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Mönchengladbach: Sieben Brücken stecken im Sanierungsstau

Mönchengladbach : Sieben Brücken stecken im Sanierungsstau

Risse, verbogene Träger, Folgen eines Bombentreffers im Zweiten Weltkrieg: Viele der 175 städtischen Brücken müssen saniert oder neu gebaut werden. Die Stadtplaner wollen sieben davon 2019 reparieren. Es fehlen 5,3 Millionen Euro.

Die Risse im Mauerwerk sind deutlich sichtbar, die Fahrbahnen teils in einem schlechten Zustand. Und bei einem Bauwerk sind die Träger verbogen, so dass unklar ist, wie lange Busse und Müllfahrzeuge sie noch passieren können. Viele der rund 400 Gladbacher Brücken sind in einem schlechten Zustand, 175 davon fallen in die Zuständigkeit der Stadt. Deshalb war es fast schon ein flehentliches Bitten von Stadtplaner Frank Gauch in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses. "Geben Sie uns Ihre Zusage, damit wir sieben Brücken ab Anfang nächsten Jahres sanieren können. So eine Chance bekommen wir so schnell nicht wieder", mahnte er. Das erhoffte Okay bekam Gauch nicht. Der Grund: Mehr als 5,3 Millionen Euro werden dafür zusätzlich benötigt. Zwar machte der Stadtplaner Vorschläge, wie Geld im Haushalt umgeschichtet werden kann. Doch das bringt das gesamte Investitionsgerüst ins Wanken. CDU und SPD wollen weitere Fakten, bevor sie entscheiden.

Fußgänger, Auto- und Radfahrer passieren diese von Gauch erwähnten sieben Brücken, wenn sie die Bahnstrecke von Viersen-Helena-brunn zum Rheydter Güterbahnhof überqueren wollen. Diese Strecke ist für die Deutsche Bahn langfristig so wichtig, dass sie vier Eisenbahnbrücken abreißt und neu baut. Das macht sie in der Zeit zwischen Januar und September nächsten Jahres. Und weil dann auf der Trasse kein Zug verkehren kann, sperrt die Bahn die Strecke für neun Monate.

Über sie geht es zu den Maria-Hilf-Kliniken: Brücke Viersener Straße. Foto: Stadt Mönchengladbach

Das wollen die Stadtplaner nutzen, um die sieben städtischen Brücken ebenfalls zu sanieren, teilweise oder sogar neu zu bauen. Der Haken dabei: Das kostet rund 8,7 Millionen Euro. Zwar gibt es aus Vorjahren noch Geld, das für die Brückensanierung bereitgestellt ist, doch es bleibt eine Finanzierungslücke von rund 5,3 Millionen Euro. Würde die Stadt die Bauphase der Bahn nicht nutzen und zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Güterstrecke wieder in Betrieb ist, die Sanierung vornehmen, wird's deutlich teurer. Rund 2,4 Millionen Euro Mehrkosten hat Planer Gauch für diesen Fall ausgerechnet. Ob Sanierung jetzt oder später - mit Verkehrseinschränkungen ist zu rechnen. Denn über einige rollen täglich tausende Fahrzeuge. Diese Brücken hat die Stadtplanung im Blickfeld:

Viersener Straße Diese Brücke ist in der Nähe des Hauptfriedhofs und wird als Mauerwerkbogenbrücke bezeichnet. Es gibt zwei Längsrisse. Außerdem soll eine neue Fahrbahnplatte aus Beton mit Straßenbelag erstellt werden. Da hierüber die Maria-Hilf-Kliniken angefahren werden, ist mit einer halbseitigen Verkehrssperrung zu rechnen. Kosten: rund 1,2 Millionen Euro. Bahnstraße Auch hier wird es in einer halbjährigen Bauzeit nur eine Spur geben, über die der Verkehr dann laufen soll. Es müssen sogenannte Widerlager ersetzt werden. Kosten: 1,5 Mio. Euro. Aachener Straße Der große Knackpunkt im Brücken-Sanierungsplan. Denn eine gleichzeitige Sperrung von Bahnstraße und Aachener Straße ist nicht möglich. Deshalb will die Stadt erst die Brücke Bahnstraße reparieren und dann die Brücke Aachener Straße teilweise neu bauen. Die Arbeiten können dann nicht in der neunmonatigen Sperrzeit beendet werden. Kosten: 1,5 Mio. Euro. An den Holter Sportstätten Sie ist besonders marode und hätte schon vor Jahren saniert werden müssen. Sie hat während des Zweiten Weltkriegs einen Bombentreffer abbekommen. Busse und Lkw können sie nur eingeschränkt nutzen. Kosten: 1,1 Mio. Euro. Konradstraße Die vorhandene Brücke muss durch eine neue ersetzt werden. Für die Dauer der Arbeiten muss die Konradstraße gesperrt werden. Kosten: 1,9 Mio. Euro. Lindenstraße Hier müssen die Mauerwerksbögen saniert werden. Kosten: 100.000 Euro. Haiderfeldstraße Ebenfalls eine kleinere Maßnahme am Mauerwerk. Kosten: 100.000 Euro.

(biber)