Löscharbeiten in Gladbach dauern an: Spezialbagger führt zum Brandherd

Löscharbeiten in Gladbach dauern an: Spezialbagger führt zum Brandherd

Die Löscharbeiten in einer Mülllagerhalle der EGN an der Erkelenzer Straße dauern voraussichtlich noch bis in die Nacht. Am Montagnachmittag war das Rolltor der Lagerhalle eingerissen worden. Ein Bagger soll das Brenngut zur Löschung aus der Halle räumen.

Ein Schwelbrand auf dem Gelände der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) an der Erkelenzer Straße in Rheindahlen hat bereits am Sonntagmorgen um 10.54 Uhr einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst, der bis in die Nacht andauern wird. Noch immer sind rund 50 Beamte vor Ort im Einsatz und versuchen, den Brand zu löschen. Brandherd ist ein Sperrmülllager in der Halle.

Bagger hilft bei Löscharbeiten

"Durch die hohe Temperatur und die starke Rauchentwicklung in der Halle kann das Feuer nicht direkt angegriffen werden", erklärt Feuerwehrsprecher Frank Nießen am Montagmorgen. Im Lauf des Nachmittags wurde daher ein Rolltor der Halle, in der vornehmlich Sperrholz und anderer Sperrmüll gelagert wurden, eingerissen. Zuvor war der Innenraum der Halle mit rund 12.000 Litern Löschschaum-Konzentrat geflutet worden, der sich beim Öffnen des Rolltors auf dem Gelände ausbreitete. "Ein Spezialbagger wird jetzt das brennende Material aus der Halle hinausbefördern, dass wiederum durch die Feuerwehr abgelöscht wird", beschreibt Feuerwehrsprecher Frank Nießen den weiteren Ablauf der Löscharbeiten.

Die Löscharbeiten werden voraussichtlich noch die ganze Nacht andauern. Die Freiwillige Feuerwehr wird die Beamten in Rheindahlen am Abend unterstützen und das Gelände, auf der die 4000 Quadratmeter große Halle steht, großzügig ausleuchten. Verletzte habe es durch den Brand keine gegeben und auch für Anwohner bestehe durch den Rauch keine Gefahr, versicherte Wilde schon am Sonntagabend.

Löscharbeiten durch Stichflamme und Qualm erschwert

Die brennenden Materialien, die in der Halle an der Erkelenzer Straße gelagert wurden, stellten die Beamten schon am Sonntag vor Herausforderungen bei den Löscharbeiten. Als die Feuerwehr im oberen Bereich die Fenster der Lagerhalle einschlug, gab es durch die plötzliche Sauerstoffzufuhr eine Stichflamme, die auch einige Ziegel zum Explodieren brachte. Dieses Feuer konnte aber sofort eingedämmt werden.

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Mit einer Wärmebildkamera versuchten die Rettungskräfte, sich einen Überblick in der Halle zu verschaffen. Mitarbeiter der EGN fuhren währenddessen mit einem Radlader zwei Container Müll aus der Halle. Laut Feuerwehr sei nur der vordere Bereich der Halle betroffen. Der Rauch sei nicht auf das benachbarte Papierlager übergegangen. Über ein Loch im Dach der Halle wurde am Sonntag versucht, den Rauch aus der Halle zu ziehen. Außerdem wurde die Halle schon Sonntagabend mit Schaum geflutet, um den Brand so ersticken zu können. Da diese Maßnahmen zur Löschung des Brandherdes nicht ausreichten, musste nun eine Seitenwand der Halle eingerissen und die brennenden Stoffe außerhalb der Halle abgelöscht werden.

Von einem großen finanziellen Schaden ging EGN-Betriebsleiter Detlef Cox am Sonntagbend nicht aus. "Strom und Heizung funktionieren. Wir hoffen derzeit, dass nur der Sperrmülllagerplatz und die Anlieferstelle betroffen sind", sagte Cox.

Feuermelder löste nicht aus

Der Feuermelder in der Halle hatte laut Cox keinen Alarm ausgelöst, da die Temperatur im Innenraum trotz der enormen Rauchbildung nicht die notwendigen 30 Grad Celsius überschritten hatte. Einen separaten Rauchmelder gebe es aber nicht in der Lagerhalle, da Rauch in einem Mülllager keine Seltenheit darstelle, erklärte Cox auf Anfrage der RP.

Der Sperrmüll, der den Rauch verursacht hat, war erst Samstag eingesammelt worden. Die Bezirksregierung war vor Ort, um sich über eventuelle Umweltschäden zu informieren. "Wir hatten vor zwei bis drei Wochen schon mal einen Vorfall mit einer Straßensammlung", berichtete Cox. Die Leute würden vermehrt gefährliches Material falsch entsorgen. "Spraydosen und ungelöschter Kalk bereiten uns große Probleme."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Spezialbagger hilft bei Löscharbeiten in Rheindahlen

(RP/rl/jco)
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