Mönchengladbach: "Signum Saxophone Quartet" begeistert in der KFH

Mönchengladbach: "Signum Saxophone Quartet" begeistert in der KFH

Zu seinem fünfzehnjährigen Bestehen beschenkte der Initiativkreis sich und sein Publikum in der fast ausverkauften Kaiser-Friedrich-Halle mit einem Konzert von fünf außergewöhnlichen Musikern. Blaz Kemperle (Sopransaxophon), Erik Nestler (Altsaxophon), Alan Luzar (Tenorsaxophon) und Guerino Bellarosa (Baritonsaxophon) gründeten im Jahre 2006 als Studenten an der Kölner Musikhochschule das "Signum Saxophon Quartet". Inzwischen sind die vier engagiert und unkonventionell auftretenden Musiker nicht nur weltweit unterwegs, sie wurden auch als "Rising-Stars" mit dem begehrten "ECHO-Klassik" ausgezeichnet. Immer wieder sucht das innovative Quartett auch die Zusammenarbeit mit anderen Musikern. Diesmal fiel die Wahl auf den jungen italienischen Cellisten und Komponisten Alberto Casadei, den Solocellisten des "Rotterdam Philharmonic Orchestra".

Diese Konstellation darf getrost als ideal bezeichnet werden, denn Casadei, der übrigens auf einem Cello aus dem Jahre 1698 spielt, das dem berühmten Pablo Casals gehörte - ist genauso wie seine Bläser-Partner darum bemüht, auf höchstem technischem und interpretatorischem Niveau frischen Wind auf die Konzertpodien zu bringen.

Mit drei Sätzen aus Johann Sebastian Bachs Orchestersuite Nr. 1 C-Dur BWV 1066 begannen die Signums den Abend ganz klassisch. Hier, wie auch in Bachs Italienischem Konzert F-Dur BWV 971 zeigten die Gäste, dass sie die polyphonen Strukturen der Barockmusik ebenso vollendet beherrschen wie Spätromantisches oder Kompositionen aus dem U-Bereich. Auch ihr Cellopartner stellte sich mit Bachs Suite Nr.3 C-Dur BWV 1009 höchst erfolgreich ähnlich hohen Herausforderungen.

Ein Hinweis im Programm hätte bei diesen Vorträgen verhindern können, dass zwischen den Sätzen applaudiert wurde, was auch die Interpreten merklich störte.

Mit Heitor Villa-Lobos (1887-1959) eher verhaltenen "Bachianas Brasileiras Nr. 5" zeigten Quartett und Cello, wie optimal sie miteinander harmonieren - Göran Frösts (*1974) "Little Ruben Rhapsody" mit ungarischen Anklängen, Klezmer-Einflüssen und brillant gemeisterten virtuosen Passagen war danach eine wahrlich umjubelte Steigerung.

Astor Piazzolla (1921-1992) bildete mit seinem berühmten "Le Grand Tango", arrangiert für Cello und Saxophonquartett, den fulminanten Abschluss einer exquisiten Vortragsfolge.

Drei Zugaben dankten für den begeisterten Beifall: Zunächst Casadei mit einer eigenen Cello-Komposition, bei der er auch sang, dann die Bläser mit einem feurigen Csárdás und zum Schluss gemeinsam die "Air" von Bach, die noch einmal die Pianokultur des Quintetts unterstrich.

(RP)