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Mönchengladbach: So lassen sich Familie und Beruf vereinbaren

Mönchengladbach : So lassen sich Familie und Beruf vereinbaren

"Aha-Erlebnisse" wünschte Oberbürgermeister Norbert Bude gestern Nachmittag den Teilnehmern der Konferenz "Familienfreundlichkeit stärkt Unternehmen" im Haus Erholung. Experten aus Familienministerium und Forschung und Unternehmer waren zusammengekommen, um das Thema zu diskutieren, gute Beispiele vorzustellen und ein Umdenken anzustoßen.

"Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass die Hausarbeit durch moderne Technik weniger geworden wäre", machte Dr. Hildegard Kaluza gleich am Anfang ihres Vortrags deutlich.

Prof. Irene Gerlach vom Forschungszentrum Familienfreundliche Personalpolitik (FFP) in Münster ging auf die volks- und betriebswirtschaftliche Perspektive der Familienfreundlichkeit ein. "Der Einsatz für mehr Familienfreundlichkeit vermeidet die Vergeudung von Ressourcen und bekämpft den Fachkräftemangel", betonte sie. "Wir haben hier eine Win-Win-Situation wie sonst nirgendwo", erläuterte sie die Vorzüge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

"Aha-Erlebnisse" gab es vor allem in der anschließenden Diskussionsrunde, als Dorothea Caspari von der Neusser Firma IKS Schön die Bühne betrat. Die Geschäftsführerin berichtete zum Beispiel von einer Patenschaft zwischen ehemaligen Mitarbeitern im Ruhestand und jetzigen Mitarbeitern. Die Rentner nehmen den Berufstätigen einige Familienaufgaben ab, fahren etwa die Kinder zu Musikschule und Sportverein. "So können die, die auch im Ruhestand noch etwas tun wollen, in der Firma verbleiben und die Jüngeren entlasten", erklärte Caspari ihren Ansatz.

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Die Städtischen Kliniken, die durch ihren Personalentwickler Mathias Evertz vertreten wurden, bieten Eltern in Elternzeit ein sogenanntes "Kontakthalteprogramm", das ihnen den Wiedereinstieg später erleichtern soll. In unregelmäßigen Abständen erhalten sie E-Mails, die über Betriebsfeiern, Neuerungen und Personalia informieren.

Thorsten Heising, Geschäftsführer bei SMS Meer, berichtete von der Erfahrung seiner Firma mit dem Aufbau eines Betriebskindergartens. "Ich war überrascht, wie wenig Aufwand das bedeutete", sagte er. Auch die Kosten waren geringer als erwartet, da es große Förderungen von der Stadt gibt. Sein Fazit: "Eine Kita ist nicht nur für große Unternehmen geeignet."

Norbert Bude hatte auch sein Aha-Erlebnis: "Wir müssen die Firmen stärker vernetzen, damit sie ihre guten Beispiele weiter austauschen."

(RP/rl)