Serie "Gladbacher Lesebuch" (14): So lebte es sich früher in der Rheydter Innenstadt

Serie "Gladbacher Lesebuch" (14): So lebte es sich früher in der Rheydter Innenstadt

Drei Autoren erzählen von ihrer Kindheit in Hardt, Rheydt und im Schmölderpark. Sie erlebten die 1950er und 1960er Jahre unbeschwert. Lesen Sie hier die Geschichte aus Rheydt.

Wir wohnten an der Freiheitstraße in Rheydt. An der Straße um die Ecke gab es einen Milchladen. Dort holten wir immer frische Milch, die in eine Kanne gezapft wurde. Auch Lebensmittel konnte man bei Schult einkaufen. Herr Schult belieferte auch die Schulen mit Milch und Kakao. Diese wurden in Flaschen mit Silberverschluss geliefert. Wir Kinder kauften dort gerne Gummibärchen für je einen Pfennig, die in eine Papiertüte gefüllt wurden. Eine Straße weiter, an der Nordstraße, befand und befindet sich immer noch die katholische Grundschule. Da mein Bruder und ich Evangelische waren, verweigerte man uns den Schulbesuch dort. Deshalb mussten wir bis zur Evangelischen Grundschule Wilhelm-Strauß-Straße gehen.

Trotz der Verweigerung hatte die katholische Schule kein Problem damit, bei uns an der Freiheitsstraße zu klingeln, um Geld für den St. Martinszug einzusammeln. Auf Nachfrage meiner Mutter allerdings mit dem Hinweis, dass wir als evangelische Kinder keine Martinstüten bekämen und auch nicht mit dem Martinszug mitgehen dürften.

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Wir Kinder spielten immer auf der Straße, fuhren Rollschuh oder mit dem Roller. Unten an der Bruckner-allee gab es den Metzger Dimke und die Bäckerei Reiferscheidt. Oben an der Friedrich-Ebert-Straße einen Schuster, eine Heizmangel, ein Blumengeschäft und eine Werkstatt, in die wir auch unsere Roller problemlos zur Reparatur bringen konnten. Auch einen Konsum gab es an der Ecke Blumenstraße.

(RP)