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Mönchengladbach: So teuer ist die Pflege

Mönchengladbach : So teuer ist die Pflege

Von monatlich 3000 Euro für einen Heimplatz in der Pflegestufe I fließen durchschnittlich 2070 Euro in die Personalkosten. 1324 Euro kostet dabei die Pflege allein.

Die Diskussion um die Betreuung in Pflegeheimen wird nach den Vorfällen in den Caritas-Altenheimen in Giesenkirchen und Holt immer lauter. Insbesondere nachdem unsere Redaktion vor einigen Tagen eine Aufstellung über die Verteilung der Kosten in Pflegeheimen veröffentlicht hat, aus der hervorging, dass 70 Prozent des Geldes für einen Heimplatz für Personalkosten verwendet wird, gab es viele Leserstimmen im Forum von RP-Online. Sie forderten eine Aufklärung über die Betreuungssituation in Pflegeheimen.

Verteilung der Positionen

Die RP erklärt im Folgenden beispielhaft die Verteilung der Personalkosten auf die einzelnen Positionen in den Häusern der Sozial-Holding Mönchengladbach, die in der Stadt sechs Pflegeheime betreibt und beispielhaft für alle Pflegeheime gelten kann. Zugrunde gelegt werden, wie bereits in der vergangenen Berichtertstattung, durchschnittliche monatliche Kosten von 3000 Euro für einen Heimplatz in der Pflegestufe I. Bei einem Anteil von 69 für die Personalkosten (2070 Euro) ergibt sich ein klares Bild.

"64 Prozent der Kosten, das sind rund 1324 Euro, entfallen auf die Pflege", sagt Mario Cox, Abteilungsleiter Finanzen bei der Sozial-Holding. Der nächstgrößte Faktor ist mit 20 Prozent (414 Euro) die Hauswirtschaft. Es folgt mit sechs Prozent (124,20 Euro) die Hausleitung und die Verwaltung.

Mit jeweils drei Prozent (62,10 Euro) schlagen Hausmeister und Pforte bzw. Betreuung zubuche. Jeweils zwei Prozent (41,40 Euro) sind für Zivildienstleistende und Azubis in der Pflege einkalkuliert. Bei zunehmenden Kosten mit steigender Pflegestufe seien es nur die Kosten für die Pflege, die ansteigen.

Die anderen Faktoren bleiben unverändert. Für Helmut Wallrafen-Dreisow, Geschäftsführer der Sozial-Holding Mönchengladbach, ist ein großes Problem in der Pflege der Personalschlüssel, wie er vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) vor 15 Jahren aufgestellt wurde und regelmäßig von der Heimaufsicht kontrolliert wird. "Und wir halten uns an den Schlüssel, obwohl er mittlerweile überholt ist", so Wallrafen-Dreisow.

So sieht der LVR-Schlüssel vor, dass in der Regel (bei keiner Pflegestufe) ein Pfleger auf 8 Heimbewohner kommt. Bei Pflegestufe 1 kommt ein Pfleger auf vier Bewohner, In Pflegestufe 2 ist das Verhältnis eins zu 2,5 und in Pflegestufe 3 eins zu 1,8.

"Dieser Schlüssel ist nicht mehr zeitgemäß, da in den vergangenen 15 Jahren viele zusätzliche Aufgaben auf die Belegschaft gekommen sind", sagt Helmut Wallrafen-Dreisow. So gebe es im Bereich der Verwaltung mittlerweile 17 Statistiken, die jährlich auszufüllen sind und sehr viel Arbeit verursachten.

Die Kontrollanforderungen der Heimaufsicht und des Medizinischen Dienstes seien intensiviert worden und kosteten mittlerweile sogar Geld. "Von den ganzen neuen Gesetzen möchte ich gar nicht sprechen. Deshalb muss der Personalschlüssel dringend neu berechnet werden", so Helmut Wallrafen-Dreisow.

(RP)