Mönchengladbach: Sozialer Wohnungsbau als Stadt-Aufgabe

Mönchengladbach: Sozialer Wohnungsbau als Stadt-Aufgabe

In diesem Jahr werden die städtischen Wohnungsbaugesellschaften Kreisbau und GWSG eine Strategie erarbeiten. Der Verbund soll in den Gebieten City Ost, Reme-Gelände und Maria-Hilf-Areal Akzente setzen.

Eine Vorleistung ist bereits erbracht: Die städtische Sozial Holding hat mit ihrer Verwaltung Ende des vergangenen Jahres die Räume an der Königstraße in Rheydt verlassen und ist in die oberste Etage des neuen Seniorenheims nach Hardterbroich umgezogen. In den nächsten Wochen wird das bisherige Domizil der Sozial Holding umgebaut: Es wird künftig Zentrum für die beiden städtischen Wohnungsgesellschaften Kreisbau AG und GWSG. Sie werden weiter als eigenständige Unternehmen operieren, aber deutlich enger verzahnt agieren.

Nachdem CDU und SPD im vergangenen Jahr die Voraussetzungen geschaffen haben, dass der Konzentrationsprozess bei den Wohnungsgesellschaften eingeleitet wird, gilt es jetzt, ihn umzusetzen. Das ist die Aufgabe für dieses Jahr. Und dies ist aus strategischen Gründen wichtig: Wenn die großen neuen Wohngebiete City Ost, Maria Hilf und Reme Gelände vermutlich ab 2019 an den Start gehen, muss die Kooperation GWSG/Kreisbau ebenfalls neu aufgestellt sein und operativ in den Startlöchern sitzen. Denn eine wesentliche Aufgabe wird es sein, über sie mehr sozialen Wohnungsbau in der Stadt möglich zu machen. Denn Fakt ist: In diesem Bereich muss mehr geschehen. Wenn Mönchengladbach weiter wachsen will - das ist die Ausrichtung des Konzepts "MG+ Wachsende Stadt" - braucht es auch einen entsprechenden Anteil an geförderten Mietwohnungsbaus.

Zwar liegt die Stadt beim sozialen Wohnungsbau nach einer Wohnungsmarktprofil der NRW-Bank von 2016 im NRW-Vergleich nicht schlecht. Aufgrund der Basiszahlen von 2015 machte der Anteil des geförderten Mietwohnungsbaubestands an allen Wohnungen in Mönchengladbach 10,1 Prozent aus. Der Anteil der geförderten Wohnungen war über dem Landesdurchschnitt (9,9 %) und entsprach dem von ähnlich großen Städten. Was aber auffällt: Es gab zwischen 2000 und 2011 im Vergleich zum NRW-Durchschnitt deutlich weniger Neubauten in Mönchengladbach. Und drei Viertel aller Wohnungen sind älter als 40 Jahre. Ein Großteil davon ist im Bestand der Kreisbau AG (rund 2000 Wohnungen und 300 städtische Objekte im Bestand) und GWSG (3000, 400).

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In der neuen Kooperation der beiden Wohnungsgesellschaften wird die Kreisbau AG federführend sein, die wiederum von der GWSG Leistungen mietet. Eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Verbund wird es sein, dass die Kooperation beim kommunalen Wohnungsbau selbst starke Akzente setzen soll. Und da bieten sich die neuen großen städtischen Wohnungsareale City Ost, Maria-Hilf-Gelände und Reme-Gelände geradezu an. CDU und SPD wollen, dass die neue Wohnungsbau-Kooperative - ein Name für das Konstrukt wird noch gesucht - sich an größeren Projekten beteiligt. Um dazu eine wirtschaftliche Grundlage zu schaffen, wird derzeit angedacht, städtische Grundstücke direkt bei Kreisbau/GWSG einzulagern. So fällt der Grundstückserwerb als Kostenfaktor weitgehend weg. Ähnliches ist 2016 bei der städtischen Tochter EWMG gemacht worden, als sie ein großes Paket städtischer Grundstücke bekam.

Wichtig ist dabei, dass es eine Wohnungsbau-Strategie gibt. Diese soll der neue Verbund in diesem Jahr erarbeiten, und sie soll sich über die nächsten fünf bis zehn Jahre erstrecken. Dazu ist in diesem Jahr eine genauere Analyse des Wohnungsmarkts notwendig. Die zentrale Frage dabei lautet: Welche Wohnung wird für welche Zielgruppe an welchem Ort benötigt?

(biber)