Mönchengladbach: Senioren wollen Top-Häuser

Mönchengladbach : Senioren wollen Top-Häuser

Einzelzimmer, Garten und Wellness-Angebote: Das verlangen ältere Menschen, wenn sie die eigenen vier Wände verlassen und in ein Altenheim ziehen müssen. Der Caritasverband baut deshalb sein Holter Haus um.

Die städtische Sozialholding sanierte ihre sechs Altenheime in den vergangenen Jahren mit Millionenaufwand. Die evangelische Diakonie steckte acht Millionen Euro in das neue „Haus Bungeroth“. Ein Klever Unternehmen verwandelt für sechs Millionen Euro das ehemalige Altenheim an der Franziskanerstraße in ein adrettes Seniorenhaus. Und der Caritasverband wagt sich zurzeit gleich an zwei Projekte: In Giesenkirchen lässt er sich Renovierung und Neubau seiner Senioreneinrichtung sieben Millionen Euro kosten, in Holt wird das Altenkrankenheim für 9,5 Millionen umgebaut. Wesentliches Ziel dieser Um- und Neubauten: Stadt, Verbände und Unternehmen machen ihre Häuser fit. Denn die Senioren von heute und morgen stellen hohe Ansprüche und akzeptieren nur Einrichtungen mit Top-Pflege.

Wer da nicht rechtzeitig den Fuß in der Tür hat, geht ein großes Risiko ein. Bereits heute sind Senioren und vor allem deren Angehörige sehr kritisch, wenn die Häuser nicht mehr dem Standard genügen. Doppelzimmer, in vielen Einrichtungen aus den 70-er Jahren gang und gäbe, sind inzwischen verpönt. Wer pflegebedürftig wird und eine stationäre Unterbringung sucht, will einen Teil der eigenen Möbel mitbringen, sich seine Bilder an die Wand hängen und seinen Lebensstil in Ansätzen erhalten. Ein Garten und Wellness-Angebote werden ebenfalls verlangt. „Wenn wir uns darauf nicht einstellen, werden unsere Bewohner in andere Häuser umziehen“, weiß Otto Nieswand, Geschäftsführer des Gladbacher Caritasverbandes.

Deshalb startete er ein Modernisierungsprogramm. In Giesenkirchen ist der Ausbau des Hauses nach langem Hin und Her auf den Weg gebracht. Jetzt ist das Altenkrankenheim in Holt an der Reihe. Hier entstand 1977 ein Haus, das – wie damals üblich – einen Krankenhaus-ähnlichen Charakter hatte. In Spitzenzeiten lebten 120 pflegebedürftige Menschen in 52 Doppel- und nur 16 Einzelzimmern. „Die Bausubstanz war zwar in Ordnung, aber das Konzept nicht mehr stimmig. Wir mussten weg vom Anstaltscharakter, der mit einem Krankenhaus verbunden wird“, sagt Nieswand.

Im Gladbacher Architekten Dr. Burkhard Schrammen fand der Caritasverband einen Planer, der die Richtung vorgab: Der Altbau wird radikal entkernt, zwei Gebäudeflügel kommen hinzu. Damit ist so viel Platz vorhanden, dass 110 Einzelzimmer und fünf Appartements entstehen. Jedes Zimmer verfügt nach der Fertigstellung im Herbst 2009 über eigene Sanitäranlagen. Die 88 Bewohner, die zuletzt in dem Haus lebten, sind so lange im Franziskanerkloster und im Rheydter Haus Monika untergebracht. Nieswand: „Wenn alles klappt, ist der Caritasverband im Seniorenbereich 2010 gut aufgestellt.“

(RP)
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