Mönchengladbach: Skater sollen länger in Rheydt bleiben

Mönchengladbach: Skater sollen länger in Rheydt bleiben

SPD-Fraktionschef Felix Heinrichs setzt sich für eine Förderung des Vereins "Rollbrett Union" ein. So soll die Skaterhalle in der Rheydter City in Betrieb bleiben, bis ein Konzept für eine Dauerlösung steht.Von Denisa Richters

Als vor fast exakt einem Jahr in der Rheydter Fußgängerzone ein paar engagierte Skater des Vereins "Rollbrett Union", unterstützt von dem Stadtsportbund einen leerstehenden früheren Bekleidungsladen zu einer Halle mit Halfpipes und Workshops für Kinder und Jugendliche umfunktionierten, sie "Rollmarkt" nannten, rechneten sie selbst nicht damit, wie gut das Projekt ankommen würde. Auch die Förderer waren überrascht.

Angelegt war das Projekt zunächst für ein halbes Jahr - als Teil einer Aktion, mit der kreativ dem Leerstand in der Rheydter Innenstadt begegnet werden sollte. Schauzeit, so der Name des Projekts des Quartiermanagements, "Goodbye Leerstand, Hello Rheydt", so das Motto. Die Idee: Leerstehende Läden werden vorübergehend und unkonventionell genutzt. An der Limitenstraße zogen die "Ehren Schokoschurken" ein, eine Pralinenmaufaktur, Textildesigner konnten ihre Stücke in Schaufenstern ausstellen, Fotografinnen stellten im Parkhaus-Schaufenster am Tellmannplatz aus, vermittelt wurden auch Schauzeit-Patenschaften.

Und in den früheren Bekleidungsmarkt zogen die Skater ein. Unterstützt wurden sie dabei von der Stadt - besonders Stadtplaner Kajetan Lis hat früh das Potenzial dieses Konzepts und des noch jungen Vereins "Rollbrett Union" erkannt. Denn es wurde zum Selbstläufer. Kinder und Jugendliche können zu bestimmten Zeiten in die Halle kommen, sich unter Aufsicht in den Halfpipes auf verschiedenen Rollbrettern versuchen und messen, sich bei Workshops weiterbilden. Das alles für die Nutzer kostenlos, ausschließlich von Ehrenamtlern organisiert. Das kam so gut an, dass selbst an sonnigen Tagen der Rollmarkt voll war. Finanziert wurde das Projekt durch Fördermittel des Bundes, des Landes und der Stadt im Rahmen der Sozialen Stadt Rheydt. Seit einigen Monaten muss der Verein die Kosten für die Halle - 2500 Euro im Monat - selbst aufbringen. Dank Spendern wie Friedhelm Schaffrath ging es weiter. Doch vor einigen Tagen war Schluss.

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Hilfe könnte nun aus dem Rathaus kommen. SPD-Fraktionschef Felix Heinrichs hat sich in der Ratssitzung mit einer Anfrage dafür eingesetzt, den "Rollmarkt" in Rheydt zumindest bis Ende des Jahres in die Verlängerung gehen zu lassen. Die Zeit soll genutzt werden, um eine dauerhafte Lösung für das attraktive Projekt zu finden. Mit seinem Kooperationspartner von der CDU, Hans-Peter Schlegelmilch, habe er sich abgestimmt. Die politische Mehrheit steht also. Heinrichs fragte, ob es Gespräche mit dem Verein gebe, um etwa in der freien Jugendhilfe eine Perspektive zu finden. Heinrichs will auch wissen, ob und wie die Nebenkosten für 2018 in Höhe von etwa 15.000 Euro kurzfristig bereitgestellt werden können. "Die Gespräche laufen, wir sind auf einem guten Weg", sagt Stadtsprecher Wolfgang Speen. Beide Seiten müssten kooperieren und das Ziel, eine Dauerbleibe zu finden, im Auge behalten.

"Das ist für uns erst einmal eine erfreuliche Sache, auch dass wir als noch junger Verein so schnell das Vertrauen der Stadt bekommen haben", sagt Christian Brass von der Rollbrett Union. Der aktuelle Vorstoß sei aber noch so frisch, "dass wir noch nicht einmal darüber nachdenken konnten". All das müsse man im Verein noch besprechen.

(RP)
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