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Mönchengladbach: Spaziergang durch eine gläserne Bilderwelt

Mönchengladbach : Spaziergang durch eine gläserne Bilderwelt

Peter Bergthaller ist Chemiker, aber auch an Kunst interessiert. In akribischer Fleißarbeit hat er die Kirchen Kölns aufgesucht, die Fenster katalogisiert und ein Buch geschrieben. Auch Mönchengladbacher Glaskünstler wirkten in Köln.

Es ist ein gewichtiges Buch. 1,8 Kilogramm bringt es auf die Waage. "Es enthält auch schließlich 105 Glasfenster", sagt Norbert Neuenhofer. Der Chef des Mönchengladbacher B. Kühlen Verlags muss es wissen. In seinem Haus ist das Buch entstanden. "Glasmalerei in Kölner Kirchen" heißt es, und unter den Künstlern, die in der Domstadt gewirkt haben, sind auch Mönchengladbacher — Ernst Jansen-Winkeln, Hans Lünenborg und Markus Lüpertz. Geschrieben wurde das Buch von Peter Bergthaller. 2009 hat er mit der Erfassung der Werke begonnen. Er hat auch die Fotos gemacht. Und beide — Text und Bilder — sind brillant.

Dabei ist der Mann von Hause aus Chemiker. 1938 in Salzburg geboren, studierte er von 1957 bis 1967 an der Universität Wien. Von 1969 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 forschte er auf dem Gebiet der fotografischen Verfahren bei Agfa-Gevaert in Leverkusen. Peter Bergthaller lebt in Bergisch-Gladbach bei Köln. Seine Interessenschwerpunkte sind Kunst, Literatur und Geowissenschaft.

"Das Buch ist als Einladung zu verstehen, die gläserne Bilderwelt tatsächlich einmal aufzusuchen", schreibt der Autor in der Einleitung seines Buches. "Sie allein haben die Möglichkeit, für sich zu prüfen, wie sich die wiedergefundenen Bilder in der allgemeinen Bilderflut behaupten."

Wie ein Spaziergang durch die ausgewählten Kirchen ist das Buch angelegt. Peter Bergthaller hat sich auf die Fenster nach 1945 in den Außenbezirken Kölns konzentriert. Denn über die historischen Gotteshäuser im Zentrum existiert reichlich Schrifttum, das auch die Glaskunst umfasst. Unfassbar die Unterschiedlichkeit der Formen- und Farbsprache. Abstraktes gibt es, Figürliches, manieristisch Überzogenes und konservativ Zurückhaltendes. Manche Fenster sind in verhaltener Farbigkeit gestaltet, in anderen explodieren die bunten Kontraste. Bergthaller hat sich nicht nur in katholischen, sondern auch in evangelischen und orthodoxen Kirchen umgesehen. Akribisch genau ist seine nach Dekanaten geordnete topographische Übersicht über den gesamten Bestand der Glasfenster in kirchlichen Gebäuden in der Stadt Köln. In einer Werkauswahl stellt er hernach die Glaskünstler vor. Nach der Lektüre des Buches zieht es den Kunstfreund unweigerlich nach Köln. Versprochen!

"Glasmalerei in Kölner Kirchen — Künstler und Werke 1945-2012", 312 Seiten, ISBN 978-87448-367-4, 79 Euro im Buchhandel

(RP/ac)