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Mönchengladbach: Sicherheitstipps für mobile ältere Menschen

Mönchengladbach : Sicherheitstipps für mobile ältere Menschen

Viele der Verkehrsunfälle mit Senioren passieren, weil die Opfer nicht gesehen wurden. Deshalb ist helle Kleidung wichtig, raten Polizist Erwin Hanschmann und Mediziner Thomas Jaeger.

Durch technische Errungenschaften wie Pedelecs, E-Bikes oder elektrische Rollstühle ist es vor allem für ältere Menschen einfacher geworden, sich im Straßenverkehr fortzubewegen. Viele Senioren fahren darüber hinaus auch im hohen Alter noch regelmäßig Auto, andere sind nicht mehr so mobil und auf Gehhilfen angewiesen.

Wie in allen Altersklassen kommt es auch hier zu Unfällen im Straßenverkehr. Warum dies altersunabhängig ist, welche Gefahren im Straßenverkehr lauern und worauf insbesondere ältere Mitmenschen achten sollten, erklärte jetzt Thomas Jaeger vom Zentrum der Geriatrie des Elisabeth-Krankenhauses in Kooperation mit Hauptkommissar Erwin Hanschmann von der Mönchengladbacher Polizei.

"Auch wenn ältere Menschen oft als Risiko im Straßenverkehr dargestellt werden, sind sie in erster Linie meist Unfallopfer", sagte Thomas Jaeger. Denn Menschen über 65 Jahre sind nach Verkehrsunfällen, häufiger und schwerer verletzt, als jüngere Personen. "Dies liegt an der Stabilität der Knochen und der Muskeln, die mit dem Alter abnimmt", sagte der Chefarzt. Nach einem Sturz vom Rad oder selbst als Fußgänger können neben einer langwierigen Heilungszeit, zudem Folgeerkrankungen wie Thrombose, Lungenembolie oder ähnliches auftreten. Wie kann man sich also besser im immer komplexer werdenden Straßenverkehr schützen?

"Erstmal sollte man die Stoßzeiten meiden", riet Jaeger. Wenn es nicht zwingend erforderlich ist, solle man am besten auf Zeiten mit geringerem Verkehrsaufkommen ausweichen. Auch den schnellsten Weg zu nehmen, sei oft ein Fehler. "Senioren haben in der Regel genug Zeit zur Verfügung und hetzen sich trotzdem", sagte der Chefarzt. Lieber einige Nebenstraßen nehmen anstatt die vielbefahrene Hauptroute.

"Insbesondere als Fußgänger sollte man konsequent Ampeln, Zebrastreifen und andere Querungshilfen benutzen", sagte Jaeger. Diese Elemente seien schließlich dafür da, dass auch mobilitätseingeschränkten Bürgern eine sichere Möglichkeit gegeben ist, die Straße zu überqueren. Auch hier wichtig: "Mit Geduld und Vorsicht an die Sache herangehen."

Abends und nachts unverzichtbar: helle und auffällige Kleidung. "Viele der Verkehrsunfälle mit Senioren als Opfer, gehen darauf zurück, dass sie nicht gesehen wurden", erklärte Hanschmann. Ist man mit dem Fahrrad, ob elektrisch angetrieben oder nicht, unterwegs, seien Reflektoren auch ein probates Mittel, um gesehen zu werden.

Ein Problem, das alle Altersklassen betrifft, sei die Handynutzung im Straßenverkehr. Dabei spiele es keine Rolle, ob man mit dem Auto, dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist. "Untersuchungen haben ergeben, dass ein Telefon genauso ablenkt, wie 1,0 Promille Alkohol im Blutkreislauf", betonte Jaeger. Hindernisse oder gar das Betreten einer vielbefahrenen Straße würden dann erst zu spät wahrgenommen.

Ein ganz einfaches Mittel sei die richtige Wahl des Schuhwerks und der Hilfsmittel. "Menschen die auf Gehhilfen, wie Rollator oder ähnliches angewiesen sind, sollten keine falsche Eitelkeit zeigen." Es helfe keinem, wenn der Gehstock oder die Krücken aus Stolz zu Hause gelassen werden. Auch andere Hilfsmittel, wie Brille oder Hörgeräte, könnten Unfälle verhindern.

Im Vorfeld des Vortrags war Hauptkommissar Hanschmann zusammen mit der Seniorengruppe aus Geistenbeck einige Gefahrenstelle im Stadtgebiet abgefahren. "Ich zeige den Senioren, worauf man besonders achten sollte", so der Polizist. Große Kreuzungen und Unfallstellen sollen die Gefahren exemplarisch aufzeigen. Der Bus für die Tour wurde von der NEW zur Verfügung gestellt.

(dola)