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Mönchengladbach: So edel werden die Gladbacher Arcaden

Mönchengladbach : So edel werden die Gladbacher Arcaden

Grüne Wände, die wie ein Urwald aussehen und sich über mehrere Stockwerke ziehen, Glitzer bis zur Decke, kostenloses WLAN und Handyladestationen – Investor Mfi verriet auf der Messe Expo Real mehr Details zu den Arcaden.

Grüne Wände, die wie ein Urwald aussehen und sich über mehrere Stockwerke ziehen, Glitzer bis zur Decke, kostenloses WLAN und Handyladestationen — Investor Mfi verriet auf der Messe Expo Real mehr Details zu den Arcaden.

 Die grüne Wand, die zur Veranschaulichung auf der Messe in München aufgestellt wurde, ist aus 3000 einzelnen Pflanzen zusammengesetzt.
Die grüne Wand, die zur Veranschaulichung auf der Messe in München aufgestellt wurde, ist aus 3000 einzelnen Pflanzen zusammengesetzt. Foto: Mfi

Das neue Modell der Gladbacher Arcaden ist seit gestern der Star am Stand von Mfi auf der Expo Real, der weltweit größten Messe für Gewerbeimmobilien. Und das nicht nur, weil es den Spieltrieb bedient: Die einzelnen Gebäudeteile lassen sich nämlich im Modell per Knopfdruck versenken oder wieder hochfahren, so dass man auch Einzelheiten von allen Seiten begutachten kann. Die begrünten Wände bestehen aus echten Pflanzen. Die Wand, die zur Veranschaulichung auf der Messe in München aufgestellt wurde, ist aus 3000 einzelnen Pflanzen zusammengesetzt. Für die Arcaden wird ein Vielfaches davon nötig sein. Noch keinen vorzeigbaren Prototypen gibt es von der Wand, die ebenfalls in Mönchengladbach als Innenfassade verwendet werden soll. Sie besteht aus Holz, gibt aber auf Druck nach, so dass man für einige Sekunden seinen eigenen Körperabdruck in der Wand verewigt — bevor diese dann wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückfedert. Dieses Prinzip lässt Mfi eigens für die Mönchengladbach Arcaden entwerfen. Es soll anschließend auch in anderen Centern, zum Beispiel in Frankreich, eingesetzt werden.

  • Chronik : Bauarbeiten der Mönchengladbach Arcaden
  • Überblick : Zehn Fakten zur Arcaden-Baustelle in Mönchengladbach
  • Fotos : Grundsteinlegung für die Mönchengladbach-Arcaden

Als "Home of 5 Senses", also als Heimat für alle fünf Sinne, bewirbt Mfi in einer aufwändigen, neuen Broschüre die Mönchengladbach Arcaden als Vorzeigeprojekt für ein modernes Einkaufszentrum mit hohem Anspruch. Den wird sich Mfi sogar zertifizieren lassen: "Die Mönchengladbach Arcaden werden im Ranking von Unibail-Rodamco vier Sterne haben — das ist die höchste Klassifizierung", sagte gestern Geschäftsführer Ulrich Wölfer der RP. Und das bedeutet: Die Arcaden werden deutlich mehr Service bieten als ein durchschnittliches Einkaufszentrum.

Wer vier Sterne haben will, braucht mehr und größere Toiletten, mehr Wickelplätze, breitere Rolltreppen, breitere Parkplätze und ausgebildetes Service-Personal. Das alles macht den Bau teurer als ursprünglich geplant — ist aber von der französischen Unibail-Rodamco, zu der Mfi inzwischen gehört, ausdrücklich so gewollt. In Recklinghausen, wo Mfi ebenfalls ein Vier-Sterne-Center baut, wurden kurzerhand größere Umbauten nötig. Darum öffnet das Center im Ruhrgebiet nun erst im Herbst 2014 und nicht wie ursprünglich geplant im Frühjahr.

Vieles im Modell — und auch am Messestand, der einige der Originalmaterialien zeigt — wirkt edel. Warme Farben und bequeme Sessel sollen an eine Lounge erinnern. Und auch das Gastronomieangebot soll höherwertiger sein als in herkömmlichen Centern. Es wird auch Restaurants für gehobenere Ansprüche und prallere Geldbeutel geben. Nach wie vor verhandelt Mfi mit einer Vielzahl von Interessenten für die 110 Shops. Darunter sollen auch Anbieter sein, die man in Städten dieser Größe nicht erwartet.

Wer regelmäßig in den Arcaden einkauft, bekommt eine Goldclub Card, die freies Parken und freie Getränke oder Dienstleistungen wie eine kostenlose Nutzung eines Massagestuhls beschert.

Als besondere Aktionen kündigt der Essener Investor Mfi unter anderem Modewochen, Shoppen bis Mitternacht und ein Turnier an einem Riesenkicker an.

Die Mönchengladbach Arcaden sorgen in Fachkreisen nicht zuletzt wegen ihrer Lage und ihrer topographischen Besonderheit für Aufsehen. Ein Einkaufszentrum dieser Größe mitten in der Stadt ist selten, weil Flächen dieser Größe meistens in den 1a-Lagen nicht zu bekommen sind. Zudem gibt es wegen der Steigung der Hindenburgstraße praktisch drei Ebenen, die allesamt wie ein Erdgeschoss wirken, weil man sie von einem Eingang aus betreten kann, ohne mit der Rolltreppe hoch- oder runterfahren zu müssen. In Kombination mit der Wertigkeit ist darum auf der Expo Real immer wieder zu hören und auch in Fachzeitschriften zu lesen, dass da ein ganz besonderes Einkaufszentrum entsteht.

(RP)