Mönchengladbach: Sexualerziehung will gelernt sein

Mönchengladbach: Sexualerziehung will gelernt sein

Gesundheitsämter und Lehrer-Gewerkschaft bieten eine Fortbildung rund um den Sexualunterricht an.

Mit Bienchen und Blümchen braucht man Schülern ab der fünften Jahrgangsstufe im Sexualunterricht nicht mehr kommen - das ist auch den meisten Lehrern bewusst. Doch wie soll man das Thema Sexualität richtig angehen, welche Inhalte sind wichtig, wie ist eine offene Aussprache möglich? Die Fortbildungsveranstaltung "Sex - (k)ein Thema in der Schule? Fakten, Methoden, Austausch" am Mittwoch, 8. März, im Haus der Regionen, Bettrather Straße 22, gibt Lehrkräften und Schulsozialarbeitern der Sekundarstufen eins und zwei Auskunft darüber.

Veranstaltet von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie den Aids-Hilfen und Gesundheitsämtern der Städte Mönchengladbach, Krefeld und des Kreises Viersen, werden neben einem Impulsreferat vier Workshops angeboten. "Laut der Studie ,Jugendsexualität' der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben mehr als 80 Prozent der Jugendlichen ihre Kenntnisse über Verhütung, Geschlechtskrankheiten und Sexualität aus dem Schulunterricht", sagt Beate Guse, von der Aids-Beratungstelle des Kreisgesundheitsamts Viersen. Deshalb sei es wichtig, dass Lehrer auf dem aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnisse sind und Methoden kennen, mit denen Sexualerziehung im Unterricht gelingt. "Ziel ist es, die Schüler zu einem selbstbestimmten und verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität zu führen", ergänzt Ursula Baches vom Fachbereich Gesundheit der Stadt Mönchengladbach. "Dafür braucht es Handwerkszeug." Denn noch immer fiele es vielen Lehrern sowie Schülern schwer, offen über das vermeintliche Tabuthema zu sprechen.

In dem Workshop "Methoden für den Unterricht zum Thema Sexualität" unterstützen die Experten der Gesundheitsämter und Aids-Hilfen die Lehrer daher darin, eine angemessene Sprache und geeignete Materialien zu finden, damit der Sexualunterricht unverkrampft funktioniert. Den Workshop "Sexuelle Vielfalt" wird das Schlau-Team begleiten. Das sind schwule, lesbische, bi- und transsexuelle Leute zwischen 16 und 25 Jahren, die von ihrem Coming-Out und ihren Erfahrungen berichten und somit für einen respektvollen Umgang sensibilisieren. In dem Workshop "Kulturelle Vielfalt" kommen Jugendliche mit Migrationshintergrund zu Wort. Geübt wird, wie die offene Auseinandersetzung gelingt - auch im Spagat zwischen den Kulturen. Im Workshop "Medizinisches Update zu HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Infektionen" stehen Übertragungswege, Symptome, Prophylaxe und Präventionsbotschaften sowie die Fragestellungen im Fokus, was medizinischer Fortschritt oder anhaltende Stigmatisierung bedeuten.

Anmeldungen sind bis Freitag, 17. Februar, in der Aids-Hilfe Mönchengladbach unter Tel. 02161 176023 oder per E-Mail unter robert.liertz@aidshilfe-mg.de möglich.

(beaw)