt, die Stadt die Tischtennisplatten aus geschlossenen Grundschulen bereit gestellt. So geht das. In der Diskussionsrunde kommen schon die nächsten Anregungen. "Die Babyschaukel ist immer heiß begehrt", sagt Anwohnerin Gerda Schmitz, "genauso wie das Trampolin. Es müssten zwei da sein." Ein weiterer Wunsch: ein Café und eine Toilette.

Simone Tiedemann, die mit ihrem Sohn Kurt aus Eicken in den Bunten Garten kommt, erklärt, wie sie sich einen schönen Spielplatz vorstellt: Bäume und Schatten müsse es geben, naturnahe Spielmöglichkeiten, bei denen nicht zu viel vorgegeben sei und Klettermöglichkeiten. Und ein Zaun, der die Kinder drinnen und die Hunde draußen halte, sei positiv. Auch eine Tagesmutter nennt Bäume und Sicherheit als wichtige Aspekte für einen guten Spielplatz. Gert Brenner bringt Mottospielplätze ins Gespräch, ein bespielbares Piratenschiff etwa. Die Begeisterung dafür ist bei allen groß, außer bei denen, die die Kosten im Auge behalten müssen. Aufgrund des Budgets sollen ja Spielplätze geschlossen werden, um die verbleibenden attraktiver gestalten zu können. "Unser Budget reicht nicht für ein Piratenschiff", bedauert Jugenddezernentin Dörte Schall. "Spielplätze müssen auch Ausflugsziele sein, Orte für Familien mit Kindern unterschiedlichsten Alters", sagt Petra Heinen-Dauber (CDU).

RP-Redaktionsleiterin Denisa Richters mit Torben Schultz, Petra Heinen-Dauber, Reinhold Giesen und Gert Brenner. Foto: Ilgner Detlef
  • Mönchengladbach : Bürger reden beim perfekten Spielplatz mit

Dass nicht alle Spielplätze erhalten werden können, sehen die meisten ein, aber gegen die geplante Schließung von 80 Spielplätzen regt sich Widerstand. Man brauche weiterhin kleine, quartiersintegrierte Spielplätze, sind sich Monika Berten (SPD), Torben Schultz (Linke) und Gert Brenner (Grüne) einig. Vor allem müssten die erhalten bleiben, die funktionieren. Wie der Spielplatz an der Reinersstraße in Holt. "Der Spielplatz wird frequentiert und ist ein Treffpunkt der Nachbarschaft", erklärt Anwohner Martin Buss, der sich mit der Straßengemeinschaft für den Erhalt stark macht. Dass die Einbindung der Anwohner in Pflege und Erhalt funktioniert, zeigt auch das Beispiel Wanlo. "Wir bringen regelmäßig Geld durch Straßenfeste auf, um den Spielplatz zu erhalten", sagt Reinhold Giesen.

Welche Spielplätze gehören zu den Champions, die besucht, gepflegt und geliebt werden? Nennen Sie uns, welche auf keinen Fall verschwinden dürfen.

Dezernentin Dörte Schall spricht über das Spielplatzkonzept, Monika Berten und RP-Redakteur Andreas Gruhn hören zu. Foto: Ilgner Detlef
(RP)