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Mönchengladbach: Sorge um den Bungtbach

Mönchengladbach : Sorge um den Bungtbach

Ein ruhiges Bächlein fließt plötzlich giftgrün durch die Landschaft, Bäume und Äste liegen am Wegesrand – Spaziergänger und Anwohner in der Bungt fragen sich, was mit der Natur vor ihrer Haustüre passiert.

Ein ruhiges Bächlein fließt plötzlich giftgrün durch die Landschaft, Bäume und Äste liegen am Wegesrand — Spaziergänger und Anwohner in der Bungt fragen sich, was mit der Natur vor ihrer Haustüre passiert.

Bernd Hanssen wurde von einer Spaziergängerin aus dem Haus geklingelt. Die aufgeregte Dame lotste ihn zum benachbarten Bungtbach. Dort angekommen, traute er seinen Augen kaum. Das Bächlein hatte sich in eine giftgrüne Brühe verwandelt. Es war nicht das erste Mal, dass das Gewässer zwischen Hardterbroich und Rheydt, das in den Gladbach fließt, eine ungesunde Färbung angenommen hat. "Ich habe vor einiger Zeit schon einmal eine tote Katze aus dieser Brühe gezogen und in meinem Garten begraben", erinnert sich Hanssen.

Ungenehmigte Zuflüsse?

Hin und wieder spielen Kinder in dem Gewässer oder Hunde trinken aus dem Bach. Eine gefährliche Angelegenheit wenn der Bach so giftgrün ist, dass er schon fast im Dunkeln leuchtet. Doch Bernd Hanssen vermutet, dass der Fluss nach wie vor ungenehmigte Zuflüsse hat. "Ich vermute, dass eine Färberei was in den Bach geschüttet hat", so der besorgte Anwohner.

Eine Auskunft zum Thema Gewässerschutz bekam er weder bei Stadt, NEW noch der Polizei. Die NEW ist für die Renaturierungsmaßnahme rund um den Bungtbach zuständig. Bei der NEW gab es widersprüchliche Angaben zur Färbung des Wassers. Zunächst war von einer kontrollierten Spülung im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen und der Umlegung des Bungtbach-Laufes die Rede.

Doch später erklärt NEW-Sprecherin Christina Achtnich: "Wir haben das Wasser sofort untersuchen lassen — es ist Lebensmittefarbe, die den Bach neongrün gefärbt hat — es gibt keinen Grund zur Beunruhigung." Da die NEW jedoch bisher keine Spülungen am Bungtbach vornahm, ist es unwahrscheinlich, dass der Gladbacher Versorger mit der giftgrünen Färbung im Zusammenhang steht. Doch wo die Substanz in den Bach eingeleitet wurde, das konnte seitens der NEW nicht mit "letzter Sicherheit" gesagt werden. Christina Achtnich dazu: "Wir können weder sagen, wo es herkommt noch ausschließen, dass wir damit etwas zu tun haben."

Bernd Hanssen sieht in der unnatürlichen Färbung des Gewässers einen Umweltskandal. "Ich würde gerne wissen, welches Unternehmen ungeklärt Ihre Industrieabfälle in einen Bach entsorgt und wer garantiert, dass dies immer für Mensch, Tier und Pflanzen ungefährlich ist", so der besorgte Anwohner, der sich auch über die herumliegenden Äste am Wegesrand rund um das Flussbett wundert.

Im Zuge der Renaturierung des Bungtbachs müssen auch Bäume gefällt werden. Der Bungtbach wird in seinem derzeitigen Lauf verlegt, dabei entstehen Feuchtbereiche im neuen Auenbereich. Am Ende der Maßnahme werden neue Bäume und Sträucher am Bachufer angepflanzt.

Christina Achtnich von der NEW kann beruhigen: "Die Äste und Zweige sind aus Umweltschutzgründen absichtlich dort liegen geblieben, da sie als Nisträume für Tiere dienen." Auch die Kröten in dem Gebiet konnten laut NEW gerettet werden, so dass das Biotop in der Bungt im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen erhalten wurde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bungtbach unnatürlich grün gefärbt

(RP/ila/jco)