Mönchengladbach: Sidra - Band aus sieben Perfektionisten

Mönchengladbach : Sidra - Band aus sieben Perfektionisten

Die Mönchengladbacher Band hat es in das regionale Finale des Nachwuchsfestivals "Emergenza" geschafft. Die sieben Musiker tüfteln nun an ihren Songs für das alles entscheidende Konzert. Sidra hoffen, es weit bringen zu können.

Aus dem kleinen Proberaum irgendwo in einem alten Lagerhallenkomplex in Mönchengladbach schallt Popmusik - flott-beschwingt und doch zuckersüß hüpfen die Akkorde der Gitarre, die Klänge des Keyboards, das forsche Scheppern des Schlagzeugs durch die dick wattierte Tür und schmiegen sich zärtlich in die Ohrmuscheln des Zuhörers. Darüber stülpt sich eine Frauenstimme, irgendwo zwischen Jubeln und Klagen, aber immer mit Lebenslust - die Melodie lässt Füße, Bauch, Kopf im Rhythmus wippen. Die Gladbacher Band Sidra hat es mit einer exzellenten Jury-Wertung ins Regiofinale des Nachwuchsfestivals "Emergenza" geschafft. Jetzt proben sie für ihr entscheidendes Konzert am Samstag, 19. Juli, in der Live Music Hall in Köln.

Die fünf Musiker um die Sängerin Lioba Moia und den Gitarristen Martin Junker sind allesamt Perfektionisten. Sie machen alles selbst - auch die Musikvideos, die bei den Auftritten der Band auf große Leinwände projiziert werden, sind allesamt in aufwendiger Eigenregie mit Kamera und Computer von der Gruppe produziert worden. "Wir haben einen hohen Anspruch an uns selbst", sagt Sängerin Lioba Moia. "Wenn wir einen Song rausbringen, wollen wir in den Gesichtern des Publikums sehen, dass er gut geworden ist." Wenn ihnen ein Stück am Ende nicht mehr gefiele, würden sie eher alles noch einmal neu machen, als mit dem Endergebnis unzufrieden zu sein, ergänzt Martin Junker.

Im Juni 2011 wurde die Band gegründet. Seitdem sind die sieben Musiker unzertrennlich. "Wir sind Freunde, haben uns alle lieb. Bei uns gibt es eine extrem positive Gruppendynamik", sagt Martin Junker. Er und Lioba Moia werden von Gerd Strasdas an der Gitarre, Sängerin Silke Micha, Bass-Spieler Alexander Bielefeld, Schlagzeuger Adrian Paciej und Keyboarder Topher Micha unterstützt. Wenn die sieben gemeinsam in ihrem Proberaum an den Liedern feilen, die zuvor von Moia und Junker komponiert wurden, verändern sich die Stücke immer wieder ein bisschen. "Wir haben alle unsere 19 Songs gemeinsam in langen Probestunden ausgetüftelt", erzählt Gitarrist Martin Junker.

In den Songs verarbeiten die Musiker wahre Begebenheiten aus ihrem Leben, aber auch viel Fantasie ist mit dabei. So oder so zeigt die Band viel Persönlichkeit auf der Bühne. Deshalb gibt Sängerin Lioba Moia auch zu, dass sie auch nach drei Jahren Bandgeschichte immer noch vor den Auftritten aufgeregt ist: "Man gibt da oben auf der Bühne ein Stück von sich selbst preis. Wenn ich da nicht mehr aufgeregt wäre, das wäre gar nicht gut." Ihr Lieblingslied ist "The Sun ain't gonna Shine", ein fröhlicher Pop-Song mit einem Rhythmus, der schnell ins Blut geht. Dieses Lied soll auch einer der Songs sein, mit dem die Musiker im Juli die "Emergenza"-Jury überzeugen wollen. Das Abschneiden der Band hängt aber nicht nur von der Qualität ihrer Musik ab, sondern auch, wie viele Fans sie überzeugen können, zum Konzert zu kommen. Können Sidra sich schließlich mit ihrer Leistung im Regio-Entscheid durchsetzen, winkt das Deutschland-Finale - danach ist sogar der weltweite Finalentscheid möglich. Martin Junker glaubt, dass Sidra gute Chancen haben. "Wir hatten beim letzten Konzert die beste Jurywertung aller Teilnehmer - und zwar mit Abstand", erzählt er stolz.

(RP)