Mönchengladbach: Sicherungsverwahrung für Chef von Brillen-Räuberbande

Mönchengladbach: Sicherungsverwahrung für Chef von Brillen-Räuberbande

Der Mönchengladbacher (45) wurde vom Landgericht Düsseldorf zu elf Jahren Haft verurteilt.

Beim letzten Banküberfall in Mönchengladbach hatten die Täter ein Indiz hinterlassen, das die Ermittler auf die richtige Fährte brachte. Eine verlorene Kappe mit DNA-Spuren führte die Polizei zu drei Männern, denen insgesamt 18 Banküberfälle in Neuss, Krefeld, Mönchengladbach, Bergkamen, Wuppertal, den Kreisen Heinsberg und Viersen sowie im Emsland und der Eifel zu Last gelegt werden. Dafür waren die Täter bereits zu Haftstrafen zwischen fünf und elf Jahren verurteilt worden. Doch der Bundesgerichtshof hatte das Urteil gegen den Chef der Bankräuber-Bande, einem 45-jährigen Mönchengladbacher, aufgehoben, weil eine Sicherungsverwahrung nicht berücksichtigt worden war. Ob der 45-Jährige als Gefahr für die Allgemeinheit gelten muss, hatte das Landgericht laut Bundesgerichtshof nicht genug geprüft. Das holte eine andere Strafkammer jetzt nach und hat zusätzlich die Sicherungsverwahrung verhängt. Nach früheren Raubserien müsse weiter von einer Gefährlichkeit des Mönchengladbachers ausgegangen werden, so die Richter.

Unter Führung des Landeskriminalamtes war im März 2015 bei der Kriminalpolizei in Neuss die Sonderkommission "Brille" gebildet worden. Sie bezeichnete sich nach dem auffälligsten Requisit der Räuber, die ansonsten zur Verkleidung nur Kappen benutzten. Nicht einmal einen Monat nach Bildung der Soko konnten Polizeibeamte aus Neuss in Wegberg-Dahlheim einen damals 39-jährigen Mann aus dem Kreis Heinsberg unter dringendem Tatverdacht festnehmen. Wenige Tage später ging der Hauptdrahtzieher ins Netz. Er wurde am Marienplatz in Rheydt festgenommen.

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Zunächst war die Polizei nur von einem Bankräuber ausgegangen. Später wurde klar, die Bande bestand aus drei Männern. Zwischen dem 29. Oktober 2014 und dem 14. April 2015 gingen sie in mehreren Bundesländern auf Beutezug. Die Überfälle verliefen so ruhig, dass andere Bankkunden oft nichts bemerkten.

Der Bandenkopf mit Wohnsitz in Mönchengladbach hatte die Tatorte zunächst ausbaldowert, dann seine Komplizen mit Brillen, Kapuzenrollis, Baseballkappen und Spielzeugpistolen ausgestattet und sie losgeschickt. Der Haupttäter lebte seit 1995 in Deutschland, hatte in Grevenbroich an einem Methadon-Programm teilgenommen und ist mehrfach wegen räuberischer Erpressung vorbestraft. 2003 war der gebürtige Ukrainer bereits für mehrere Raubüberfälle zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden.

(RP)