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Mönchengladbach: Sieben alkoholisierte Jugendliche landeten in Klinik

Mönchengladbach : Sieben alkoholisierte Jugendliche landeten in Klinik

Trotz fünf Anzeigen wegen Körperverletzung und 100 Einsätzen war Altweiber für Feuerwehr und Polizei ein ruhiger Tag.

Aus Sicht von Polizei und Feuerwehr war der Altweiberdonnerstag ein verhältnismäßig ruhiger Tag. Die Polizei meldete 32 karnevalsbedingte Einsätze. Es gab neun Platzverweise, drei Personen wurden in Gewahrsam genommen, und ein Mann kam ins Gefängnis. Bei einer Überprüfung hatten die Beamten festgestellt, dass er per Haftbefehl gesucht wurde. Fünf Strafanzeigen wurden wegen Körperverletzung gestellt. "Das alles ist vergleichbar mit einem normalen Wochenende", sagte Polizeisprecher Jürgen Lützen. Wahrscheinlich habe das Wetter auch eine Rolle gespielt. Wegen des am Nachmittag einsetzenden Regens hätten sich viele Feiern im Freien relativ schnell aufgelöst.

Die Feuerwehr wurde an Altweiber insgesamt zu 73 Einsätzen gerufen. Auch hier lautete der Kommentar: "Ungewöhnlich ruhig. Wir hatten in den vergangenen Jahren schon wesentlich mehr Einsätze", erklärte Peter Vinzens von der Gladbacher Feuerwehr. Sieben Jugendliche mussten stark alkoholisiert ins Krankenhaus gebracht werden. Vier von ihnen kamen dann zu Dr. Wolfgang Müller ins Krankenhaus Neuwerk.

Der Chefarzt der Kinderheilkunde war ebenfalls positiv überrascht von der geringen Anzahl der Patienten, die beim Feiern über die Strenge geschlagen hatten. "Dennoch sind das vier Jugendliche zu viel — wir nehmen das Problem sehr ernst und haben sofort mit den Eltern Gespräche geführt", berichtete Wolfgang Müller. Oftmals werde das Trinken in der Gruppe an Karneval schon fast als Normalität angesehen. "Aber das kann ich so nicht stehen lassen — es sind immer jüngere Kinder betroffen. Und wenn sie hier im Krankenhaus landen, ist es schon ein heftiger Pegel", sagte der Chefarzt. Wenn die Gespräche mit den Eltern nicht fruchten, oder ein solcher Vorfall zum wiederholten Mal vorkommt, werde das Jugendamt eingeschaltet, um der Familie Hilfe anzubieten.

Im Elisabeth-Krankenhaus in Rheydt wurden zwei Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung behandelt — wobei einer der beiden nachts schon wieder ausbüxte. "Der andere Patient wurde unterkühlt eingeliefert. Aber insgesamt war es nicht so dramatisch wie sonst", berichtete Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche.

Für Rosenmontag rechnet er jedoch mit einem größeren Ansturm in der Klinik — aber nicht nur durch alkoholisierte Jugendliche. "Die Arztpraxen sind über die Karnevalstage geschlossen und erfahrungsgemäß werden wir mehrere Hundert Kinder versorgen müssen. Alle Ärzte der Kinderklinik haben Dienst — wir sind also gewappnet", sagte Kölfen.

(RP)