Mönchengladbach: So soll die Stadt endlich sauber werden

Mönchengladbach : So soll die Stadt endlich sauber werden

Neue Maschinen gegen Wildkräuter, eine Eingreiftruppe gegen Müll und Graffiti, ein Servicetelefon, das von 6 bis 22 Uhr besetzt ist - der Rat hat ein Sofortpaket zur Sauberkeit beschlossen. Auch bei den Mülltonnen gibt es Neuerungen.

CDU und SPD machen ernst mit ihrer Ansage, Mönchengladbach bis 2020 zur saubersten Großstadt von Nordrhein-Westfalen zu machen. Mit ihrer Mehrheit haben sie im Rat ein ganzes Bündel an Maßnahmen beschlossen, das schnell Wirkung zeigen soll. "Versprochen - gehalten. Schon 2015 wird die Stadt deutlich sauberer", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Schlegelmilch. Das kann er auch deswegen ankündigen, weil eine der wesentlichen Neuerungen schon in einem Pilotprojekt ausprobiert wurde. Frühjahrsputz im Sommer hat die GEM nämlich auf dem Kapuzinerplatz gemacht. Sprießende Wildkräuter getilgt, Graffiti entfernt, Bänke gesäubert. Die Wirkung ist verblüffend, wie die Vorher-Nachher-Bilder zeigen. Geholfen hat dabei eine neue Maschine, die die GEM testweise eingesetzt hat. "Sie sorgt dafür, dass das Unkraut mit heißem Wasser abgetötet wird. Das hält deutlich länger als die konventionellen Methoden", erklärt GEM-Geschäftsführerin Gabi Teufel. Eine solche Maschine soll nun angeschafft werden.

Neue Methoden (auch zur Reinigung von Pflaster) sind die eine Säule des Konzepts, mehr Personal für bestimmte Bereiche die andere. Das Servicetelefon, an dem Bürger wilde Müllkippen und schmuddelige Ecken melden können, ist künftig montags bis samstags von 6 bis 22 Uhr besetzt. Eine kleine Einheit von GEM-Mitarbeitern pendelt ständig zwischen den Bereichen, von denen man weiß, dass sie besonders schnell verdrecken. Markus Heynckes, umweltpolitischer Sprecher der CDU, benennt das Ziel so: "Die Mönchengladbacher sollen endlich wieder das Gefühl haben, in einer sauberen Stadt zu leben."

Der Kapuzinerplatz und der Weg zur Garage vor der Reinigung durch die GEM. Foto: GEM

Das allerdings wird sie etwas kosten. Wie viel, wird man wohl schon kommende Woche abschätzen können. Die Kämmerei ist gerade dabei, die beschlossenen Maßnahmen zu kalkulieren. Denn die Gebührenkalkulation für 2015 steht ohnehin an und soll am 2. Dezember im Umweltausschuss vorgestellt werden. "Natürlich gibt es all das nicht umsonst. Das haben wir aber auch immer deutlich gemacht", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Felix Heinrichs. Bislang sollten die Gebühren für Abfall und Straßenreinigung in kommenden Jahr rund 75 Euro niedriger sein als 2014. "Es bleibt dabei: Die Gebühren werden sinken. Einen Teil des durch die neuen Müllverträge eingesparten Geldes geben wir aber dafür aus, dass sich die Bürger in ihrer Stadt wieder wohlfühlen können", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Schlegelmilch. Und noch mehr wird sich ändern. Plaketten zunächst an den braunen und blauen Tonnen sorgen dafür, dass jedes einzelne Müllgefäß seinem Besitzer zugeordnet werden kann. Außerdem werden die Abfallannahmestellen Luisental und Heidgesberg so umgebaut, dass sie für die Bürger leichter zu benutzen sind. Schließlich wird es eine Sauberkeitskampagne und regelmäßige Mitmach-Aktionen geben. Auch die umweltpädagogischen Projekte in Kindergärten und Schulen sollen intensiviert werden.

Kritik weniger an der Ausrichtung als an der konkreten Umsetzung gibt es von FDP und Grünen. Die FDP-Fraktionsvorsitzende Nicole Finger sagte in der Ratssitzung: "Gut gemeint, aber nicht gut gemacht" und kritisierte ein "Sammelsurium an Vorschlägen", die noch ausgearbeitet und gewichtet werden müssten, bevor sie beschlussreif seien. Für die Grünen ist eine Ratssitzung das falsche Gremium, um sich mit dem Thema zu befassen.

Der Kapuzinerplatz und der Weg zur Garage nach der Reinigung durch die GEM. Foto: GEM

Das sollten vor allen anderen die Experten im Umweltausschuss tun. Für CDU und SPD drängte die Zeit jedoch. Denn nur durch den Beschluss in der Ratssitzung klappt es noch, die neuen Maßnahmen 2015 über die Gebühren zu finanzieren und damit schon im kommenden Jahr beginnen zu können. Markus Heynckes: "Es muss was passieren. Und zwar nicht erst 2016, sondern sofort."

(RP)
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