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Mönchengladbach: SPD will nur zwei Schulformen

Mönchengladbach : SPD will nur zwei Schulformen

Keine Hauptschulen mehr, keine Realschulen: Die SPD will die Bildungslandschaft in der Stadt grundlegend ändern. Sie setzt auf ein Zwei-Säulen-Modell mit Gymnasien auf der einen Seite und integrativen Schulen auf der anderen.

Eine oder zwei weitere Hauptschulen schließen. Die Zahl der Grundschulverbünde wächst. Gymnasien dürfen keine Überlasten mehr fahren. Nach dem Schulentwicklungsplan würden diese Maßnahmen reichen, um die Schullandschaft für die kommenden fünf Jahre zu sichern. Die SPD will aber mehr. Sie will eine nachhaltige Änderung der Bildungslandschaft.

Kompetenzen bündeln

"Wir müssen das Thema Hauptschulen jetzt anpacken", sagt Ulrich Elsen, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion und Schulausschuss-Vorsitzender. Und: "Hauptschulen haben ein deutliches Akzeptanzproblem. Auch wenn hier gute Arbeit geleistet wird, bekommen nur die wenigsten Absolventen nach der Schule sofort einen Ausbildungsplatz." Elsens Fraktion will die Kompetenzen der Haupt- und Realschulen bündeln. Die Lösung: Sekundarschulen. Sie und die Gesamtschulen sollen eine Säule bei den weiterführenden Schulen bilden. Die Gymnasien die andere. "Es ist gut und richtig, die Gymnasien zu sichern, indem Zügigkeiten festgelegt werden", sagt Elsen. Und: "Es geht nicht, dass die einen Gymnasien Überlasten fahren und andere gefährdet sind."

Die Gymnasien sollen nach SPD-Meinung bestehen bleiben, die Haupt- und Realschulen aber nicht. "Das Elternwahlverhalten zeigt uns, dass das Angebot Hauptschulen nicht angenommen wird", sagt der schulpolitische Sprecher. Und auch an den Realschulen seien viele Schüler, die sich zuerst an einer Gesamtschule angemeldet haben, dort aber abgewiesen wurden.

Statt Haupt- und Realschulen wünscht sich die SPD integrative Schulen. Für die Stadt hieße das: neue Sekundarschulen und die bestehenden Gesamtschulen. Vor dem Hintergrund der Inklusion müssten auch die Förderschulen mit ins Boot geholt werden, findet Elsen. Er könnte sich zum Beispiel eine Kooperation zwischen der Realschule Wickrath, der Hauptschule Kirschhecke und der Förderschule Hardt im Schulzentrum Wickrath vorstellen.

Ähnliches sei auch in anderen Bereichen der Stadt möglich. Für eine siebte Gesamtschule sehen die Sozialdemokraten keine Notwendigkeit. Elsen: "Wir haben derzeit genug Schulen mit einer Sekundarstufe II." Dass sich die Änderungen nicht in einem Jahr verwirklichen lassen, wissen die Sozialdemokraten. "Wir sind realistisch. Das ist ein langer Weg. Dazu brauchen wir vier bis fünf Jahre", sagt Elsen. Innerhalb der Ampel sei das Vorhaben noch nicht abgestimmt.

Für den schulpolitischen Sprecher der SPD ist aber jetzt der Zeitpunkt gekommen, über Abschaffung der Realschule und Hauptschule zu diskutieren: Der Schulkompromiss im Land biete eine Chance, das Thema "ohne ideologische Beißreflexe" in Angriff zu nehmen, glaubt er.

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(RP/rl)