Mönchengladbach: So wird im Jahr 2030 gearbeitet

Mönchengladbach : So wird im Jahr 2030 gearbeitet

Zukunftsträchtige Technologien und neuartige Arbeitsmodelle: Das sind die Themen eines Unternehmerkongresses des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft im Februar in der Kaiser-Friedrich-Halle.

Autos ohne Lenkrad, die von selbst einparken? Gibt es längst, nur kann die Gesetzgebung bisher mit der technischen Entwicklung nicht Schritt halten. Im Jahr 2025 dürfte das anders sein, dann werden zahlreiche neue Errungenschaft nicht zuletzt auch die Arbeitswelt prägen. Doch auch beim Faktor Mensch wird es dann anders aussehen. Das Durchschnittsalter von heute 46 Jahren wird 2030 bei 55 Jahren liegen, es wird weniger Menschen in Deutschland geben, möglicherweise gilt ein Rentenalter von 69 Jahren und aufwärts. "2025 werden 6,5 Millionen Arbeitskräfte in Deutschland fehlen", sagt Stefan Wagemanns, im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) für die Metropolregion Düsseldorf zuständig.

Speziell für den Mittelstand wird es also immens wichtig sein, sich rechtzeitig so aufzustellen, dass man attraktiv für den — ebenfalls schrumpfenden — Fachkräftenachwuchs bleibt oder wird. "Denn es ist davon auszugehen, dass künftig nicht mehr die Unternehmen unter den Bewerbern auswählen, sondern die Bewerber unter mehreren Unternehmen", sagt Wagemanns. Am Mittwoch, 12. Februar, geht es deswegen beim zweiten Unternehmerkongress Rhein-Ruhr des BVMW in der Kaiser-Friedrich-Halle unter dem Motto "Change your mind" in erster Linie darum, den Mittelstand fit für diese Herausforderungen zu machen — sowie schon heute funktionierende Best-Practice-Modelle aus dem Mittelstand zu zeigen. Grundlagen des Kongressthemas sind der soeben erschienene Kommissionsbericht "Die Zukunft der Arbeitswelt" der Robert-Bosch-Stiftung und das Buch "2025 — So arbeiten wir in der Zukunft".

Zukunftsträchtige Technologien und neuartige Arbeitsmodelle sowie die wechselseitigen Auswirkungen — diese Kombination war es auch, die die städtische Wirtschaftsförderung WFMG dazu bewegte, sich frühzeitig als Unterstützer des Kongresses zu positionieren. "Mit unseren Branchen-Netzwerken und der eigens dafür ins Leben gerufenen MGconnect-Stiftung arbeiten wir insbesondere im Interesse des hiesigen Mittelstandes dem Fachkräftemangel seit Jahren entgegen", sagt Geschäftsführer Dr. Ulrich Schückhaus. Das Kongressprogramm ist noch nicht bis ins letzte Detail ausgefeilt. Fest steht jedoch bereits, dass Personalwissenschaftlerin Jutta Rump von der FH Ludwigshafen die Ausgangslage bis ins Jahr 2030 darstellt und Unternehmer Klaus Kobjoll vom "Mitarbeiter-Aktien-Index" berichtet, der in seinem Unternehmen die Zahl der Krankentage verringert und die Weiterbildungsquote deutlich erhöht hat. Wie gelingt es, Behinderte und Migranten besser in die Arbeitswelt zu integrieren? Wie können neue Teilzeitmodelle dazu führen, "drei Millionen Arbeitskräfte zusätzlich auf den Markt" zu spülen, wie Wagemanns sagt, in erster Linie Frauen? Werden Anstellungsverhältnisse künftig eher projektgebunden sein denn auf Festanstellungen fußen? Auch um solche Fragestellungen soll es gehen. Erwartet werden bis zu 60 Aussteller aus dem Schwerpunktbereich Arbeit und Personal, etwa doppelt so viele wie bei der ersten Austragung des Kongresses 2013. "Und wir rechnen mit bis zu 500 Teilnehmern — diesmal auch Personalleiter und Personalverantwortliche", sagt Wagemanns.

(RP)
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