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Mönchengladbach: So verändert sich die Rheydter Tiefgarage

Mönchengladbach : So verändert sich die Rheydter Tiefgarage

Bei den Kosten zeichnet sich ein leichtes Plus ab. Der Zeitplan ist trotz des langen Winters nicht aus den Fugen geraten. Der Endspurt bei der Sanierung der Tiefgarage hat begonnen. Ab 9. Dezember sollen hier Autos parken können.

Der erste Eindruck verwirrt: Ist die Rheydter Tiefgarage größer geworden? Die einzelnen Parkareale wirken breiter und luftiger, die Decke nicht mehr so erdrückend, als würde sie einem jeden Moment auf den Kopf fallen. Projektleiter Holger Jahnke (53) lächelt: "Nee, nee. Die Stützen mussten alle bleiben, da konnten wir nichts versetzen und nichts vergrößern." Die Ursache ist simpel. Inzwischen sind die beiden Ebenen nicht nur dicht. Es dringt kein Wasser mehr ein, die Dauer-Pfützen gehören der Vergangenheit an. Und die dunkle, graue Decke ist verschwunden: Sie strahlt in einem hellen Weiß. Das alles lässt die Tiefgarage, in der täglich rund 30 Arbeiter fleißig sanieren, schon jetzt freundlicher erscheinen.

Zum Vergleich ein Bild von Januar 2013. Foto: Isabella Raupold

Auch wenn der lange Winter die Fertigstellung verzögert hat, sieht Jahnke keine Probleme, dass bis Ende des Jahres alles fertig ist. Er hat sogar einen konkreten Termin im Auge: 9. Dezember. "Das ist für das Weihnachtsgeschäft von Karstadt wichtig. Denn die beiden Parkebenen haben ja eine direkte Verbindung zum Haus", sagt er. Die Rheydter Geschäftsleute, die seit vielen Wochen mit Staub, Dreck, Lärm und Behinderungen leben müssen, werden es gerne hören.

Die Fotos auf der linken Seite stammen aus dem Januar, die Fotos auf der rechten wurden in dieser Woche aufgenommen. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Sanierung der Tiefgarage zügig voranschreitet. Foto: Isabella Raupold

Und auch für seine Vorgesetzten und Mönchengladbachs Politiker hält Jahnke gute Nachrichten bereit: Bei den Sanierungskosten, die mit 4,48 Millionen Euro angesetzt sind, zeichnet sich ein leichtes Plus ab. Beim Tunnel, der öffentliche Garage mit der Verwaltungsgarage verbindet (1,29 Millionen Euro), werden die Kosten eingehalten. Bei der neuen Parkhaus-Zufahrt an der Limitenstraße, 717 000 Euro teuer, ist mit einer Punktladung zu rechnen.

Für Siegfried Bepple (54) sind diese Zahlenspiele eher zweitrangig. Der Bauleiter der Firma Quadflieg aus Würselen ist für die technische Abwicklung zuständig: Er muss, um es einfach zu beschreiben, dafür sorgen, dass alles das, was per Auftrag bestellt ist, fachgerecht ausgeführt wird. Wer ihn durch die Tiefgarage stapfen sieht, merkt schnell, dass hier ein Spezialist am Werk ist, der jeden Arbeitsschritt genau kennt. "Hier", sagt Bepple und zeigt auf einen Stützpfeiler, der noch vor einigen Wochen per Wasserhochdruck einen Teil seiner äußeren Betonhaut verloren hat, " haben wir alles neu verputzt und außerdem dafür gesorgt, dass nicht wieder Wasser und Tausalz an die empfindliche Beton-Armierung gelangen können." Deshalb sind an den Schrägpfeilern so genannte Schrammbords entstanden, die den sensiblen Ansatz schützen: Wasser kann hier nicht mehr eindringen.

Doch Jahnke und Bepple schwant Schlimmes, wenn sich das fortsetzt, was der Tiefgarage in der Vergangenheit sehr geschadet hat: eine schlechte Pflege. "Sie muss künftig intensiv und regelmäßig gereinigt werden. Vor allem im Winter", sagt Jahnke. Denn über Autos gelangen Regenwasser, Schnee und vor allem Tausalz in die Garage. Wenn diese Mischung nicht ganz konsequent täglich beseitigt wird, kommt es in einigen Jahren wieder zu gravierenden Schäden am Beton. Fachmann Bepple spricht sogar von "verseuchtem Beton", der entfernt und abgefahren werden musste. Der Schutt aus der Tiefgarage füllte am Ende mehr als 400 Container. Projektleiter Jahnke: "Die Restfeuchtigkeit muss unbedingt rausgehalten werden. Wer auch immer die Tiefgarage betreibt, muss darauf sehr achten. Das ist im Wartungsvertrag zu berücksichtigen."

Derzeit wird vor allem im zweiten Parkdeck gearbeitet, wo in wenigen Tagen auch der Mauerdurchbruch erfolgt: Ein Tunnel führt dann in die Stadtverwaltungs-Garage. Treppenaufgänge und Aufzuganlage sind in den nächsten Monaten noch auf dem Arbeitsfahrplan, bevor dann der "Deckel" auf die Ausfahrt Limitenstraße kommt, was wiederum den Marktplatz größer macht. Obwohl bislang weitgehend im Unterirdischen gearbeitet wurde, sind auch auf der Marktfläche Veränderungen sichtbar. Eine rötlich schimmernde Grundierung ist zu erkennen, Schweißbahnen werden derzeit aufgeklebt, die Dehnungsfugen mit entsprechendem Profil sind fertig. Ein Guss-Asphalt beendet diesen Arbeitsschritt: Der Marktplatz ist dann so isoliert, dass von oben kein Wasser mehr in die Garage laufen kann. Ab Juli lässt die Stadt dann rund 500 Betonfertigteile für die neue Marktterrasse mit Kirschbaumallee an der Westkante sowie für das neue Kirchenpodest setzen. Danach wird gepflastert.

Gibt es weder Pannen noch Verzögerungen, sind Tiefgarage und Marktplatz Ende des Jahres fertig. Wie der Platz von den Rheydtern angenommen wird, zeigt sich aber erst dann. Dass die Tiefgarage dann verstärkt genutzt wird, steht für Projektleiter Jahnke außer Frage: "Wir verringern die Stellplätze von früher 360 auf 225. Jeder Stellplatz wird erheblich breiter, und es wird leichter, ein- und auszusteigen. Ich gehe davon aus, dass viele Autofahrer künftig gezielt die sanierte Tiefgarage anfahren werden."

(RP/ac)