Mönchengladbach: So kann das neue Rathaus aussehen

Mönchengladbach : So kann das neue Rathaus aussehen

Die Baumassenstudie ist eine Art Muster. Aber eines mit Wert: Denn die Abbildung mit den drei Gebäudekomplexen gibt einen Eindruck, wie das Verwaltungsgebäude am Rheydter Marktplatz aussehen und Alt und Neu verbinden könnte.

Die vielleicht interessanteste Abbildung vom neuen Verwaltungsgebäude in Rheydt stammt aus dem architektonischen Giftschrank: Die Baumassenstudie zeigt eine Ansicht, wie das neue Rathaus aussehen könnte. "Aber das soll nur eine Art Blickfang sein. Das wird vermutlich am Ende noch ganz anders sein", sagt Planungsdezernent Gregor Bonin. Dies aus gutem Grund: Die Zeichnung zeigt zwar die einzelnen Baukörper und vermittelt so einen Eindruck, wie der Gesamtkomplex wirken könnte. Aber da die Stadt einen Wettbewerb für Architekten plant, soll deren Kreativität nicht von vornherein in nur eine Richtung gelenkt werden.

Und trotzdem: Wer das Zusammenspiel von Alt und Neu sieht, kann ermessen, welchen Charakter der Verwaltungstrakt bekommt. Angefangen von der historischen Kommandantur an der Limitenstraße mit einem ersten Neubau vor dem alten Rathaus, dann das überarbeitete Karstadt-Gebäude und am anderen Ende der Neubau auf dem Gelände der jetzigen Stadtsparkassen-Filiale, in das diese in einer verkleinerten Form einzieht.

Foto: Stadt MG

Fakt ist: Verwaltungsspitze und die politische Mehrheit wollen das Projekt umsetzen - und zwar zügig. Der Fahrplan sieht zunächst eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung vor. Dann sollen die räumlichen Überlegungen konkretisiert werden, damit sie Grundlage für ein Wettbewerbsverfahren werden. Dieses Jahr ist für eine vertiefende Planung vorgesehen, außerdem wird der Architektenwettbewerb vorbereitet. 2018 sollen dann die Entwürfe vorliegen und der beste ausgesucht werden. Das Jahr 2019 ist dann für Planung und Ausschreibung reserviert. "Wenn alles gut geht, könnte Ende 2019 schon der Baustart sein", sagt Bonin. Wahrscheinlicher ist aber, dass der erste Spatenstich 2020 erfolgt. Die Verwaltung will externe Spezialisten dazu holen, die das Projekt vorantreiben. Bonin: "Wir denken da an drei bis vier Leute."

Von 26 Verwaltungsstandorten werden am Ende nur vier übrigbleiben: das Rathaus Abtei, der Bürgerservice im Vitus-Center, das Verwaltungsgebäude an der Wilhelm-Strauß-Straße und der Neubau. Wobei die Abtei politisches Rathaus werden soll: Hier tagt der Rat, haben die Fraktionen ihre Sitzungs- und Besprechungsräume, und hier hat der Oberbürgermeister seinen Dienstsitz. Es gibt auch schon erste vage Vorstellungen, wie der Sitzungssaal aussehen könnte. Die Planungsmannschaft um Bonin hat sich damit beschäftigt, wie ein neuer Ratsaal in die denkmalgeschützte Abtei integriert werden kann. "Man kann die Politiker im Rathaus-Innenhof unter einem Glasdach tagen lassen. Oder den Bereich nutzen, wo jetzt an der Längsseite die Garagen sind und diesen Bereich ebenfalls mit Glas öffnen", sagt Bonin.

Das obere Foto zeigt eine Luftaufnahme des Rheydter Rathauses mit Karstadt und Stadtsparkasse. Unten der Entwurf: Grün steht für Rathaus. Gelb ist der historische Teil. Blau ist das Karstadt-Gebäude. Rot ist der Neubau auf Sparkassen-Gelände. Foto: Stadt MG

Die Gebäude an der Stresemannstraße bleiben vom Rathaus-Neubau unberührt. Es gab mal Überlegungen, sie zu erwerben und einzubeziehen. Doch davon ist man wieder abgerückt - in der Hoffnungen, dass sich die Besitzer angestachelt fühlen und ihrerseits die Qualität der Gebäude verbessern. Am Dienstag, 31. Januar, 15 Uhr, spricht der Bau- und Planungsausschuss im Ratsaal des Rathauses Abtei über die Pläne und gibt ein erstes Signal.

(RP)