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Mönchengladbach: SMS verlagert Zentrale nach Gladbach

Mönchengladbach : SMS verlagert Zentrale nach Gladbach

Für den Wirtschaftsstandort ist es ein Sechser im Lotto: Alleine in Düsseldorf sind 1400 Mitarbeiter vom Umzug betroffen. Vier Standorte in der Landeshauptstadt sowie die in Duisburg, Hilden, Aachen und Langenfeld ziehen bis 2017 an den Ohlerkirchweg.

Als Gladbachs größter industrieller Arbeitgeber SMS Meer vor anderthalb Jahren den brachliegenden Schlafhorst-Businesspark von Oerlikon kaufte und damit seine Fläche verdoppelte, fragte manch einer hinter vorgehaltener Hand nach dem Sinn und Zweck. Jetzt erweist sich die Transaktion im niedrigen zweistelligen Millionenbereich als ein Produkt weiser Voraussicht.

Denn dass der zum Sparen gezwungene Mutterkonzern SMS seine Bereiche SMS Siemag AG, SMS Meer GmbH und SMS GmbH nun ausgerechnet in Mönchengladbach unter einem Dach bündelt, ist in erster Linie den Expansionsmöglichkeiten am Ohlerkirchweg geschuldet. Man stehe für ein "zügiges Zusammenwachsen" der Unternehmensbereiche und habe sich bewusst "für den Standort Mönchengladbach entschieden, der dafür die benötigte Erweiterungsfläche bietet", sagt SMS-Chef Burkhard Dahmen in der konzerninternen Mitarbeiter-Broschüre "SMS Info-Express", deren Septemberausgabe der RP vorliegt.

Das heißt im Klartext: SMS, das seine Zentrale seit 1972 in Düsseldorf hat, verlegt diese nach Gladbach. Ein weiteres Verwaltungsgebäude soll neben dem bisherigen entstehen. Alleine an den vier Düsseldorfer Standorten sind 1400 Mitarbeiter vom Umzug betroffen, weitere 150 in Hilden. Auch die Standorte Duisburg, Langenfeld und Aachen wandern bis Ende 2017 in die Vitusstadt. Im Gegensatz zum Mönchengladbacher Areal sind fast alle Standorte nur angemietet.

Nicht alle Mitarbeiter werden auch in Gladbach ankommen, denn über die bisher angekündigten Personalkostenreduzierungen hinaus wird es zu weiteren "Personalanpassungen" kommen, die auch betriebsbedingte Kündigungen beinhalten könnten. Dementsprechend betroffen zeigte sich der Betriebsrat.

Für den hiesigen Wirtschaftsstandort ist die Entscheidung dennoch ein Sechser im Lotto. "Dass ein so großer Player seine Präsenz hier verstärkt, ist ein starkes Signal", sagt Reimund Strauß, Bevollmächtigter der IG Metall. "Denn der Konzern hat eine Reihe von Firmen um sich herum, auf die er zurückgreift." Davon könne eine Sogwirkung ausgehen, die "größer ist, als wenn sich nur noch Logistik ansiedelt". Es bewahrheite sich das Sprichwort "Des einen Freud ist des anderen Leid".

Denn erst infolge des Schlafhorst-Abgangs, der dem Industriestandort Gladbach einen Schlag versetzt habe, sei es möglich, SMS nicht nur zu halten, sondern sogar vom Ausbau am Standort zu profitieren. Die Sparte Meer hatte sich zuletzt als krisenresistenter als andere erwiesen, auch weil er, im Gegensatz zu Siemag, nicht so sehr von einzelnen Großaufträgen abhängig ist. Zudem investiert SMS Meer seit einigen Jahren und noch bis 2015 insgesamt 60 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau seines Standorts.

(RP)